merken
PLUS Zittau

Notfallsanitäter fordern Corona-Prämie

Mehrere Berufsgruppen haben wegen der Pandemie eine Sonderzahlung erhalten. Nicht so der Rettungsdienst. Dabei haben auch sie viel mit Corona-Patienten zu tun.

Rettungssanitäter haben derzeit viel zu tun - vor allem wegen Corona.
Rettungssanitäter haben derzeit viel zu tun - vor allem wegen Corona. © Matthias Weber (Archiv)

Ärzte und Pfleger haben sie bekommen, Supermarkt-Angestellte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ebenfalls: eine Corona-Prämie. Auch mehrere Unternehmen der Zittauer Region zahlen einen solchen Bonus an ihre Beschäftigten. Eine Berufsgruppe ist bisher von der Corona-Sonderzahlung ausgenommen: der Rettungsdienst.

Rico Vogt und Toni Effenberger vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Löbau finden das ungerecht. "An viele wird gedacht, aber wir sind immer außen vor", meinen die beiden Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Dabei sind auch sie und ihre Kollegen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Tagtäglich haben sie mit Corona-Patienten zu tun. 80 bis 90 Prozent aller Einsätze betreffen die neuartige Viruserkrankung.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

"Wir müssen natürlich immer davon ausgehen, dass die Patienten Corona haben", so ASB-Rettungsdienstleiter Rico Vogt. Das führe zu einem Mehraufwand, denn die Notfallsanitäter müssen sich nach jedem Einsatz umziehen, das Fahrzeug putzen und sind meist wenig später schon wieder auf Tour. Das bedeute auch eine höhere Belastung für die Mitarbeiter.

Hinzu komme, dass das Zittauer Klinikum aktuell keine Corona-Patienten mehr aufnehme. Toni Effenberger hat deshalb schon Patienten bis Leipzig oder Halle fahren müssen, weil es erst dort einen freien Klinik-Platz gab.

400 Einsätze im Monat

So wie den ASB-Helfer geht es auch anderen Mitarbeitern von Rettungsdiensten. Jeweils etwa 400 Einsätze haben die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Zittau in den Monaten November und Dezember geleistet. Die Idee, einzelne Rettungswagen zu reinen Corona-Fahrzeugen zu machen, sei wieder verworfen worden, sagt DRK-Rettungsdienstleiter René Birnbaum.

Er wünscht sich, dass die Arbeit des Rettungsdienstes mehr gewürdigt wird. Das findet auch Björn Mierisch, der Leiter des Amtes für Brandschutz und Rettungswesen des Landkreises. "Das gehört sich so", sagt Mierisch, "Die Rettungssanitäter machen eine sehr gute Arbeit." Gleichzeitig erklärt er aber auch, dass es nicht in seiner Verantwortung liege, Prämien auszuzahlen. Das sei prinzipiell Aufgabe der Arbeitgeber, in dem Fall also der Rettungsdienste.

Das ist aber nicht möglich. Der ASB habe für eine Corona-Prämie keine finanziellen Mittel, erklärt Rico Vogt. Die Beschaffung der Schutzmaterialien wie der FFP2-Masken koste viel. Nicht anders geht es dem DRK. Die Ausgaben seien aufgrund des Infektionsschutzes explodiert. Da können finanzielle Extras nicht gestemmt werden.

Der DRK-Landesverband habe sich bereits im Frühjahr für eine Corona-Prämie für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes eingesetzt. Der Vorstoß sei aber abgeschmettert worden, sagt Birnbaum. Sollte eine der Kreistagsfraktionen einen entsprechenden Vorschlag machen, müsse darüber diskutiert und beschlossen werden, so Mierisch. Die ASB- und DRK-Mitarbeiter hoffen auch auf Unterstützung des CDU-Landtagsabgeordneten Stephan Meyer, der sich bereits für einen Corona-Bonus für Pfleger und Ärzte eingesetzt hat.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Mehr zum Thema Zittau