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Weg mit dem Container-Dreck

Die Stadt Löbau startet ein Großreinemachen und lässt Altkleider-Container entfernen - die machen auf vielerlei Art Probleme.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofs entfernen einen Altkleider-Container an der Schillerstraße.
Foto: Markus van Appeldorn
Mitarbeiter des städtischen Bauhofs entfernen einen Altkleider-Container an der Schillerstraße. Foto: Markus van Appeldorn © Markus van Appeldorn

Sie stehen an Plätzen und Straßen, als wollten sie den Menschen sagen: "Wenn Du was in mich hineinwirfst, geht ein Wunsch in Erfüllung." Der Wunsch nach einem guten Gewissen etwa, weil so ein Einwurf bedürftigen Menschen hilft - Altkleider-Container.  In Wahrheit sind solche Container für Kommunen regelmäßig keine Wohltat, sondern ein einziges Ärgernis. Oft verwandeln sie ihre Standorte in Dreck-Ecken. Die Stadt Löbau hat jetzt zu einem großen Aufräummanöver gegriffen. 

Am vorvergangenen Donnerstag rückte an der Schillerstraße in Löbau ein Räumkommando des städtischen Bauhofs an - mit einem Traktorgespann und einem Radlader. Rauf mit dem dort abgestellten Altkleider-Container auf die Ladegabel und den Hänger. Nach wenigen Minuten war die Sache vorbei.

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"Der Container wurde durch Mitarbeiter der Stadt entfernt, weil der Vertragspartner nicht seinen Verpflichtungen nachkommt", teilt die Stadt dazu auf SZ-Nachfrage mit. Welcher Art diese Verpflichtungen waren und ob der Container legal oder unerlaubt aufgestellt worden war - keine Angabe. Die Schillerstraße gehört nicht zu den Dreck-Ecken Löbaus. Dennoch lässt die Stadt zum grundsätzlichen Problem so viel wissen: "Leider nutzen die Bürger die Stellplätze, um ihren Hausmüll zu entsorgen, sodass die Plätze teilweise richtig zugemüllt werden. Der Stadt entstehen somit laufend Kosten für die Beseitigung dieses Hausmülls."

Corona macht zusätzlichen Altkleider-Ärger

Die Schillerstraße war jedenfalls in jüngster Zeit nicht der einzige Platz, an dem Altkleider-Container abgeräumt wurden. Auch am Bahnviadukt an der Görlitzer Straße verschwand ein Container, der neben den dortigen Altglas-Containern abgestellt war. "Das war so eine Müllhalde, da haben die Leute die Klamotten sogar in die Glascontainer gestopft", sagt ein SZ-Leser. Ein weiterer Container wurde am Stadion entfernt.

Es gibt unter den Container-Aufstellern unseriös erscheinende Unternehmen, die ihre Container allem Anschein nach unerlaubt platzieren. Im Sommer 2018 etwa war die kleine Böttchergasse nahe dem Neumarkt unversehens zu einem Müllabladeplatz neben einem solchen Container geworden. Der Container wurde mittlerweile entfernt und der Platz abgezäunt. Andernorts werden solche Container auch immer wieder von Vandalismus-Attacken heimgesucht oder es wird darin selbst Müll wie etwa Bauschutt entleert - ein Umstand, für den Aufsteller nichts können, der aber oft teuren Aufwand verursacht.

Durch die Corona-Krise kam ein weiteres Problem dazu. Viele Menschen nutzten die Zeit, um ihre Schränke zu entrümpeln. so wurden auch die Container von gemeinnützigen Organisationen wie dem Roten Kreuz regelrecht geflutet - Ware, die sich nicht mehr absetzen lässt. Das Rote Kreuz hat deshalb seine Container zumindest vorläufig abgebaut.

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