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Streit um ausgebüxten Rhesusaffen "Zwieback"

Affen-Besitzer Klaus Frindt aus Oppeln will das Tier zurückhaben. Doch es gibt Zweifel, ob er den Affen überhaupt hätte halten dürfen.

Von Constanze Junghanß & Markus van Appeldorn
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Rhesusaffe "Zwieback" wurde in Sohland a.R. eingefangen. Der zweite aus dem Gehege in Oppeln ausgebüxte Affe wurde auf der Autobahn überfahren.
Rhesusaffe "Zwieback" wurde in Sohland a.R. eingefangen. Der zweite aus dem Gehege in Oppeln ausgebüxte Affe wurde auf der Autobahn überfahren. © Constanze Junghanß

Im September hielten für mehrere Tage zwei Rhesusaffen die Oberlausitz in Atem. Die beiden Tiere waren ihrem Besitzer im Löbauer Ortsteil Oppeln ausgebüxt. Der eine konnte schließlich in Sohland am Rotstein eingefangen werden. Das andere Tier wurde überfahren an der Autobahn nahe Görlitz gefunden. Den überlebenden Affen "Zwieback" fordert der Besitzer zurück. Indes überprüft die Behörde, ob der Mann überhaupt Affen halten darf. Denn Klaus Frindt und seine bunte Tierwelt in Oppeln beschäftigen das Landratsamt nicht zum ersten Mal.

Im Frühjahr 2000 war die Behörde erstmals auf Frindt aufmerksam geworden - und damals ging es nicht bloß um Affen. Der Mann hielt auf seinem Grundstück außer Pavianen und Rhesusaffen auch Pumas und Löwen. Und die Haltung von Großkatzen ist in einem Wohngebiet nicht zulässig. Auf Betreiben der Behörde wurde der Raubkatzenbestand im Januar 2001 schließlich reduziert. Mehrere Junglöwen wurden an einen Tierpark verkauft. Die Affen und die zwei Pumas durfte Frindt unter Beachtung von Sicherheitsauflagen behalten - Pumas zählen zoologisch nicht zu den Großkatzen.

Rückkehr von "Zwieback" nach Oppeln fraglich

Das Affenmännchen "Zwieback" und das getötete Weibchen "Curry" hatte Frindt nach eigenen Angaben erst wenige Tage vor deren Ausbüxen erworben. Zumindest den überlebenden "Zwieback" fordert er zurück. Der Affe befindet sich nach Angaben des Landratsamtes noch in Quarantäne. Und ob er nach Oppeln zurückkommt, ist noch nicht ausgemacht. "Das Verfahren zum künftigen Verbleib ist noch nicht abgeschlossen", heißt es dazu von der Behörde. Das Landratsamt will auch keine Angaben darüber machen, wo sich "Zwieback" derzeit befindet.

Es ist nämlich fraglich, ob Frindt die beiden Rhesusaffen überhaupt halten durfte - eine Folge der damaligen Reduzierung seines Tierbestandes. "Auf Grundlage dieses Bescheides wurde eine Erweiterung des Bestandes an Raubkatzen und Affen untersagt", teilt das Landratsamt dazu auf SZ-Anfrage mit. Durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz (UNB) sei damals vorrangig die Abschaffung der Raubkatzenhaltung und Maßnahmen zu deren sicheren Verwahrung durchgesetzt worden. Klaus Frindt gab gegenüber SZ an, bis vor fünf Jahren noch einen Löwen gehalten zu haben. "Der UNB ist nicht bekannt, dass bis noch vor fünf Jahren ein Löwe im Bestand gewesen sein sollte", teilt das Landratsamt dazu mit.

Immer wieder Anzeigen

Nach SZ-Informationen befindet sich "Zwieback" im Görlitzer Tierpark. Warum dort immer noch eine Quarantäne andauert, dazu äußert sich das Landratsamt nur knapp: "Die Anordnung bezieht sich inhaltlich auf tierseuchen- und tierschutzrechtliche Aspekte", heißt es. Weitere Auskünfte könnten nicht erteilt werden. Während ihrer Flucht gab es jedenfalls keine Hinweise, dass die beiden Rhesusaffen auf irgendeine Weise krank seien. Vor einem Berühren der an sich handzahmen Tiere wurde nur deswegen gewarnt, weil so ein Affe natürlich auch zubeißen kann.

Fraglich ist nun, was mit den beiden noch bei Frindt verbliebenen Affen passiert, die er schon länger hält. "Die derzeitigen Bedingungen zur Haltung werden durch die UNB und das Veterinäramt auf die neuen Anforderungen an die Haltungsbedingungen geprüft. Anschließend wird über die zukünftige Haltung entschieden", teilt die Behörde dazu mit. Artenschutzrechtlich, das heißt in Bezug auf die Nachweispflicht der Besitzberechtigung der beiden Rhesusaffen, lägen der UNB vollständige Unterlagen vor. Nach SZ-Informationen soll es immer wieder Anzeigen gegen Frindt wegen dessen Tierhaltung gegeben haben. "Es haben Vorortkontrollen aufgrund von Anzeigen stattgefunden", bestätigt das Landratsamt, teilt aber nichts zum Ergebnis dieser Kontrollen mit. Klaus Frindt war für eine Stellungnahme für SZ nicht erreichbar.