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Lautex-Altlasten verschwinden

Die Bäume an der Ebersbacher Spinnerei werden in den nächsten Wochen gefällt. Damit beginnt ein jahrelanger Prozess.

Die alte Spinnerei in Ebersbach: hier auf dem weitläufigen Gelände sollen jetzt Altlasten beseitigt werden.
Die alte Spinnerei in Ebersbach: hier auf dem weitläufigen Gelände sollen jetzt Altlasten beseitigt werden. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Auf dem Gelände der ehemaligen Lautex-Spinnerei an der Bleichstraße in Ebersbach beginnen jetzt Sanierungsarbeiten. Die alte Aschespülhalde auf dem Areal wird rekultiviert. Darüber informiert die Stadtverwaltung. Bis 1992 wurde der Standort als Lagerstätte für sogenannte Schlichteabfälle in der Textilindustrie genutzt. Sie wurden zusammen mit Braunkohleasche verspült. Diese Altlasten sollen nun beseitigt werden - ein langwieriger Prozess, der sich laut Stadtverwaltung über mehrere Jahre hinziehen wird. Verantwortlich dafür ist die Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten (Gesa) aus Berlin. 

Nun beginnen die Vorbereitungsarbeiten. Als erstes werden dazu in den kommenden Wochen auf dem Gelände Bäume gefällt. Die Bäume müssen weg, damit das Areal untersucht werden kann. Denn das ist der nächste Punkt auf der Aufgabenliste: es wird genau ermittelt, wo die Grenzen der Deponie eigentlich verlaufen und wie sich das abgelagerte Material zusammensetzt. Proben werden entnommen und chemische Untersuchungen durchgeführt, erklärt die Gesa, wie sie hier vorgehen will. Wenn die Ergebnisse vorliegen, wird ein Ingenieurbüro beauftragt, eine Planung für die Altlastensanierung zu erstellen. Das alles muss dann mit verschiedenen Behörden abgestimmt werden. Wenn alles gut läuft, könnten die eigentlichen Sanierungsarbeiten dann im übernächsten Jahr beginnen. 

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Auch wenn hier schon 30 Jahre nicht mehr gearbeitet wird, gehört die Spinnerei an der Bleichstraße zum Leben vieler Menschen dazu. Bis zur Wende haben Hunderte Menschen in der Spinnerei gearbeitet. Zu ihnen gehörten auch viele Gastarbeiter, zum Beispiel aus Ungarn. Sie haben sogar einen Verein gegründet und unternehmen regelmäßig Nostalgiefahrten zu ihren ehemaligen Arbeitsstätten. In Ebersbach haben die ehemaligen ungarischen Gastarbeiter bei einem Treffen auf dem Spree-Eck als Erinnerung einen Baum gepflanzt

Mittlerweile ist die Spinnerei an der Bleichstraße das letzte verbliebene Fabrikgebäude in Ebersbach. Die anderen wurden abgerissen. 

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