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Neueibau: Warum ist der Dorfbach lila?

Immer wieder verfärbt sich das Leutersdorfer Wasser. Anwohner vermuten einen Umweltfrevel - und haben die Behörden auf den Plan gerufen.

Der Dorfbach in Neueibau verfärbt sich immer wieder. Wie auf diesem Beispielfoto wurden deshalb auch Wasserproben genommen und untersucht.
Der Dorfbach in Neueibau verfärbt sich immer wieder. Wie auf diesem Beispielfoto wurden deshalb auch Wasserproben genommen und untersucht. ©  dpa/Symbolfoto

Das Leutersdorfer Wasser plätschert durch Neueibau, fließt weiter durch Leutersdorf und in Seifhennersdorf in die Mandau. Viele Grundstücke liegen nah an dem Bächlein. Kinder spielen im Wasser, der kleine Dorfbach mit seinem flachen Wasser ist ein beliebter Abenteuerspielplatz.

Doch seit ein paar Monaten ist die Idylle am Wasser getrübt. Wie ein Anwohner jetzt erzählt, verfärbt sich das Wasser immer wieder dunkel-lila. Auch er wohnt direkt am Leutersdorfer Wasser. Er und seine Nachbarn machen sich Sorgen: "Was ist das bloß und ist es gefährlich?", fragen sie sich. So geht das jetzt schon mehrere Monate. "Bestimmt ein halbes Jahr", schätzt der Anwohner. In Abständen verfärbe sich das Wasser immer wieder lila. Zuletzt ist das vor rund drei Wochen beobachtet worden.

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Deswegen informierten die Neueibauer die Gemeinde, riefen Feuerwehr und Polizei hinzu. Auch das Landratsamt wurde informiert. Doch was haben die Behörden herausgefunden? "Es gibt keine Information an uns Bürger", erzählt der Neueibauer Anwohner. "Wir wissen nicht, was das nun für eine Substanz ist, ob sie gefährlich ist. Hier spielen ja auch Kinder am Wasser." Sorge bereitet den Anwohnern auch, dass die Verfärbungen immer wieder auftreten.

Verursacher ist gefunden

Das Problem ist der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis bekannt, teilt die Behörde auf SZ-Nachfrage nun mit. Es sei vor Ort recherchiert worden, es gab Ortsbegehungen und Laboranalysen des Wassers, berichtet Franziska Glaubitz vom Landratsamt. Die Ursache für die Gewässerverfärbung konnte festgestellt werden, so Frau Glaubitz. Wer der Verursacher war, teilt sie aber nicht mit. Die Anwohner haben erfahren, dass die Substanz aus einem Betrieb gekommen sein soll.

Laut Wasserbehörde handelt es sich um ein Kunstharz. "Für das Produkt liegt keine Gefährdungseinschätzung für die Umwelt vor", so Frau Glaubitz. Das bedeutet: Laut Behörde ist die Substanz im Wasser ungefährlich.

Ermittlungen wurden dennoch veranlasst. "Der Verursacher sicherte bereits zu, seiner Sorgfaltspflicht im Umgang mit dem Kunstharz in Zukunft besser nachzukommen, sodass Gewässerverunreinigungen auszuschließen sind", teilt das Landratsamt mit. Und man werde das im Auge behalten, versichert die Behörde: "Die Untere Wasserbehörde wird entsprechende Maßnahmen beauflagen und deren Umsetzung überprüfen", heißt es vom Landratsamt dazu.

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