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Weihnachts-Geschenk für Schönbrunn: Fließend Wasser

Damit wird eines der letzten Brunnendörfer der Region an das Leitungsnetz angeschlossen - und der Bau wird viel günstiger als geplant.

Von Markus van Appeldorn
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Schönbrunn hat bald Wasserleitungsanschluss.
Schönbrunn hat bald Wasserleitungsanschluss. © Rafael Sampedro (Archiv)

Der Ortsname Schönbrunn war für die Bewohner des Weilers bei Großhennersdorf mit seinen 16 Grundstücken von Anbeginn Programm. Nie an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen, versorgten sich die Menschen dort immer aus Brunnen auf ihren Grundstücken.

Doch in den letzten Jahren fielen viele dieser Brunnen immer wieder trocken. Nicht bloß in extremen Trockensommern, sondern auch im Winter. So soll es mitunter vorgekommen sein, dass auch Menschen den Wald aufsuchten, um dort eine Notdurft zu verrichten. Davon völlig unabhängig wurden zunehmende Verunreinigungen oder Verkeimungen des Wassers zum Problem. Das war dann nicht mehr so schön. Deshalb wünschten sich die Schönbrunner den Anschluss an das Wasserversorgungsnetz. Noch vor Weihnachten nun soll es aus der Leitung sprudeln.

Das verkündete Michael Kuba, Geschäftsführer der Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungs-GmbH (Sowag), auf der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes "Oberlausitz Wasserversorgung". Die im Sommer begonnenen Verlegungsarbeiten seien bereits weit fortgeschritten. Eine kleine Ungewissheit gibt es noch, was den Anschlusstermin vor Weihnachten betrifft: "Die Lieferung einer dafür nötigen Pumpe ist für den 13. Dezember versprochen - aber das ist natürlich keine Garantie", sagt Kuba. Jedenfalls wird die Verlegung des Rohrs deutlich günstiger als ursprünglich geplant. "Statt der ursprünglich veranschlagten eine Million Euro werden wir mit 500.000 Euro hinkommen", so Kuba. Das sei zum einen dem Umstand zu verdanken, dass man die Bauleistungen zu einem günstigen Zeitpunkt ausgeschrieben habe. Das meiste Geld sparte aber eine besondere Technik ein.

Wie Teamarbeit und Technik viel Geld spart

Für die Verlegung der etwa 3,2 Kilometer langen Rohrleitung musste nämlich kaum gebaggert werden. "Mit einer speziellen Technik wurde das Rohr in den Boden hineingepflügt", erklärte Kuba. Diese Methode sei wesentlich kostengünstiger und schneller, aber wegen der jeweiligen Bodenbeschaffenheit nur selten anwendbar. Und die Sowag fand noch eine weitere Sparmöglichkeit. "Gleichzeitig mit dem Wasserrohr wurde auch noch ein Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt", sagt Kuba - so konnte man sich die Verlegungskosten mit dem Internet-Anbieter teilen.

Und mit dem Wasser bekommt Schönbrunn auch die neueste Technologie bei den Wasserzählern. "Als erster Ort im Versorgungsgebiet haben wir dort digitale Wasserzähler installiert", sagt Michael Kuba. Die ermöglichen, dass niemand mehr zum Ablesen des Wasserverbrauchs ins Haus kommen muss. Der Verbrauch ist mit einem speziellen Gerät von der Straße aus per Funksignal abzulesen. "Der Verbraucher muss auch kein Formular mehr ausfüllen", sagt Kuba. Und die Digital-Zähler ermöglichen auch eine gewisse Kontrolle. Die Schönbrunner haben sich verpflichtet, kein Wasser mehr aus ihren Brunnen zu schöpfen, sobald die Leitung da ist. Das ist mit der neuen Technologie leicht ablesbar. "Diese Kontrolle war freilich nicht der Zweck der Installation", sagt Kuba. Vielmehr wolle man die Technologie in Schönbrunn testen.