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Ein AfD-Hasser als Reifenstecher?

Der Abgeordnete Mario Kumpf vermutet hinter einer Attacke auf Autos von Mitgliedern in Neugersdorf ein politisches Motiv. Beweise gibt's dafür bislang nicht.

AfD-Abgeordneter Mario Kumpf.
AfD-Abgeordneter Mario Kumpf. © Matthias Weber (Archiv)

Einen 42-jährigen Reifenstecher hat die Polizei am Donnerstagnachmittag an der Volksbadstraße in Neugersdorf dingfest gemacht. Der erheblich alkoholisierte Mann (2,4 Promille) hatte nach Angaben der Polizei mit einem spitzen Gegenstand die Reifen mehrerer dort abgestellter Autos zerstochen und 1.000 Euro Schaden verursacht. Demnach hätten Tatzeugen den Mann festgehalten und der Polizei übergeben.

Der AfD-Abgeordnete Mario Kumpf vermutet hinter diesem Vorgang nun ein politisches Motiv. Er bezeichnet die Zerstörungstat des Mannes auf seiner Facebookseite als "Angriff auf die Demokratie!". Einige der beschädigten Fahrzeuge würden nämlich AfD-Mitgliedern gehören, die sich in einem Lokal dort zu ihrem Regionalgruppen-Stammtisch getroffen hätten. Die restlichen Geschädigten seien Mitarbeiter des Lokals. Insgesamt  seien zehn Reifen an zehn Fahrzeugen zerstochen worden. "Durch sportliche Mitglieder konnte der Täter gestellt werden", schildert Kumpf das Eingreifen der Stammtisch-Teilnehmer.

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Motiv des Täters noch unbekannt

Die Polizei bestätigt auf SZ-Nachfrage, dass "in der Nähe des Tatorts eine Veranstaltung stattgefunden" habe. Ob es sich bei den Geschädigten und den eingreifenden Zeugen um Mitglieder der AfD handele, sei derzeit polizeilich nicht bekannt und sei gegebenenfalls Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Der Staatsschutz sei derzeit nicht mit dem Vorgang befasst. Auch über das Motiv des Täters sei bislang nichts bekannt.

Im Namen des Vorstands des AfD-Kreisverbandes teilt die Löbauer Stadträtin Andrea Binder auf SZ-Anfrage zu dem Vorfall mit: "Der AfD-Kreisverband Görlitz verurteilt den Angriff, der am gestrigen Abend in Neugersdorf während eines Stammtisches auf Autos unserer Mitglieder wie auch anderer Anwesender stattgefunden hat. Wir erwarten eine schnelle Aufklärung und entsprechende Bestrafung des Täters durch die dafür zuständigen Behörden."

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