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Wer bekommt was von den Kohlemillionen?

Jetzt ist entschieden worden, wer vom Strukturwandel-Geld profitieren soll. Vier Projekte aus Löbau-Zittau sind in dieser Runde dabei.

Die alte Webschule in Großschönau.
Die alte Webschule in Großschönau. © Matthias Weber

Welche Projekte nun zuerst von den sogenannten "Kohlemillionen" etwas abbekommen, das hat der Regionale Begleitausschuss der Lausitz jetzt entschieden.

Für den Ausstieg aus der Kohleproduktion hat der Bund Geld locker gemacht für die Regionen, die maßgeblich von der Kohle leben, wie zum Beispiel die Lausitz. Das Geld soll helfen, den Strukturwandel in den Regionen zu bewältigen. Im Raum Löbau-Zittau sollen vorerst vier Gemeinden mit Geld bedacht werden: Großschönau, Zittau, Herrnhut und Schönbach. Kommunen hatten zuvor ihre Vorhaben angemeldet, 40 Projekte in den Landkreisen Görlitz und Bautzen standen zur Entscheidung. 38 Vorhaben werden nun begünstigt, mit einer Gesamtsumme von etwa 130 Millionen Euro.

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Großschönau soll Geld bekommen für den Umbau seiner historischen Webschule. Hier will die Gemeinde nach der Sanierung eine Textile Kreativwerkstatt einrichten und damit auch an die Textilindustrie-Geschichte im Ort erinnern. Angedacht sind Angebote für Urlauber und Touristen genauso wie die Möglichkeit, künftig auch Nachwuchs für die Textilberufe auszubilden. 807.000 Euro bekommt Großschönau dafür.

Die Stadt Herrnhut bekommt Geld für die Erweiterung ihrer Kita "Krümelkiste" im Ortsteil Berthelsdorf. Die Einrichtung hat ein Platzproblem und soll deshalb einen Anbau erhalten. Nach ersten Plänen der Kommune werden sich die Kosten für einen zweigeschossigen Anbau an das alte Gebäude auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen. Mit dem Anbau soll es unter anderem den Hortkindern aus Berthelsdorf ermöglicht werden, dass alle einen Hortplatz im Ort erhalten können. Bislang können aus Platzgründen nur die Schüler der ersten und zweiten Klasse in der Einrichtung betreut werden. Die Dritt- und Viertklässler müssen nach Großhennersdorf in den Hort.

In Schönbach wird der Neubau eines Radweges gefördert, der auch den Tourismus ankurbeln soll. Zittau will in die Digitalisierung und den Tourismus investieren und erhält dafür Geld aus dem Kohlefonds.

Die Vorhaben, die der regionale Ausschuss ausgewählt hat, werden nun noch dem Freistaat Sachsen und dem Bund zur endgültigen Entscheidung vorgelegt. Erst dann kann es vor Ort losgehen.

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Viele weitere Projekte aus anderen Kommunen befinden sich noch in der Antragsphase. So beispielsweise aus Olbersdorf. Die Gemeinde will mit dem Geld unter anderem die Fernwärmeversorgung ausbauen und auf regenerative Brennstoffe umstellen, das Volksbad sanieren und Bad und Turnhalle zu einem Ganzjahresfreizeitkomplex ausbauen. Alleine 60 Millionen Euro sollen in eine zeitgemäße Umgestaltung und einen modernen Umbau des Olbersdorfer Neubaugebiets fließen, das Anfang der 1980er Jahre aus dem Boden gestampft wurde für die Olbersdorfer, die wegen des Braunkohleabbaus ihre Häuser und Höfe verlassen mussten. "Wir sind jetzt dabei, die Projektanträge zu stellen", sagt Amtsleiter Michael Noack. Die nächste Entscheidungsrunde des regionalen Braunkohleausschusses ist für den 3. November geplant. Dann soll auch über die Olbersdorfer Projekte entschieden werden.

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