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Trauriger Fund eines kleinen Tierfreunds

Louis Nemeth aus Löbau entdeckt in der Seltenrein einen toten Biber - dabei gibt's die Tiere dort eigentlich gar nicht.

Louis Nemeth mit seiner Lieblings-Lektüre - einem Buch über Natur und Tiere.
Louis Nemeth mit seiner Lieblings-Lektüre - einem Buch über Natur und Tiere. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der kleine Louis Nemeth ist ein lebhafter und aufmerksamer Junge. Mit seiner Familie wohnt er in Altlöbau nur ein paar Schritte von der Seltenrein. Und der Bachlauf ist auch eines seiner Lieblingsreviere. Louis interessiert sich für alles, was sich in der Natur regt und bewegt. Und wenn er nicht selbst dort unterwegs ist, blättert er gerne in einem seiner Tierbücher. Doch bei einem seiner Streifzüge machte er neulich eine traurige Entdeckung.

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Und diese Entdeckung teilte Louis auch sofort per E-Mail der SZ-Redaktion mit: "Dieser tote Biber liegt in der Seltenrein in der Nähe des Teiches in Altlöbau. Ich habe ihn heute gesehen. Ich heiße Louis Nemeth und bin 5 Jahre alt", schrieb er da - ein Grund für SZ, zu recherchieren und den kleinen Bub mal kennenzulernen.

So sah Louis den toten Biber im Bachlauf der Seltenrein liegen.
So sah Louis den toten Biber im Bachlauf der Seltenrein liegen. © privat

Trauriger Fund bei der Löwenzahn-Suche

Es passierte am vergangenen Mittwoch, 7. Juli, bei einem der vielen Spaziergänge, zu dem Louis mit seiner Großmutter Ines aufgebrochen war. "Wir waren zuerst auf der Pferdekoppel", erzählt er. Auf dem Heimweg musste er noch eine dringende Futterbesorgung erledigen. "Ich wollte am Bach ein bisschen Löwenzahn für meine Schildkröte ,Kröti' pflücken, den mag sie so gern." Doch von der Brücke aus, die beim Löschteich Altlöbau über die Seltenrein führt, entdeckte er unten im flachen Wasser liegend das leblose Tier. "Zuerst dachte ich ja, es wäre ein Marder", erzählt Louis - aber nein, dafür war es dann doch viel zu groß. "Dann habe ich den platten Schwanz und die Zähne gesehen und wusste, dass es ein Biber ist", erzählt er und: "Meine kleine Schwester Klara wollte ihn noch retten. Aber fürs Retten war es zu spät."

Sofort rief er auch seine Oma hinzu. Äußerlich schien das Tier unverletzt. Auch die Oma hatte keine Erklärung für dessen Tod - aber irgendwie musste sie es ihrem Enkel erklären. "Das hat ihn schon beschäftigt", sagt Ines Nemeth - und sie hält es nicht für ausgeschlossen, dass jemand nachgeholfen haben könnte, weil sie weiß, dass sich die Nager bei Menschen manchmal unbeliebt machen. "Ich habe ihm erklärt, dass Biber auf Grundstücken auch manchmal Schaden anrichten und dass manche Menschen dann zu Kurzschlussreaktionen neigen", schildert sie. Louis' Mutter hat auch die Vermutung, dass die Trockenheit und der niedrige Wasserstand dem Biber zum Verhängnis geworden sein könnten. "Manche Menschen nehmen zum Gießen auch unerlaubt Wasser aus der Seltenrein, vielleicht ist er deshalb einfach nicht mehr da weggekommen", sagt sie.

"Schade, dass der Biber tot ist", sagt Louis. Seine Mutter hatte den Fund auch beim Landkreis gemeldet. Beim Landkreis Görlitz als unterer Naturschutzbehörde hat man auch (noch) keine Erklärung für den Tod des Bibers. "Der Unteren Naturschutzbehörde wurde ein toter Biber in der Seltenrein in Löbau mitgeteilt", erklärt das Landratsamt auf SZ-Anfrage. Der Kadaver sei ins Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz gebracht worden. Von einer Biber-Population in der Seltenrein sei der Behörde bislang nichts bekannt. "Aus diesem Bereich liegen sonst noch keine Biberbeobachtungen vor. Die nächsten bekannten Biberreviere befinden sich am Löbauer Wasser in Löbau", so die Behörde. Ungeklärt ist daher zur Stunde, ob der Biber sich einfach zu weit aus einem dieser Biberreviere herausgewagt hat, oder ob er gar dabei war, ein neues Biberrevier in der Seltenrein zu gründen.

Louis Nemeth mit seiner Oma Ines an der Stelle, wo er den toten Biber in der Seltenrein entdeckt hat.
Louis Nemeth mit seiner Oma Ines an der Stelle, wo er den toten Biber in der Seltenrein entdeckt hat. © Markus van Appeldorn

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