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Ein Einbruch, der Leben kosten kann

Unbekannte stehlen in der vergangenen Nacht aus dem Feuerwehrdepot in Beiersdorf Spezial-Rettungsgerät - die Wiederbeschaffung ist schwierig.

Unbekannte Einbrecher suchten in der Nacht zum Donnerstag das Feuerwehrdepot in Beiersdorf heim.
Unbekannte Einbrecher suchten in der Nacht zum Donnerstag das Feuerwehrdepot in Beiersdorf heim. © xcitepress

Der Einbruch, der in der Nacht zu heute das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Beiersdorf traf, war nicht bloß ärgerlich und schadenträchtig - er könnte Menschenleben kosten. Denn was die unbekannten Täter ganz gezielt suchten und fanden, ist für manche Einsätze der Feuerwehr unerlässlich.

"Die Täter haben ein Fenster mit einem Brecheisen aufgehebelt und sind ganz gezielt zu einem Löschfahrzeug gegangen", sagt Beiersdorfs Wehrleiter und Bürgermeister Hagen Kettmann. Dort öffneten sie einen Rollladen und entwendeten eine Box mit einem sogenannten Rettungsset - einem akkubetriebenen hydraulischen Rettungsspreizer und einer ebensolchen Schere.

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Was die Einbrecher mit ihrer Beute wollen, ist Kettmann völlig klar: "Die nutzen das als schweres Einbruchswerkzeug", erklärt er. So wie die Feuerwehr damit bei Rettungseinsätzen in kürzester Zeit Autos zerlegen könne, wirke so ein Gerät auch an Automaten wie ein Büchsenöffner oder öffne schwere Türen. "Vor ein paar Jahren ist so ein Gerät mal bei den Kameraden in Oppach gestohlen worden und im Saarland wieder aufgetaucht", sagt Kettmann. Dort sei es auch bei Bankeinbrüchen verwendet worden.

Bis Ersatz kommt, dauert's Monate

20.000 Euro kostet so ein Rettungsset. Aber das allein ist gar nicht das Problem. "Es wurde ausgerechnet in der Zeit gestohlen, in der sich wieder Glätteunfälle auf den Straßen mehren", sagt Hagen Kettmann. Die Geräte kämen nämlich immer dann zum Einsatz, wenn es eingeklemmte Personen aus Autos zu befreien gebe. Diese Einsatzleistung kann die Feuerwehr Beiersdorf jetzt nicht mehr erfüllen. "Deshalb mussten wir sofort die Alarm- und Ausrückeordnung ändern", so Kettmann.

Bei Unfalleinsätzen mit eingeklemmten Personen müssten dann die Kameraden aus Lawalde, Oppach oder Neusalza-Spremberg ausrücken. "Das kostet natürlich mehr Zeit", sagt der Wehrleiter - und damit womöglich Menschenleben. Das Rettungsset der Beiersdorfer sei in den letzten Jahren glücklicherweise nicht zum Einsatz gekommen. "Aber mit dem Vorgängergerät haben wir bestimmt fünf Menschenleben gerettet", sagt Kettmann.

Auch schnellen Ersatz für das lebensrettende Gerät sieht Hagen Kettmann noch nicht - er glaubt, dass bis dahin Monate vergehen. Die Abwicklung mit der zuständigen Versicherung dauert nach seiner Erfahrung sehr lange. Und die Gemeinde könne nicht kurzfristig mit der Summe in Vorleistung gehen.

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