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Edeka: Was ist Löbau ein neuer Supermarkt wert?

Die Stadt verkauft jetzt die Grundstücke für den Neubau des Marktes an den Konzern. Manchem ist der Kaufpreis zu niedrig. Warum Edeka nicht mehr zahlen will.

Das ehemalige Gasthaus "Schwarzes Lamm" bleibt erhalten und wird saniert. Dahinter entsteht der neue Edeka.
Das ehemalige Gasthaus "Schwarzes Lamm" bleibt erhalten und wird saniert. Dahinter entsteht der neue Edeka. © Matthias Weber/photoweber.de

Löbau bekommt einen neuen Edeka mitten im Zentrum. Das Bebauungsplanverfahren ist auf den Weg gebracht, nun verkauft die Stadt die nötigen Grundstücke an Edeka. Darum ging es jetzt in der jüngsten Stadtratssitzung nach der Sommerpause - und vor allem um den Preis, den Edeka für die Flächen zwischen Hartmann- und Pestalozzistraße zahlen soll.

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Der erscheint einigen Stadträten zu niedrig. Mit 34 Euro pro Quadratmeter ist er angesetzt worden. Die Bodenrichtwerte lägen aber höher, sagt Bürgerlisten-Stadträtin Mercedes Krumpolt. Das Internetportal des Kreises über die Bodenrichtwerte weist für Löbau Mitte zum Beispiel teilweise 50 Euro pro Quadratmeter aus. "Selbst in Löbau Süd haben wir höhere Quadratmeterpreise. Und hier beim Edeka sprechen wir von einer viel zentraleren Lage", so Frau Krumpolt. Die Stadt solle doch noch einmal dahingehend mit dem Konzern verhandeln.

Das habe man bereits, sagt Bauamtsleiter Albrecht Gubsch dazu. Das Ergebnis: "Edeka ist nicht bereit, mehr zu zahlen." Er habe dazu eine ausführliche Stellungnahme von dem Unternehmen erhalten. Die Bodenrichtwerte würden sich ja auf alle möglichen Arten von Flächen beziehen, auch auf bebaute Flächen. Hier handle es sich aber um ein leeres, unbebautes Areal, das erst noch entwickelt werden muss, so unter anderem die Argumentation.

Stadträtin Andrea Binder, Fraktionschefin der AfD im Stadtrat betonte, sie könne diese Preisdebatte überhaupt nicht nachvollziehen. "Wir wollen ja den Investor nicht vergraulen." Edeka zahlt nun rund 195.000 Euro für die Flächen.

Stadt bekommt Geld für neuen Parkplatz

Ein weiteres Argument für den Preis: Edeka zahlt an die Stadt zusätzlich zum Kaufpreis eine Ablösesumme von 141.000 Euro für die Parkflächen, die sich jetzt noch auf dem Gelände befinden, wo der Edeka-Markt entstehen soll. An der Hartmannstraße gibt es einen öffentlichen Parkplatz. Hier parken Dauermieter, zum Beispiel Anwohner der umliegenden Straßen oder Arbeitnehmer, die täglich in Löbau ihren Jobs nachgehen. Der Platz wird aber auch von Löbau-Besuchern genutzt, denn er liegt sehr zentrumsnah.

Für die Anwohnerparkplätze ist eine Baulast eingetragen, schildert Bauamtschef Gubsch. Dadurch entstehe auch eine Wertminderung, was den Grundstückspreis angeht. Edeka benötigt nun auch diese Stellflächen, sie werden dem Bau des neuen Marktes zum Opfer fallen. Der Konzern löst 47 Stellplätze finanziell ab, die Stadt bekommt 141.000 Euro dafür. Das Geld muss sie dafür verwenden, Ersatz zu schaffen. Denn die Parkplätze werden ja auch künftig benötigt. Dafür soll er Platz an der Zollstraße, nahe dem Bahnhof hergerichtet werden, erklärt Albrecht Gubsch von der Stadtverwaltung. So ist vorgesehen, die Beleuchtung zu erneuern, Fahrstreifen mit Asphalt anzulegen. Die Stellplätze selbst sollen mit Schotterrasen befestigt werden. Auch ein Parkscheinautomat muss angeschafft werden. Die neue Parkfläche soll künftig als Anwohnerparkplatz und für Pendler sowie als öffentlicher Parkplatz genutzt werden, plant die Stadt. Damit könne man auch Pendler, die bis nach Löbau mit dem Auto fahren und dann in den Zug umsteigen, Stellplätze für ihre Autos in Bahnhofsnähe anbieten, so Gubsch.

Der Parkplatz an der Hartmannstraße fällt dem Neubau zum Opfer.
Der Parkplatz an der Hartmannstraße fällt dem Neubau zum Opfer. © Matthias Weber

Baubeginn am Edeka 2022

Doch auch die Parkplatzlösung findet im Stadtrat keine einhellige Zustimmung. Für Anwohner im neu gestalteten Wohnviertel Äußere Bautzner Straße, die hauptsächlich jetzt in der Hartmannstraße parken, sei der Weg zur Zollstraße doch sehr weit, argumentieren einige Stadträte. Warum man die Ablösesumme nicht nutze, um mehr Stellflächen an der Äußeren Bautzner Straße zu schaffen, fragt Tilo Mengel (Bürgerliste). Dafür würde das Geld nicht reichen, erklärt Albrecht Gubsch. Das sei viel aufwendiger. Der Platz an der Zollstraße sei der einzige in Löbau, wo Parkplätze in dieser Größenordnung geschaffen werden könnten.

Noch in diesem Jahr soll der Ausbau des Parkplatzes an der Zollstraße beginnen. Denn Edeka plant nach jetzigem Stand seinerseits 2022 mit dem Baustart auf dem Areal Hartmann-/Pestalozzistraße - und dann fallen die Parkplätze dort weg.

Auch diese Brachfläche auf der Rückseite des ehemaligen Gasthofs "Schwarzes Lamm" soll mit dem neuen Edeka-Bau verschwinden.
Auch diese Brachfläche auf der Rückseite des ehemaligen Gasthofs "Schwarzes Lamm" soll mit dem neuen Edeka-Bau verschwinden. © Matthias Weber/photoweber.de

Neubau greift historische Ziegelfassade auf

Wie das Bauwerk, das im Zentrum dann entstehen soll, einmal aussehen wird, daran arbeitet das beauftragte Planungsbüro gerade. Die Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde seien abgeschlossen, erklärt die Planerin. Die neuen Gebäude sollen demnach so errichtet werden, dass sie vom ehemaligen Gasthof "Schwarzes Lamm" aus nicht zu sehen sind, sondern hinter der historischen Fassade verschwinden. Das "Schwarze Lamm" wird restauriert. Aufgrund der historischen Bebauung ringsherum weicht Edeka in Löbau sogar von seiner üblichen Fassadengestaltung ab. Die ist normalerweise weiß-grau, schildert die Planerin. In Löbau will man sie stattdessen braun-rötlich gestalten und die Ziegel der alten Häuser in der aufnehmen. Das soll mittels Plattenverkleidung oder mit einer Klinkerfassade umgesetzt werden.

Die Zeichnungen, die jetzt erstellt werden, bekommt der Stadtrat dann zusammen mit dem Bauantrag vorgelegt und muss dann darüber befinden.

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