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Wo Eibau 60 Millionen Euro investiert hat

Mit Zuschüssen vom Freistaat hat der Ort in den letzten 20 Jahren allerhand sanieren können. Nun soll es im Ortsteil Obercunnersdorf weitergehen.

Von Romy Altmann-Kuehr
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Der Faktorenhof, das wohl bekannteste Denkmal in Eibau.
Der Faktorenhof, das wohl bekannteste Denkmal in Eibau. ©  Archivfoto: Matthias Weber

In den vergangenen 20 Jahren sind in Eibau zig Millionen Euro investiert worden, um den Ort zu verschönern. Seit 2002 war Eibau im Sanierungsprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz". Der Freistaat hilft mit Fördermitteln, damit Städte und Gemeinden ihre Orte auf Vordermann bringen können. Sowohl öffentliche Vorhaben werden bezuschusst, als auch Sanierungen privater Bauherren. Allerdings muss ein besonders wichtiges Gebiet festgelegt werden, für das die Förderung dann gilt. In Eibau erstreckte es sich an der Hauptstraße und dem Landwasser entlang in etwa vom Nahkauf im oberen Teil bis fast an die Ortsgrenze zu Oderwitz.

Jetzt ist das Programm ausgelaufen, Zuschüsse sind nun nicht mehr möglich. Zeit, eine Bilanz zu ziehen:

Die Eibauer Kirche ist unter anderem mithilfe des Fördergeldes saniert worden.
Die Eibauer Kirche ist unter anderem mithilfe des Fördergeldes saniert worden. © Archivfoto: Matthias Weber

76 Gebäude in Privateigentum wurden mit der Unterstützung saniert, berichtet Projektleiter Rico Linke von der Stadtentwicklung GmbH (Steg). Das Unternehmen hat das Projekt über die 20 Jahre begleitet. Hinzu kommen acht kommunale Gebäude, zum Beispiel die Trauerhalle auf dem Eibauer Friedhof oder die Kirche. Auch der Faktorenhof, das wohl bekannteste Denkmal des Ortes, hat einen Teil abbekommen.

Gehwege wurden saniert. "Das haben viele Einwohner schon wieder vergessen, dass das alles sandgeschlemmte Wege waren", so Bürgermeister Michael Görke (parteilos). Busbuchten fehlten und Überwege für Fußgänger, zählt der Bürgermeister weitere Missstände auf. Beides konnte dank der Förderung behoben werden. Auch Parkflächen wurden gebaut und Straßenbeleuchtung erneuert.

Rund acht Millionen Fördermittel sind investiert worden. "Hinzu muss man rechnen, dass jeder Förder-Euro sechs bis acht Euro aus Privatinvestition nach sich zieht", erklärt Rico Linke. "Da sind wir hier also bei um die 60 Millionen Euro, die eingesetzt wurden."

Das Förderprogramm sei ein Glücksfall für Eibau gewesen, sagt Bürgermeister Görke. Für Obercunnersdorf ist der Gemeinde jetzt ähnliches gelungen: Der Ort ist ebenfalls nach den Bemühungen der Gemeinde in ein solches Städtebau-Programm aufgenommen worden. Zwar seien die Förderbedingungen nun nicht mehr so günstig wie damals in Eibau. Helfen werde das aber auf jeden Fall, im Ort etwas zu bewegen. Aktuell sei man für die Kirche bereits an den Planungen und auch erste Privatleute hätten Interesse angemeldet.