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Wer ist der Besitzer der "Lustigen Pfanne"?

Der Käufer der ehemaligen Gaststätte in Rosenhain kandidierte offenbar als Kieler Oberbürgermeister. Und verkauft Badezusätze.

Das ehemalige Restaurant "Lustige Pfanne" in Rosenhain an der B6.
Das ehemalige Restaurant "Lustige Pfanne" in Rosenhain an der B6. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Seit Wochen steht ein Auto an gleicher Stelle vor der ehemaligen „Lustigen Pfanne“ an der B6 in Rosenhain. Mit auffälligem Nummernschild: „SEXY“ steht da vor den Ziffern. Bewegt wurde das Fahrzeug offenbar schon lange nicht. Und auch in der Gaststätte scheint sich zumindest seit Mitte Dezember nichts zu tun, wie der Rosenhainer Ortsvorsteher Friedhelm Gerlich bedauert. Dabei gibt es einen neuen Eigentümer, wie Gerlich berichtet.

Die Gaststätte stand etwa drei Jahre lang leer und war zum Verkauf ausgeschrieben. Zu DDR-Zeiten befand sich im Anbau der Dorfkonsum. Und im Hauptgebäude wurden schon seit 1822 Speisen aufgetischt. Die „Lustige Pfanne“ hieß nicht immer so. Im Laufe zweier Jahrhunderte wechselten die Namen zwölf Mal. „Birkschenke“ war der erste Name. Nach der Wende prangten am imposanten Gebäude die Lettern „Route 6“, „Desperado“ und eben später „Lustige Pfanne“ - inklusive einer Menge Kochpfannen, die an der Seitenfassade angebracht waren. Das ist längst Geschichte, die Pfannen sind verschwunden, die Küche bleibt kalt.

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Rosenhainer sind verunsichert

Dass der neue Eigentümer die fast 200-jährige Gaststättentradition nicht wieder aufleben lässt, war den Rosenhainern schnell klar. Restaurants hätten es schwer, in Pandemie-Zeiten sowieso, stellt auch Friedhelm Gerlich fest. Aber dass mit dem Kauf des imposanten Gebäudes direkt an der Bundesstraße und kurz vor Löbau gelegen dem möglichen Verfall entgegen getreten werde, begrüßten die Anwohner. Friedhelm Gerlich hat als Ortsvorsteher den Kontakt zum Käufer aufgenommen. Das ist Stefan Kolumbuchi. Im November letzten Jahres bestätigte er gegenüber der SZ, neuer Eigentümer zu sein und auch nichts in Richtung Gastronomie zu planen. Vielmehr, so hieß es noch vor drei Monaten, gehe es bei seinem Unternehmen um Produkte für ein besseres Wohlbefinden und Gesundheit. In dieser Richtung seien auch seine Pläne. Er sei mit Umbauarbeiten und Vorbereitungen für sein Gewerbe beschäftigt.

Friedhelm Gerlich ist unsicher, ob es dabei bleibt. „Der neue Eigentümer sagte uns anfangs, er wolle eine große Bio-Firma mit Seminaren da etablieren“, erzählt der Ortsvorsteher. Das habe der Käufer wieder verworfen. Auch von einem Imbiss im Anbau sei die Rede gewesen. Und nun von Wohnungen, die er errichten möchte. In der Tat seien Wohnungen in Rosenhain begehrt, das Ansinnen demnach realistisch, so Friedhelm Gerlich. Nach Angaben des Ortsvorstehers gebe es bei Mietwohnungen in Rosenhain kaum oder gar keinen Leerstand. Bezüglich des ehemaligen Gasthauses sagt Friedhelm Gerlich: „Wir hoffen auf eine Aktivität in dem Objekt, sehen aber noch nicht wirklich eine Perspektive, da die Ideen des Eigentümers offenbar wechseln.“

Keine Aussage vom Eigentümer

Was der Besitzer nun mit der ehemaligen Gaststätte genau vor hat, bleibt unklar. Auf erneute Anfragen der SZ antwortet Kolumbuchi nicht, bricht zwei Telefonanfragen kurzerhand ab und will sich gegenüber der Zeitung nicht äußern.

Stefan Kolumbuchis Aktivitäten in seiner alten Heimat in Norddeutschland sind auf seinen eigenen Internetseiten zu finden. Einerseits kandidierte er für das Oberbürgermeisteramt in Kiel im Jahr 2003. 0,8 Prozent der Kieler Wähler gaben ihm damals seine Stimme. Damit landete er auf dem letzten der sechs Bewerberplätze. Dass es sich tatsächlich um ein und dieselbe Person handelt, bestätigt Friedhelm Gerlich gegenüber der SZ. Auf der Internetseite ist Kolumbuchis Foto als Kandidat zu sehen. Ebenso findet man Angaben zu seinem Wahlprogramm: Um Kriminalität aufzulösen, plädierte er zum Beispiel für die Freigabe von Marihuana oder dass Schwarzfahrer Monatskarten kaufen sollten. Gegen den Handel mit harten Drogen schlug er vor, dass Dealer „Arbeitsstunden in Schule oder Drogenanstalt verrichten müssen.“ Auf seiner alten Wahlkampfseite sind Verknüpfungen zum „Sonnenbaden“ und zu „Basischen Badepulver“ zu finden. Andererseits hat er ein Unternehmen. Im Online-Handelsregister ist seine Firma Bioleo e.K. mit Sitz in Goldenbek in Norddeutschland weiter als aktiv angegeben und beim Amtsgericht Kiel eingetragen. Sie vertreibt unter anderem solche Badezusätze und andere basische Produkte.

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