merken
PLUS Löbau

Im Schleichtempo über die Bundesstraße - wie lange noch?

Auf zwei Abschnitten der B99 und der B96 gilt jetzt außerorts nur noch Tempo 50 - wegen Straßenschäden. Nun sagt die Straßenbehörde, wie es weitergeht.

Symbolbild
Symbolbild © Rafael Sampedro

Nur noch mit Tempo 50 geht es seit Kurzem auf zwei Bundesstraßen im Südkreis voran: Auf der B99 zwischen dem Ortsausgang Ostritz und Bergfrieden sowie auf der B96 zwischen Eibau und Oderwitz müssen Autofahrer außerorts jetzt die Geschwindigkeit drosseln. Als Grund gab der Landkreis zunächst Straßenschäden an.

Dabei ist aber nicht die Fahrbahn selbst kaputt. Vielmehr seien Schäden an den Böschungen seitlich der Straßen festgestellt worden, teilt jetzt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit. Sie sind nicht mehr sicher, rutschen teilweise ab. Dadurch sind auch die Schutzplanken am Fahrbahnrand instabil. Würde ein Auto von der Fahrbahn abkommen, würden sie nachgeben und keinen Schutz mehr bieten. Um Unfallfolgen in so einem Fall so gering wie möglich zu halten, hat der Landkreis nun angeordnet, dass auf den beiden Straßenabschnitten nur noch 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf und das entsprechend ausgeschildert. Der Kreis Görlitz ist für die Unterhaltung der Bundesstraßen auf seinem Gebiet zuständig. Das soll so lange gelten, bis die Böschungen wieder sicher hergestellt sind, teilen die Straßenbehörden auf Nachfrage mit.

Anzeige
So meistert Ihr die internationale Zukunft
So meistert Ihr die internationale Zukunft

Im Herzen Europas ausgebildet für alle Aufgaben im Rest der Welt: Die Hochschule Zittau/Görlitz setzt mit einem neuen Studiengang Maßstäbe.

Das Lasuv hat nun geotechnische Untersuchungen beauftragt, um zu ermitteln, was die Ursachen für die Schäden an den Böschungen ist. Mit den Ergebnissen dieser Analysen rechnet das Amt zum Endes dieses Jahres. Wenn die Ergebnisse ausgewertet sind, will die Straßenbehörde die Planung für die Instandsetzung in Auftrag geben. Erst dann kann gebaut werden. Derzeit wisse man noch nicht, wie umfangreich die Baumaßnahme wird, so Franz Grossmann, Pressesprecher im Lasuv. Daher kann die Behörde auch noch keine Aussage dazu treffen, wann gebaut werden kann - und wann die Straßenabschnitte dann wieder mit Tempo 100, wie außerorts üblich, befahren werden können. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt also erst einmal auf unbestimmte Zeit - auf jeden Fall aber wohl weit bis ins nächste Jahr hinein.

Wie umfangreich die Baumaßnahme wird, hänge auch davon ab, ob die Böschungen einfach erneuert werden können oder ob ein umfangreiches Baurechtsverfahren nötig wird. Das wisse man aber erst nach den Untersuchungen.

Die Leitplanken einfach zu erneuern, ohne gleichzeitig die Böschungen instand zu setzen, würde keinen dauerhaften Erfolg bringen. Deshalb will man dafür jetzt auch kein Geld ausgeben. "Das wäre unwirtschaftlich", so Lasuv-Sprecher Grossmann.

Er betont aber, dass die beiden Streckenabschnitte ganz oben auf der Prioritätenliste des Lasuv stehen, denn immerhin handelt es sich um Bundesstraßen mit viel Verkehr.

Mehr zum Thema Löbau