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Denkmalschutz für den Stadt'l-Saal?

Dem Gebäude in Neugersdorf droht nach aktuellen Bauplänen für das Gelände der Abriss. Auf Anregung eines Bürgers hat sich nun das Denkmal-Amt damit befasst.

Das Gebäude "Stadt Zittau" mit dem angebauten Saal.
Das Gebäude "Stadt Zittau" mit dem angebauten Saal. © Matthias Weber

Noch gibt es keine Entscheidung, wie es mit dem Bauvorhaben auf dem ehemaligen Sportplatz hinterm Neugersdorfer "Stadt Zittau" weitergeht. Hier sollen laut Investoren-Plänen zwei neue Einkaufsmärkte und dazugehörige Parkplätze errichtet werden. Daran hängt auch die Zukunft des alten Saales von Stadt Zittau, der bei Generationen als Tanzlokal bekannt ist. Nach den Plänen des Bauherrn - der Edeka Nordbayern/Sachsen/Thüringen - müsste der Saal weichen

Doch inzwischen gibt es eine interessante Wendung: Denn die Diskussionen um den Saal des Veranstaltungshauses in Neugersdorf haben jetzt die Denkmalschutzbehörde auf den Plan gerufen. 

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Unter Denkmalschutz steht das Gebäude bisher nicht, es wird nicht auf der Denkmalliste geführt. Aber: Immerhin ist der Saal schon weit über 100 Jahre alt. Gebaut wurde er 1899/1900 an das bestehende Gebäude. Eine bauliche Besonderheit ist die Gewölbedecke im Inneren, die insbesondere für eine sehr gute Akustik im Veranstaltungssaal sorgt. Schon aus diesen Gründen sei er kulturhistorisch wertvoll und dürfe nicht abgerissen werden, sagt auch Christian Hille. Seiner Familie gehörte das "Stadt Zittau" früher, die Familie betrieb das Haus lange Zeit. Er selbst führte das "Stadt Zittau" noch bis in die 1990er Jahre hinein. 

Auf Anregung eines Bürgers hat sich der Denkmalschutz eingeschaltet und näher mit dem Haus und seiner Historie befasst. Das Landratsamt in Görlitz bestätigt, dass eine Bürgeranfrage vorliege, ob das Gebäude nicht unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Zuständig ist aber die Denkmalschutzbehörde auf Landesebene - also das Landesamt für Denkmalpflege in Dresden. Und von dort hat nun eine Mitarbeiterin sich das "Stadt Zittau" vor Ort angesehen. Das bestätigt das Denkmalamt auf Nachfrage der SZ. Das Ergebnis der Besichtigung: die Gutachterin befürwortet, dass der Saal in die Denkmalliste aufgenommen wird. Ist der Saal ein anerkanntes Denkmal, würde es schwieriger werden, eine Abrissgenehmigung zu erhalten. 

Voraussetzung, das ein Objekt ein Denkmal wird, ist zum einen die Denkmalfähigkeit, erklärt das Landesamt auf Nachfrage. Das bedeutet, es muss "eine geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche, städtebauliche oder landschaftsgestaltende Bedeutung haben."  Zum anderen müsse der Erhalt auch von der Bevölkerung oder Sachverständigen mitgetragen und als notwendig erachtet werden. Im Fall vom Stadt-Zittau-Saal hatten viele Einwohner Kritik zu den Abrissplänen geäußert. Auch wurden 680 Unterschriften dagegen gesammelt und im Bauamt eingereicht. 

Sind diese Kriterien erfüllt, setzt sich das Denkmalamt mit der Stadt in Verbindung. Sie bekommt die Informationen zugestellt und hat dann einen Monat Zeit, Einwände vorzubringen. Bislang ist noch keine Anfrage dazu bei der Stadt eingegangen, bestätigt Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos). 

In der Regel, so die Dresdner Denkmalbehörde,  dauert der Prozess etwa sechs Wochen, bis ein Objekt ins Denkmalverzeichnis aufgenommen werden kann. 

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