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Wie die Spreequelle schöner werden soll

Ein Hauptproblem des Denkmals in Neugersdorf: es wird oft zugeparkt. Dem will man jetzt zuleibe rücken - mit Blumen. Die Hilfe der Einwohner ist dabei gefragt.

Jana Lambrich an der Spreequelle am Volksbad in Neugersdorf. Hier soll ein erstes Projekt starten - mit neuer Bepflanzung.
Jana Lambrich an der Spreequelle am Volksbad in Neugersdorf. Hier soll ein erstes Projekt starten - mit neuer Bepflanzung. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Am Volksbad in Neugersdorf ist eine der drei Spreequellen. Und darauf sind die Anwohner auch ziemlich stolz. Das Problem nur: oft sieht man das kleine Karree mit dem schmiedeeisernen Zaun kaum. Vor allem im Sommer, wenn das Freibad gut besucht ist, parken regelmäßig Autos davor. Touristen haben dann oft Probleme, die Quelle überhaupt zu finden. Und außerdem ist das kein schöner Anblick für so ein wichtiges Denkmal, finden Anwohner.

Warum stellt die Stadt dann nicht einfach ein Parkverbotsschild auf? So einfach ist das nicht, schließlich handelt es sich um ein Denkmal. Die Verkehrszeichen müssten quer zur Fahrbahn direkt vor die Quelle gestellt werden, erklärt Stefan Halang von der Stadtverwaltung. Er ist in Ebersbach-Neugersdorf der Tourismus-Beauftragte. Das würde auch nicht schön aussehen, sagt er. Auch eine Sperrfläche davor auf dem Pflaster aufgezeichnet würde die Sache nicht optisch schöner machen. Das viel größere Problem aber: ein solches Halte- oder Parkverbot müsste auch kontrolliert werden, damit es seinen Sinn erfüllt. Und da mangelt es der Stadt an Personal, das dort Knöllchen verteilen könnte.

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Hilfe unter Nachbarn

Deswegen bahnt sich nun eine andere Lösung an - gemeinsam mit dem Neugersdorfer Verein Lebens(t)räume. Die Spreequelle soll das erste Projekt werden in der neuen Phase des Programms "Engagierte Stadt". Das ist ein Netzwerk von Kommunen in ganz Deutschland, die das Label "Engagierte Stadt" erhalten haben. Unterstützt wird das vom Bund, verschiedenen Stiftungen und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement gefördert.

Schon seit 2015 gehört Ebersbach-Neugersdorf zu den ausgewählten Städten in Deutschland, in denen sich gemeinnützige Organisationen, Stadt und Wirtschaft für ein starkes bürgerschaftliches Engagement einsetzen. Gab es zuerst noch finanzielle Unterstützung für die Gemeinden, bietet das Netzwerk jetzt vor allem Austausch, Beratung und Zusammenarbeit mit anderen Städten, erklärt Jana Lambrich. Sie ist beim Verein Lebens(t)räume beschäftigt und Ansprechpartnerin für die "Engagierte Stadt" vor Ort. Sie koordiniert auch andere ehrenamtliche Angebote, zum Beispiel die Freiwilligenagentur oder die Nachbarschaftshilfe in Ebersbach-Neugersdorf. Bei ihr können sich Einwohner melden, die Hilfe brauchen, zum Beispiel im Haushalt oder beim Einkaufen. Das sind vor allem Senioren, die allein leben. Auf der anderen Seite melden sich bei Jana Lambrich Freiwillige, die helfen wollen. Jana Lambrich bringt beide zusammen.

Was viele gar nicht wissen: Für diese Nachbarschaftshilfe gibt es sogar finanzielle Unterstützung. Das kann bis zu einer gewissen Höhe bei der Pflegekasse abgerechnet werden, wenn der Betroffene eine Pflegestufe hat. 125 Euro pro Monat beträgt dieser sogenannte Entlastungsbetrag. Diese Unterstützung im Haushalt können Pflegedienste übernehmen, aber eben auch Freiwillige und Ehrenamtliche.

Weitere Ideen sind gefragt

Jana Lambrich wird nun auch das neue Projekt der "Engagierten Stadt" koordinieren. "Dabei geht es um Lieblingsplätze der Einwohner", umreißt sie. Es gebe viele Ecken, die den Einwohnern am Herzen liegen, wo sie sich gern aufhalten. Bei vielen hapert es aber an Kleinigkeiten, an der Ordnung und Sauberkeit, es gibt Verbesserungspotenzial. "Wir wollen wissen, welches die Lieblingsorte der Einwohner sind, an denen etwas verbessert werden könnte", so Frau Lambrich. Sie denkt da zum Beispiel auch an den Spreeborn in Ebersbach. "Wir wollen da aber nichts überstülpen, sondern die Einwohner mitnehmen. Wir sind gespannt auf die Vorschläge." Denn schließlich sollen die Ebersbach-Neugersdorfer dann auch mithelfen, die Plätze zu verschönern. Arbeitseinsätze sind dazu vorgesehen. "Das geht natürlich erst dann, wenn es coronabedingt wieder möglich ist, sich in Gruppen zu treffen", so Frau Lambrich. Sie hofft, dass das im kommenden Frühjahr möglich sein wird.

Dann soll es an der Neugersdorfer Spreequelle losgehen. "Die Spreequelle haben wir uns vorgenommen, um die Sache erst einmal anzuschieben." Wenn die Leute sehen, dass sich was tut, werden sicher weitere Vorschläge kommen, ist Frau Lambrich überzeugt. Und sie weiß von Anwohnern, dass die Parkerei an der Quelle ein Ärgernis ist.

Im Frühjahr soll es losgehen

Wie aber soll das Problem nun gelöst werden? Mit Blumen, sagt Frau Lambrich. Es sei vorgesehen, Blumenkübel davor aufzustellen, damit dort niemand mehr parken kann. Bepflanzt werden sollen sie gemeinsam mit Einwohnern in einem Arbeitseinsatz. Zuvor will Frau Lambrich auch örtliche Firmen um Hilfe bitten. "Sie könnten uns mit Material oder Werkzeug unterstützen." So soll es dann auch bei anderen Projekten laufen.

Auch bei der Stadt sieht man das als die beste Lösung für die Spreequelle an, wie Tourismus-Beauftragter Stefan Halang bestätigt. "Wir schlagen eine bauliche Veränderung vor", sagt er. Das soll Autofahrern die Möglichkeiten zum Parken nehmen und die Spreequelle aufwerten.

Wer Ideen hat oder mitmachen will, kann sich bei Jana Lambrich melden. Sie hat ihr Büro im Wasserturm auf dem ehemaligen Lautex-Gelände an der Ernst-Thälmann-Straße. Frau Lambrich ist erreichbar per Telefon: 03586 3663399 oder via E-Mail: [email protected]

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