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Was aus Löbaus altem Schlachthof wurde

Die Fleischerei Richter hat in Löbau ein neues Schulungszentrum in Betrieb genommen. Dafür rettete sie besondere Teile vom abgerissenen Schlachthof.

Eric Luft (rechts) und Philipp Cyrus (links) lernen bei der Fleischerei Richter in Löbau - unter anderem auch im neuen Schulungsgebäude. In der Mitte Junior-Chef Stefan Richter.
Eric Luft (rechts) und Philipp Cyrus (links) lernen bei der Fleischerei Richter in Löbau - unter anderem auch im neuen Schulungsgebäude. In der Mitte Junior-Chef Stefan Richter. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Stefan Richter ist die Freude über das fertige neue Haus deutlich anzusehen. Stolz steht der Junior-Chef der Fleischerei Richter zusammen mit den Azubis vor dem neuen Schulungszentrum des Betriebes. Das ist auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs entstanden. Und das neue Haus, in der vor allem der Fleischernachwuchs lernen wird, hat eine Besonderheit. Die wäre ohne den Einsatz schwerer Technik nicht umsetzbar gewesen. Mithilfe eines Krans wurden zwei Skulpturen auf mittlerer Gebäudehöhe über den Türen angebracht. Der Rinderkopf und das Haupt vom Schwein wiegen jeweils 185 Kilogramm. Da brauchte es Kraft, um die Tierköpfe hoch zu hieven und einzubauen.

Nun sind sie über dem Eingang des neuen Schulungszentrums an der Breitscheidstraße zu entdecken. Symbole mit Löbauer Geschichte: Die Kunstwerke aus gebranntem Ton zierten einst den Löbauer Schlachthof, der auf dem Areal stand. Die auffallenden Plastiken wurden nach dem Abriss des rund 120 Jahre alten Schlachthofs 2017 gerettet und vom Eigentümer des Geländes - der Fleischerei Richter - aufbewahrt. Jetzt haben sie ihren neuen Bestimmungsort gefunden.

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Sanierung begann vor rund einem Jahr

Die Bronzeplastiken von der Fassade des alten Schlachthofes in Löbau hat der Eigentümer beim Abriss gerettet.
Die Bronzeplastiken von der Fassade des alten Schlachthofes in Löbau hat der Eigentümer beim Abriss gerettet. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Die Köpfe von einem Schwein und einem Rind wurden bei der Sanierung eines Gebäudes auf dem Gelände wieder angebracht.
Die Köpfe von einem Schwein und einem Rind wurden bei der Sanierung eines Gebäudes auf dem Gelände wieder angebracht. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Im März 2020 begann das Unternehmen mit dem Ausbau der „Alten Bäckerei“ auf ihrem Betriebsgelände zu einem Schulungszentrum. Das ist nun fertig gestellt. Geschäftsführer Roland Richter sagt: „Leider konnten wir bisher keine Einweihungsfeier im großen Rahmen veranstalten. Dennoch freue ich mich sehr zu sehen, dass bereits die ersten Aktivitäten stattfinden.“ Das neue Schulungszentrum ist Lernort für die Azubis.

Im sanierten Gebäude werden die Lehrlinge der Fleischerei Richter in der Praxis ausgebildet. Langfristig sei angedacht, dass die Räume auch von anderen Auszubildenden außerhalb des Unternehmens genutzt werden können, wie Marketing-Mitarbeiterin Jessica Frömmter erzählt. „Aktuell bilden wir drei Lehrlinge und einen Praktikanten aus“, sagt sie. Die jungen Leute lernen alles rund um die Fleischverarbeitung vom Abfüllen bis hin zum Zerlegen. Verarbeitet werden in der Regel Rind- und Schweinefleisch ganz regional und vor Ort zu Wurst, Steaks, Koteletts und mehr.

In Zukunft sollen auch die Verkaufs-Azubis – eine lernt im Moment bei dem Unternehmen - im Zentrum ihre praktische Ausbildung machen können. Kundengespräche, Warenpräsentation und Verkauf gehören dazu. Es gibt auch eine Schauküche. Für die jungen Leute entstand so eine moderne und schicke Ausbildungsstätte.

Außengelände wird noch gestaltet

Qualitätsmanager und Junior-Chef Stefan Richter arbeitet außerdem an neuen Kreationen für die diesjährige Grillsaison sowie Kursinhalten für Seminare und Weiterbildungen. So sind bei der Fleischerei Richter Bratwurstkurse für die Kunden geplant.

Die letzten Feinschliffe nach der Sanierung finden auf dem Außengelände rund um das Schulungsgebäude statt. Das gusseiserne Tor, das ehemals die Eingangspforte des Fleischwerkes Löbau auf dem oberen Teil des Geländes war, wurde bereits aufgearbeitet, gekürzt und eingebaut, erzählt Jessica Frömmter. Außenlaternen werden angeschlossen. Für das Grün drumherum sorgen frisch gepflanzte junge Bäume.

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