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Was wird aus der Schlechteberg-Aussicht?

Soll hier gebaut werden dürfen oder nicht? Diese Grundsatzfrage hat die Stadt jetzt beantwortet. Im Blick hat sie dabei auch die Humboldtbaude.

Der Blick zum Schlechteberg in Ebersbach.
Der Blick zum Schlechteberg in Ebersbach. ©  Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Darf der Schlechteberg in Ebersbach bebaut werden und wie? Um diese Frage dreht sich ein Kapitel im Regionalplan. Momentan darf laut des Plans die Aussicht nicht verbaut werden, das Areal ist als Vorranggebiet Kulturlandschaft ausgewiesen. Das heißt, großflächige Bebauung wie Sportanlagen oder Ferienhäuser, die das Landschaftsbild verändern, dürfen dort nicht errichtet werden. So sieht es der Regionale Planungsverband vor, der den Plan erstellt - und damit vorgibt, wie sich die Region der Landkreise Görlitz und Bautzen entwickeln soll. 

Nun gibt es aber ein Problem mit dem Schlechteberg, wie Jörg Weichler vom Planungsverband unlängst erklärte. Weil der Aussichtsturm weg ist und damit auch die weite Aussicht nicht mehr vorhanden, ist der Schutzstatus in Gefahr. Zumindest müsse man überlegen, ob er aufrecht erhalten werden soll. Dazu sollte sich auch die Stadt positionieren. 

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Bis heute, zum 2. Oktober, konnte die Stadt Ebersbach-Neugersdorf eine Stellungnahme dazu abgeben. Die hat die Stadt eingereicht. Denn sich nicht dazu zu äußern, das kam nicht infrage, betont Bürgermeisterin Verena Hergenröder. "Wir haben ja selten genug die Möglichkeit dazu." 

Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Stadt nicht daran gelegen ist, den Schlechteberg als Kulturlandschafts-Vorranggebiet zu erhalten. Das hat ganz pragmatische Gründe: Sie versucht derzeit erneut, die Humboldtbaude auf dem Berg zu veräußern und einen Investor zu finden, der dem Gebäude wieder Leben einhaucht. Allzu strenge Regularien, was die Bebauung angeht, könnten zukünftigen Plänen für die Baude und das Umfeld entgegen stehen. "Eine Ausweisung als Vorranggebiet Kulturlandschaftsschutz sollte unter diesen Gesichtspunkten überprüft werden", heißt es in der Stellungnahme der Stadt. 

Das bedeutet: Wenn der Planungsverband der Empfehlung folgt und den Schutzstatus aufhebt, wäre auch größere Bebauung möglich. Die Stadt wünscht sich vielmehr einen Mittelweg: Man solle den Schlechteberg lieber als so genanntes Vorbehaltsgebiet deklarieren. Das würde bedeuten, es darf nicht alles gebaut werden, sondern müsste im konkreten Fall geprüft werden. Im Zweifel hätte der Landschaftsschutz dann doch Vorrang. 

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