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Ist ein Kinderfänger in Eibau unterwegs?

Ein Mann hat an der Hauptstraße ein Mädchen angesprochen, wollte es nach Hause bringen. Doch die Erfahrung der Polizei mit solchen Fällen ist eine andere.

Symbolbild
Symbolbild © Patrick Pleul/dpa

Das Mädchen ist an diesem Donnerstagnachmittag auf dem Weg vom Hort nach Hause, als sie an der Hauptstraße in Eibau ein Mann anspricht. "Mama oder Papa haben gesagt, ich soll Dich heimbringen", äußert der etwa 30 Jahre alt Mann mit dunklen Haaren und auffälliger Föhnlocke. Er will sie mitnehmen. Doch das Mädchen erkennt die Situation. Sie geht sofort zu ihren Eltern und schildert das Vorgefallene. Diese informiert die Polizei und stellt einen Beitrag auf Facebook, der über einen Bekannten bis zum Freitagnachmittag 472 Mal geteilt wird. 

Fälle, wie sie eben nicht nur der Polizei immer wieder mal herangetragen werden. Beispielsweise untersuchte sie im Dezember 2018 einen Fall, bei dem ein Mann an einer Bushaltestelle an der August-Bebel-Straße in Olbersdorf ein Mädchen angesprochen haben soll. Den Schilderungen der Zehnjährigen nach war der Unbekannte aus einem grünen Auto mit Löbauer Kennzeichen ausgestiegen und auf sie zugegangen. Auch hier stieg das Mädchen nicht ein, sondern vertraute sich ihren Eltern an. Diese informierte ebenfalls die Polizei. Der Unbekannte fuhr weg. 

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Ein ähnlicher Fall trug sich Tage vorher in Neugersdorf zu. Dabei soll ein Mann aus einem Auto heraus einen Schüler gefragt haben, ob er mitkommen wolle, versprach dafür Süßigkeiten und Geld. Der Junge rannte nach Hause und berichtete seinen Eltern davon. Die Fichte-Grundschule in Neugersdorf hatte nach dem Vorfall eine Elterninformation herausgegeben. Vorsorglich tat das auch die Grundschule in Großhennersdorf. In den sozialen Netzwerken machte der Vorfall schnell die Runde. In einer Mitteilung auf Facebook hieß es, fremde Männer seien auch vor Grundschulen in Leutersdorf und Obercunnersdorf aufgetreten - dabei gibt es in Obercunnersdorf keine Schule mehr.

Oft nur Fantasie der Kinder

Doch die Polizei fand keine Hinweise zu mutmaßlichen Kinderfängern. In den allermeisten Fällen entstammten die Schilderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fantasie, erklärte sie damals. "Offensichtlich noch verstärkt durch den bereits bestehenden Hype und die Sorge mancher Eltern." Die Polizei warnte Eltern und Facebook-Nutzer, dass das Verbreiten von ungeprüften und falschen Gerüchten die Situation nur noch schlimmer machen würde. Es sei grundsätzlich falsch, derartige Geschehnisse über soziale Medien mitzuteilen, hieß es. Stattdessen die Polizei umgehend zu informieren. 

Im jüngsten Fall fahndete diese nach dem Mann und rät nun zur entsprechenden Aufmerksamkeit. Eltern sollten ihre Kinder für das Thema sensibilisieren - also darüber sprechen und ihnen erklären, wie sie sich richtig verhalten. 

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