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Löbauer Stadtrat legt Mandat nieder

Das hat Christdemokrat Hartmut Nahrstedt jetzt angekündigt. Mit ihm scheidet ein langjähriger Löbauer Rat aus. Noch aber ist es nicht amtlich.

Bei den Treffen im Löbauer Ratssaal - oder coronabedingt in der Johanniskirche - wird sich in den Reihen der CDU etwas ändern.
Bei den Treffen im Löbauer Ratssaal - oder coronabedingt in der Johanniskirche - wird sich in den Reihen der CDU etwas ändern. © Matthias Weber/photoweber.de

In den Löbauer Stadtrat ist Hartmut Nahrstedt "hineingerutscht". Als 2003 Löbau die Gemeinde Kittlitz eingemeindete, wechselten auch vier Räte aus dem Kittlitzer Rat in den der großen Kreisstadt Löbau. Der Christdemokrat Nahrstedt war dabei und er machte gleich zu Beginn in der SZ deutlich, dass er sich zwar für die Kittlitzer Belange einsetzen werde - aber eben nicht nur.

Im Januar 2003 benannten die vier Räte, die vom Kittlitzer Gemeinderat in den Stadtrat wechselten, in der SZ ihre Ziele. Hartmut Nahrstedt (links) ging es vor allem um ein gleichberechtigtes Miteinander.
Im Januar 2003 benannten die vier Räte, die vom Kittlitzer Gemeinderat in den Stadtrat wechselten, in der SZ ihre Ziele. Hartmut Nahrstedt (links) ging es vor allem um ein gleichberechtigtes Miteinander. © Screenshot: Anja Beutler
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So hat es Hartmut Nahrstedt auch in den vergangenen 18 Jahren gehalten: Nie hat sich der streitbare Landwirt nur für die Angelegenheiten seines Ortsteiles eingesetzt und interessiert. Auch nicht zwischen 2006 und 2019, als er in einer Doppelfunktion im Rat saß: als ordentliches Ratsmitglied und als Kittlitzer Ortsvorsteher. "Meine Devise war immer, dass Löbau möglichst aus einem Euro sechs herausholen soll", sagt Nahrstedt und meint damit vor allem das Einwerben von Fördergeldern. Wenn dabei beispielsweise die Sanierung einer Schule in Löbaus Innenstadt schneller zum Zuge kommt als die Kittlitzer, war das für Nahrstedt kein Grund, die Sache abzulehnen. Im Gegenteil.

Prämissen: Schloss, Kita, Schule

Dennoch lagen ihm manche Themen näher am Herzen: die Sanierung des Kittlitzer Schlosses, Erhalt und Sanierung von Kindergarten und Schule, gute Bedingungen für das Kittlitzer Vereinsleben und natürlich auch die Sanierung der Straßen. Nicht alles ist "erledigt", gibt Nahrstedt zu, aber vieles. "Dass die Sanierung der Turnhalle auf dem Horken nicht geworden ist, ärgert mich wirklich", benennt er ein Beispiel.

Nicht alles, was die Kittlitzer in den Jahren bewegte, können Stadträte beeinflussen, betont Nahrstedt rückblickend noch einmal: "Die Windräder waren und sind immer ein Thema, aber da hatten wir keine Einflussmöglichkeiten." Tatsächlich aus eigener Kraft haben es die Kittlitzer hingegen geschafft, dass der ehemalige Standort der Weintraube nun gute Chancen hat, doch noch als Treffpunkt für den Ort ausgebaut werden kann.

Nicht aus Politik-Müdigkeit, sondern aus persönlichen Gründen hat der 67-Jährige nun die Niederlegung seines Mandates beantragt. Ob seinem Wunsch stattgegeben werden kann, müsse nun zunächst geprüft und im Fall des Falles vom Stadtrat beschlossen werden, bestätigt Löbaus Stadtsprecherin Eva Mentele auf Nachfrage. Die Frage des Nachrückers aus den CDU-Reihen steht anschließend an.

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