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Ist die Kunst in der Kottmarbaude geschützt?

Turm und Baude auf dem Kottmar stehen unter besonderem Schutz. In der alten Gaststube gibt es aber noch ein weiteres wichtiges Detail.

In der geschlossenen Kottmarbaude gibt es auch wertvolle Kunst.
In der geschlossenen Kottmarbaude gibt es auch wertvolle Kunst. © Rafael Sampedro

Das Schicksal der Kottmarbaude bewegt viele. Immer wieder ist in Gesprächen Thema, was aus dem Areal auf dem Eibauer Hausberg wird. Auch nach der jüngsten Berichterstattung der SZ wurde in den sozialen Netzwerken dazu diskutiert. Bemängelt wird der Zustand und der Fakt, dass sich offenbar zu wenig gekümmert wird, um weiteren Verfall zu verhindern. Und, dass sich bei den nötigen Investitionen kaum jemand dafür interessieren wird. "Das ist schon traurig das mit anzusehen, denn an Besuchern würde es der Baude nicht fehlen", schreibt einer auf Facebook.

Doch um die Baude ist es nicht nur aus touristischen Gründen schade. Sie ist auch kulturhistorisch von Bedeutung. Wie der vorherige Eigentümer berichtet, existiert in der früheren Gaststube eine Deckenmalerei des Oberlausitzer Heimatmalers Max Langer, der in seinen Werken oft das Leben in der Oberlausitz dargestellt hat und vor allem für seinen Zyklus "Ein Oberlausitzer Weberleben" bekannt ist. Auch Roland Langer, der Sohn des Malers, kennt die Malerei in der Baude und bestätigt, dass sie existiert. Im Langer-Archiv hat er noch Fotos davon gefunden.

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Die Malerei in der Kottmarbaude zeigt unter anderem ein Unmgebindehaus...
Die Malerei in der Kottmarbaude zeigt unter anderem ein Unmgebindehaus... © Roland Langer/privat
... und ein Oberlausitzer Paar.
... und ein Oberlausitzer Paar. © Roland Langer/privat

Um sicherzustellen, dass sie erhalten bleibt, müsste sie in der Denkmalliste geführt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadt Löbau, der die Baude gehört, nicht gestellt und sich offenbar bislang auch noch nicht weiter mit den kulturhistorischen Details der Baude beschäftigt. Zu Kunst am Bau könne derzeit keine Aussage getroffen werden, heißt es dazu von der Stadt auf Nachfrage. Allerdings: "Ein entsprechender Antrag müsste in diesem Fall nicht gestellt werden, da das Ensemble in der Denkmalliste des Freistaates enthalten ist", erklärt Rathaussprecher Marcus Scholz. "Würde es zu baulichen Veränderungen an der Kottmarbaude kommen, müsste natürlich geprüft werden, ob solche Malereien vorhanden sind."

Ein Blick in die Liste der Kulturdenkmäler beim Freistaat bestätigt das. Der Turm, Baujahr 1881, als auch die Baude, gebaut 1882, sind inklusive des gesamten Flurstücks aufgenommen. Die Baude sei der Nachfolger eines Lusthäuschens aus dem Jahr 1827, der Aussichtsturm in Ziegelbauweise errichtet. Beides ist laut Denkmalliste bau- und ortsgeschichtlich von Bedeutung.

Das historische Kunstwerke trotz baulicher Veränderungen erhalten werden, zeigt ein Beispiel aus Neugersdorf. Dort gibt es an einem Wohnblock gegenüber vom Volksbad ein Wandbild mit Kranichen, dem Wappentier der Stadt. Das Sgraffito, das mit einer Kratztechnik auf den Putz aufgebracht wurde, stammt vom Bertsdorfer Bildhauer, Grafiker und Maler Siegfried Schreiber. Es steht ebenfalls auf der Liste der Kulturdenkmäler. Bei der Sanierung des Mietshauses vor etlichen Jahren drohte das Werk nun für immer hinter Dämmplatten zu verschwinden. Das Kunstwerk wurde gerettet, auf der Giebelseite auf eine Außendämmung verzichtet.

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