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Alte Blockstube zieht in neue Bibliothek

Ebersbach-Neugersdorf hat ein Umgebindehaus an der Mühlstraße abbauen und einen Teil davon aufarbeiten lassen. Aber die Stadt plant noch mehr.

Die Mitarbeiter der Zimmerei Jens Vogt aus Waltersdorf bauen die Umgebindestube in die Bibliothek.
Die Mitarbeiter der Zimmerei Jens Vogt aus Waltersdorf bauen die Umgebindestube in die Bibliothek. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Eine Blockstube in einer Bibliothek besichtigen: Das bisher nie Dagewesene will die Stadt Ebersbach-Neugersdorf bald ihren Besuchern am Hofeweg 41 ermöglichen. Zentral gelegen, soll sie Treffpunkt, Wohlfühl- und Kennenlernort für Umgebindehaus-Architektur werden. Und alle zur Identifizierung mit der einzigartigen Bauweise anregen, erklärt Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos).

Dafür hat die Stadt ein Umgebindehaus in der Ebersbacher Mühlstraße ausgesucht, bei dem die Bausubstanz durch wiederkehrende Wassereinbrüche im Überflutungsgebiet der Spree angegriffen war. Mit dem Wiederaufbau in der neuen Stadtbibliothek werde ein wichtiger Teil des Gebäudes erhalten, aufgearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht, so die Bürgermeisterin. Und der ist in vollem Gange.

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Eine Zimmerei aus Waltersdorf bekam den Auftrag. Sie hat sich auf die Rekonstruktion der einmaligen und landestypischen Umgebindehäuser spezialisiert. Die Mitarbeiter haben jedes Einzelstück fachgerecht gesichert, nummeriert und an den Firmenstandort abtransportiert. Dort erfolgte die Sichtung der geborgenen Blockstube. Anschließend startete ein Zwischen-Wiederaufbau. "Nur so konnte der Zustand genau bewertet und über notwendige Aufarbeitungen entschieden werden", erklärt Verena Hergenröder. Für den Betrachter soll zu sehen sein, welche Teile original und welche durch Nachbau ergänzt sind. Der eigentliche Wiederaufbau in der Stadtbibliothek hat nun Ende März begonnen.

Geld dafür gibt es aus dem Soforthilfeprogramm "Vor Ort für Alle". Darüber fördert der Deutsche Bibliotheksverband bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern. Weiteres Geld steuern die Stadt, der Förderverein der Stadtbibliothek "Gierschdurfer Bichereulen" und die Stiftung Umgebindehaus bei.

Spezielle Bauweise gehört zum Konzept

Die Umgebindehaus-Architektur ist ein wichtiger Teil des überarbeiteten Konzepts der neuen Stadtbibliothek. Der Buchbestand zu dieser speziellen Bauweise wird weiter ausgebaut. Geplant sind Veranstaltung, Projekte und Ausstellungen. Eine eigene Umgebindehaus-Geschichte - speziell für Kinder - ist bereits in Arbeit. Mittelpunkt dabei wird die Blockstube sein. "Besucher können all das, was sie theoretisch erfahren, dann auch hautnah erleben", sagt die Bürgermeisterin. Da die Stadt an der Oberlausitzer Umgebindehausstraße liegt, werde es immer wieder neue Synergien und Ideen geben.

Am Hofeweg 41 selbst laufen ebenfalls Bauarbeiten. So hat der Veranstaltungsraum einen neuen Fußboden bekommen. So es die Witterung zulässt, erfolgt die Montage der Fassade. Die Arbeiten an der Südseite haben laut Bürgermeisterin Hergenröder Priorität, um einen ungehinderten Zugang zur Stadtbibliothek zu ermöglichen. Nach Fertigstellung im Eingangsbereich folgen dort Pflasterarbeiten.

Und dann wird ein einmaliges und speziell für die Stadtbibliothek mit der Kettensäge bearbeitetes Element an dieser Stelle einziehen: Eine Bücherbank, finanziert mit Spenden. "Darin sind hölzerne Bücher eingearbeitet, als Symbol für alle Bücherliebhaber und solche, die es werden wollen", teilt die Bürgermeisterin mit. "Sie bietet Platz zum Lesen, Plauschen, Entspannen."

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