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Millioneninvestition für mehr Farbe

Der Onlineshop des "Lackierladen" boomt. Die Firma verschickt bis zu 500 Pakete am Tag und bekommt ein Platzproblem. In Ebersbach entsteht ein neuer Firmensitz.

Severine und Mario Linke vom "Lackierladen" vor ihrem neu gebauten Firmensitz in Ebersbach. Im nächsten Frühjahr soll die Firma von Schönbach hierher umziehen.
Severine und Mario Linke vom "Lackierladen" vor ihrem neu gebauten Firmensitz in Ebersbach. Im nächsten Frühjahr soll die Firma von Schönbach hierher umziehen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

So einen riesigen Erfolg hätte sich Mario Linke nicht träumen lassen, als er vor vielen Jahren seinen kleinen Handel mit Lacken und Farben gründete. Der gelernte Kfz-Mechaniker lackierte früher Autos und befasste sich deshalb berufsbedingt schon lange mit dem entsprechenden Zubehör. Daraus entstand die Idee, selbst Lacke und Farben zu verkaufen, sowie alles, was man zum Lackieren an Zubehör und Arbeitsmaterial benötigt. Heute führt seine Frau Severine den "Lackierladen". Und das Unternehmen ist in den vergangenen Monaten und Jahren mächtig gewachsen. 

So sehr, dass Linkes nun einen Neubau für das Unternehmen errichten im Ebersbacher Gewerbegebiet "Rumburger Straße". Denn das Einfamilienhaus in Schönbach, wo sie bislang arbeiten, platzt aus allen Nähten. Mit drei Mitarbeitern mischen Linkes hier Farben an, individuell nach Wunsch der Kunden. Die werden online bestellt, müssen also auch verpackt und versendet werden. Ebenso wie allerhand Zubehör, das der Lackierladen im Angebot hat. Ihre Kunden sind zum Beispiel Betriebe, Autowerkstätten- und Lackierereien, Bootsbauer, Schrauber, Metallbauer, Möbeltischler und auch Privatleute. 

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Bis zu 500 Pakete täglich versendet der Familienbetrieb inzwischen. Vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie sei der Absatz enorm angestiegen, berichten Linkes. Denn während stationäre Märkte zeitweise schließen mussten, war der Onlineshop ja immer "geöffnet". Außerdem hat der Lackierladen auch Produkte in der Angebotspalette, die seit der Corona-Pandemie für alle unverzichtbar geworden sind und dringend gebraucht werden: Schutzhandschuhe, Schutzmasken und Desinfektionsmittel. 

Immer mehr Platzprobleme

Das Wachstum bringt für die Firma aber auch Platzprobleme mit sich. Denn die 500 Pakete müssen ja zur Post. Dafür schickt die Post einen Laster zum Firmensitz nach Schönbach, der täglich die Pakete abholt. Doch der Lkw hat auf der Anwohnerstraße wenig Platz. Und auch viel mehr Lagerfläche benötigt das Unternehmen inzwischen. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es im Wohngebiet in Schönbach nicht. Deshalb entschieden sich Linkes zum Neubau in einem Gewerbegebiet. "Die Lage in Ebersbach ist hervorragend", sagt Chefin Severine Linke. 

Im Gewerbegebiet in Ebersbach entsteht derzeit auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück der neue Firmensitz. Das Gebäude steht bereits, nun geht es noch an den Innenausbau. 1,4 Millionen Euro investiert die Firma hier. Denn die bauliche Hülle wird auch mit allerhand modernen Geräten bestückt, die für Produktion und Versand nötig sind: ein Hochregallager, Lagersysteme, Gabelstapler, eine Verpackstation. Produktion, Lager und Büro werden dann künftig in einem modernen Gebäude untergebracht sein. "Da haben wir dann auch endlich die räumliche Trennung von privat und Gewerbe." 

Weitere Gewerbeflächen frei

Sehr praktisch für den Lackierladen: Auf dem Nachbargrundstück im Gewerbegebiet will die Post ein neues Verteilzentrum bauen. Das Grundstück dafür hat das Unternehmen bereits von der Stadt gekauft. "Vielleicht können wir davon profitieren und haben dann ganz kurze Wege für den Versand", sagt Severine Linke. 

Nachdem die 31 Jahre junge Unternehmerin das Grundstück schon vor zwei Jahren gekauft hatte, begann dieses Jahr im Februar der Bau ihres neuen Firmengebäudes. Und auch hier hatte Corona seine Finger im Spiel - es gab kleine Verzögerungen, weil einige Bauteile aus Italien stammen und wegen der Pandemie nicht wie geplant angeliefert werden konnten. Bis zum Frühjahr 2021, hofft Severine Linke, wird der Neubau bezugsfertig sein, sodass sie dann am neuen Standort durchstarten können. Zusätzlich zu ihren bisher drei Mitarbeitern planen Linkes auch weitere Kollegen einzustellen. 

In den vergangenen Jahren haben sich wie der "Lackierladen" etliche weitere Firmen im Gewerbegebiet niedergelassen und neu gebaut. Die Stadt bietet aber weiterhin Bauflächen auf dem Areal an, ebenso wie im Gewerbegebiet "Kamerun" im Ortsteil. Reichlich vier Hektar stehen derzeit nach Angaben der Stadt im Gewerbegebiet "Rumburger Straße" in Ebersbach noch zur Verfügung. Die Grundstücke sind zwischen 4.200 und 10.200 Quadratmeter groß. 

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