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Neusalza-Sprembergs Bahnhof wieder offen

Die Stadt gewährt Besuchern Einblick in das alte Gebäude. Aber nur für einen Tag und einen ganz besonderen Anlass.

Der Bahnhof in Neusalza-Spremberg wird bald saniert und Wohnungen eingebaut.
Der Bahnhof in Neusalza-Spremberg wird bald saniert und Wohnungen eingebaut. © Matthias Weber (Archiv)

Das wird eine Premiere: zum ersten Mal seit vielen Jahren wird die Bahnhofshalle in Neusalza-Spremberg am 26. September wieder ihre Türen öffnen. Hier werden allerdings an dem Tag keine Fahrkarten verkauft, sondern es gibt ein Konzert. Die Stadt organisiert seit einigen Jahren die Konzertreihe "Musik an unerhörten Orten". Sie öffnet damit ungewöhnliche Lokalitäten, in die Besucher sonst nicht hineinkommen. So wurde zum Beispiel schon im alten Elektrizitätswerk in Neusalza-Spremberg musiziert, bevor es abgerissen wurde. 

Nun ist der Bahnhof dran. Den hat die Stadt gekauft, um ihn zu sanieren. So wie er jetzt noch aussieht, wird er also zum letzten Mal für Besucher zu sehen sein. "Deswegen möchten wir ihn noch einmal der Öffentlichkeit zeigen. Viele Einwohner haben bestimmt noch Erinnerungen daran, was hier früher mal los war", so Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU). 

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Kein schöner Anblick mehr: der Bahnsteig. Das soll sich nun ändern.
Kein schöner Anblick mehr: der Bahnsteig. Das soll sich nun ändern. © Matthias Weber

Davon werden auch ehemalige Bahnhofsmitarbeiter an dem Nachmittag erzählen. Die Stadt hat drei ehemalige Kolleginnen ausfindig gemacht, die früher im Bahnhof gearbeitet haben. Sie sind am 26. September von 15 bis 16 Uhr vor Ort an ihrer alten Arbeitsstätte. 

Im nächsten Jahr, so hofft Bürgermeister Lehmann, soll dann die Sanierung des Bahnhofs beginnen. Lehmann ist froh, dass die Stadt nach einigem Hin und Her jetzt das Gebäude von 1875 kaufen konnte. In den letzten Jahren hatte es mehrere Besitzerwechsel gegeben, nachdem die Bahn sich nach und nach von den alten Gebäuden trennte. Obwohl die Stadt den neuen Eigentümern auch Unterstützung anbot, zum Beispiel im Hinblick auf Fördermittel zur Sanierung,  tat sich nichts. Das Haus verfiel weiter. 

Nun will die Stadt eigene Pläne umsetzen. Im Bahnhof sollen unter anderem mehrere große Wohnungen für Familien entstehen. Denn Wohnraum ist gefragt, sagt Matthias Lehmann. Die Stadt habe regelmäßig Anfragen, könne aber keine größeren Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern anbieten. 

Rund zwei Jahre soll gebaut werden, schätzt der Bürgermeister. Derzeit werden Pläne erarbeitet. Die könnten zum Jahresende schon im Stadtrat vorgestellt werden. 

Das Konzert mit dem Ensemble "Amarcord" ist bereits ausverkauft. Denn wegen Corona und des beengten Raumes in der Bahnhofshalle kann nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zum Konzert kommen. 

Der Tag der offenen Tür von 14 bis 16 Uhr kann am 26. September aber jeder besuchen. 

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