SZ + Löbau
Merken

Kottmarbewohner spenden für ihren Wald

Einwohner rund um den Berg helfen, den Wald nach der Borkenkäferplage zu retten. Forstleute arbeiten im Akkord. Doch das wird nicht reichen, sagt der Förster.

Von Romy Altmann-Kuehr
 5 Min.
Teilen
Folgen
Der Kottmar - hier ein Blick von der Schanze - ist beliebt bei Sportlern und Wanderern. Doch der Wald hat gelitten.
Der Kottmar - hier ein Blick von der Schanze - ist beliebt bei Sportlern und Wanderern. Doch der Wald hat gelitten. © SAE Sächsische Zeitung

Der Kottmar ist ein wahres Freizeitparadies. Fast immer ist der Parkplatz unterhalb des Berges gut gefüllt. Wanderer, Sportler, Kindergruppen, Pilzsucher tummeln sich hier in der Natur. Die aber hat in den vergangenen Monaten ziemlich gelitten. Wegen der Borkenkäferplage musste, wie überall, großflächig abgeholzt werden. Zurück blieben kahle Flächen und katastrophale Waldwege. Der Zustand wurde von Einwohnern auch scharf kritisiert.

Zuständig für den Kottmarwald ist die Stadt Löbau - auch wenn er eigentlich der Hausberg der gleichnamigen Gemeinde ist. Seit jeher aber ist der Kottmar Löbauer Stadtwald. Und die Stadt hat nun mit dem Aufforsten begonnen - mit Unterstützung der Kottmarbewohner. Am letzten Oktoberwochenende waren Bürger zu einer Aufforstungsaktion aufgerufen. Knapp 90 Einwohner standen parat und pflanzten unter Anleitung von Forstmitarbeitern der Stadt Löbau neue Bäume. Zwei Flächen - am sogenannten Lebeltkreuz und an der Zufahrt zum Skiheim - konnten mit insgesamt rund 3.000 jungen Bäumen bestückt werden, berichtet Stadtförster Lars Morgenstern.

3.000 Euro für den Kottmar

Finanziert wurden die Pflanzen unter anderem aus Spenden. Löbau hatte schon zu Jahresbeginn einen Spendenaufruf gestartet, um die verheerenden Waldschäden wieder in Ordnung bringen zu können - auch im Kottmarwald. Knapp 3.000 Euro sind dabei inzwischen von Einwohnern aus Kottmar auf das Löbauer Spendenkonto eingezahlt worden. Löbaus Stadtförster Lars Morgenstern freut sich über das Engagement der Kottmar-Bewohner bei der Pflege ihres Hausberges. "Der Kottmar ist mit sehr vielen Emotionen verbunden. Das hat man bei den Pflanzaktionen gemerkt", erzählt er. Die Initiative zu den freiwilligen Aktionen ging auch von den Kottmar-Bewohnern aus, erzählt er. Mehrere Gruppen hatten den Wunsch geäußert, mitzuhelfen. Die Gemeinde hatte letztlich einen Aufruf in ihrem Amtsblatt gestartet.

Gepflanzt wurden Weißtannen und Fichten. In Zukunft sollen aber auch noch jede Menge junge Stieleichen ausgesetzt werden. Förster Morgenstern erwartet demnächst wieder eine Großlieferung der Baumschule. Denn er setzt darauf, mehr Laubbäume zu pflanzen, die weniger anfällig für den Borkenkäfer sind. Fichte mag der Schädling am liebsten. Mischwald soll helfen, den Wald wieder in Ordnung zu bringen.

Löbau besonders betroffen

Löbau ist von der Borkenkäferplage besonders betroffen, denn die Stadt gehört zu den größten Waldbesitzern in Sachsen - nach Zittau und Plauen. Knapp 1.800 Hektar Wald besitzt Löbau. Nicht nur am Kottmar sind die Schäden groß. Am Donnerstag haben die städtischen Forstarbeiter mit dem Aufforsten des Löbauer Waldgebietes in Ruppersdorf begonnen, erzählt Lars Morgenstern. 14.000 Tannen und jede Menge Eichen werden hier in die Erde gebracht. Mit 120.000 Euro benennt der Löbauer Forstchef die Kosten. Die Stadt bekommt für die Aufforstung Fördermittel. Als Eigenmittel kann sie weitere Spenden einsetzen. Denn zusätzlich zu den 3.000 Euro, die speziell für den Kottmar gespendet wurden, stehen inzwischen rund 8.000 Euro für den Löbauer Stadtwald auf dem Spendenkonto zu buche.

Holz wird weiter aus dem Wald geschafft

Auch, wenn die Forstleute im Akkord arbeiten - rund 700 Bäume schaffen sie am Tag - werden noch lange nicht alle freien Flächen wieder aufgeforstet sein, sagt Morgenstern. Zu groß ist der Kahlschlag, den der Borkenkäfer verursacht hat. "Die Kahlflächen werden uns noch Jahre beschäftigen."

Zusätzlich zu den jungen Bäumen bringen die Forstmitarbeiter auch noch Saatgut aus. Das ist eine Geldfrage. Die kleinen Bäume kosten zwischen einem und zwei Euro pro Stück. Auf die Menge gesehen, die benötigt wird, kommen da immense Kosten zusammen. "Saatgut kostet uns fast nichts", so Lars Morgenstern. Immer wieder melden sich auch Kindergarten- und Grundschulgruppen an, um mit dem Förster im Wald aufzuforsten. Vor allem dann nutzt Morgenstern gern das Saatgut. Denn beim Pflanzen der jungen Bäume gibt es einiges zu beachten, damit sie gut anwachsen und gedeihen.

Derweil sind die Löbauer Forstarbeiter auch immer noch mit dem Beräumen des Holzes beschäftigt, dass aufgrund von Borkenkäferbefall gefällt werden musste. Noch immer ist nicht alles aus dem Wald geschafft. Auch auf dem Kottmar ist derzeit noch ein Harvester - eine spezielle Holzernte-Maschine unterwegs.

  • Am nächsten Sonnabend, dem 13. November, gibt es erneut eine Pflanzaktion am Kottmar, für die wieder Helfer gebraucht werden. 9 Uhr gehts los an der Alten Löbauer Straße in Walddorf. Auch 2022 sollen weitere Arbeitseinsätze folgen.
  • Auch weiterhin kann für die Wiederaufforstung des Löbauer Stadtwaldes gespendet werden auf das folgende Spendenkonto: Große Kreisstadt Löbau, IBAN DE59 8505 0100 3000 0000 10, BIC WELADED1GRL, Verwendungszweck "Stadtwald"