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Löbauer Sportplatz rutscht hangabwärts

Der Ballspielplatz samt Weitsprunganlage der Berufsförderschule August Förster ist in Schieflage geraten. Damit kein größerer Schaden entsteht, muss der Kreis handeln.

Mit dem Hang bewegt sich auch der Zaun des Sportplatzes in Löbau auf das weiter unten stehende Haus zu. Vor dem Zaun die derzeit nicht nutzbare Weitsprunganlage.
Mit dem Hang bewegt sich auch der Zaun des Sportplatzes in Löbau auf das weiter unten stehende Haus zu. Vor dem Zaun die derzeit nicht nutzbare Weitsprunganlage. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Herrlich ist der Blick vom kleinen Sportplatz der Beruflichen Förderschule "August Förster" in der Alexander-von-Humboldt-Straße. Man schaut weit über die Dächer eines Villen-Anbaus auf einen kleinen Teich und ins Tal der Löbau. Herrlich ist der Anblick des Sportplatzes allerdings nicht - vor allem nicht die Weitsprunganlage, die ihren Namen kaum noch verdient.

Seit rund zwei Jahren sind Anlaufbahn und Sandgrube inzwischen für die Schüler tabu. Der Grund: Der Hang, auf dem der Sportplatz steht, ist offenbar ins Rutschen gekommen. Auch der hohe grüne Gitterzaun, der das Ballspiel-Feld umgibt, neigt sich unübersehbar, an einigen Stellen sind die Metallstäbe schon "ausgebaucht". Die Weitsprunganlage gleicht eher einer schiefen Ebene. Neu ist das Problem nicht, bestätigt Kreissprecherin Julia Bjar. Seit 2018 sei diese Schieflage bekannt, 2019 habe man bereits einen Fördermittelantrag gestellt und Geld in den Kreis-Haushalt eingestellt. Nun kann es losgehen, denn im vergangenen Jahr wurde der Antrag auf einen Zuschuss bewilligt.

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Risse zeigen Bodenbewegung an

Für Kerstin Bronlik, die Schulleiterin des Beruflichen Schulzentrums Löbau, dessen Außenstelle die Berufsförderschule August Förster ist, sind das gute Signale. Denn im Grunde geht es ja nicht nur darum, die Sportanlagen wieder nutzbar zu machen. Es soll auch Schaden vom darunterliegenden Villenanbau abgehalten werden, denn dass die Erdmassen buchstäblich drücken, kann man leicht schon von außen an Rissen in den eingebauten Betonplatten erkennen. Deshalb ist es nur gut, dass die Ausschreibung vorbereitet wird, damit von Juli bis Oktober dieses Jahres die Bagger anrücken können.

Was die Bauarbeiter genau erwartet, wird die spannende Frage sein. Ist der Boden nicht richtig verdichtet worden? Hat Wasser den Hang ausgespült? Die Fläche am Sportplatz ist ja einst aufgeschüttet worden. Um die genaue Ursache der Bodensenkung zu ergründen, sei eine Baugrunduntersuchung durchgeführt worden, betont Sprecherin Bjar. Dabei sei klar geworden, dass wohl Feuchtigkeit das Problem ist: "Die vorgefundenen Bodenschichten können bei langen feuchten Witterungsabschnitten an Haftung verlieren und es könnte zu Rutschungen an dem Hang kommen", erklärt Julia Bjar.

Um die Entwässerung des Sportplatzes und des Böschungshanges zum Nachbargebäude in Ordnung zu bringen, ist laut Kreis eine "grundhafte Sanierung von umfangreichen Teilbereichen der Anlage notwendig". "Eine akute Gefahr geht aber aktuell nicht von dem Platz aus", betont die Kreissprecherin. Das Bauvorhaben wird mit Fördermitteln der Schulinfrastrukturverordnung finanziert. Die Gesamtkosten liegen bei 621.500 Euro, wobei 60 Prozent Zuwendungen sind.

Erdarbeiten gleich doppelt nutzen

Wann genau der Hang und der Platz so wie sie sind errichtet wurden, kann auf die Schnelle niemand sagen. Die Schule selbst wurde nach der Wende, Anfang der 90er Jahre saniert. Wann am Sportplatz gearbeitet wurde, weiß Schulleiterin Bronlik nicht, sicher ist sie aber, dass es in den vergangenen 20 Jahren keine Reparaturen oder Baumaßnahmen gegeben habe.

Dass nun der Hang aufgebaggert werden soll, hat für die Schule zudem noch einen anderen Vorteil: "Bei der Gelegenheit kann man gleich das Kabel fürs schnelle Internet verlegen", erklärt Kerstin Bronlik. Denn die Schule soll in diesem Jahr angeschlossen werden und da kommen die Erdarbeiten in gewisser Weise recht.

Recht kommt die Reparatur auch dem Klavierbau-Unternehmen "August Förster". Dessen Firmengelände und Wohnhaus mit Anbau sind von den Erdbewegungen betroffen. "Ja, man merkt die Probleme schon - vor allem im Anbau sind Risse aufgetreten", konstatiert Geschäftsführerin Annekatrin Förster. Dazu habe es auch erste Gespräche mit dem Kreis gegeben. Nun hofft Frau Förster, dass die Bauarbeiten das Rutschen aufhalten können. Den Sportplatz selbst, so erinnert sie sich, gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. "Ich habe selbst hier Sport gemacht, denn das war der offizielle Sportplatz der Preusker-Schule in Löbau", sagt sie. Aber ins Rutschen ist er erst in den vergangenen Jahren gekommen.

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