merken
PLUS Löbau

Stadt'l-Abriss: Wie es jetzt weitergeht

Anstelle des einst beliebten Tanzsaales in Neugersdorf soll ein Einkaufszentrum entstehen. Dass es so kommt, wird immer wahrscheinlicher - trotz Widerstand.

Das "Stadt Zittau" in Neugersdorf mit dem Saal-Anbau.
Das "Stadt Zittau" in Neugersdorf mit dem Saal-Anbau. © Matthias Weber

Aus Sicht der Stadt spricht nichts gegen den Bau zweier neuer Einkaufsmärkte auf dem Stadt-Zittau-Areal in Neugersdorf. Das ist das Ergebnis der jüngsten Beratung dazu im Stadtrat von Ebersbach-Neugersdorf am Montagabend.

Um die Baupläne auf dem Stadt-Zittau-Gelände gibt es seit Monaten Debatten - Edeka Nordbayern/Sachsen/Thüringen will hier ein Einkaufscenter errichten mit einem Edeka-Markt und einem Aldi. Einwohner wollen zum einen nicht, dass der Saal des Veranstaltungshauses abgerissen wird. Sie hängen an dem Traditionshaus. Denn er müsste weg, um die Pläne umsetzen zu können. Andererseits sind Gegner der Meinung, dass Neugersdorf nicht noch einen zusätzlichen Markt braucht.

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

Zu den Plänen wurde eine Sammelpetition eingereicht, an der sich etliche Unterzeichner beteiligt hatten, zusätzlich gab es 13 Einzelpetitionen, berichtet Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos). Mit den Petitionen hat sich der Stadtrat jetzt beschäftigt. Das waren einige der Kritikpunkte und so hat sich die Stadt dazu geäußert:

Märkte sollen nicht ins Gewerbegebiet

Vonseiten der Kritiker tauchte unter anderem die Frage nach alternativen Standorten für die neuen Märkte auf. Das habe Edeka geprüft, so Bürgermeisterin Hergenröder. Es habe auch Überlegungen gegeben, wie sich Edeka am jetzigen Standort in Neugersdorf an der Fröbelstraße erweitern könnte. Das Ergebnis: Eine Erweiterung ist hier nicht möglich. Auch andere Flächen in der nötigen Größe und in zentraler Lage gebe es nicht. "Und wir wollen auch nicht, dass die Märkte ins Gewerbegebiet ausweichen", so Verena Hergenröder.

Eine andere Nachnutzung für den Saal zu finden, hält die Stadt ebenfalls für ausgeschlossen. Das sei außerdem nicht Aufgabe der Stadt. "Uns liegen auch keine Nutzungskonzepte vor, über die wir beraten könnten", so die Bürgermeisterin. Heißt: Wenn niemand eine schlüssige Idee für den Saal hat, ist es auch nicht sinnvoll ihn auf Biegen und Brechen zu erhalten. Zumal es mit den Bauplänen von Edeka eine Nachnutzung für das Gelände gibt und Eigentümer Ernst Lieb bereit ist, für diesen Zweck zu verkaufen.

Die Kritiker zweifeln unter anderem auch das Einzelhandelskonzept an. Das hatte die Stadt erstellen lassen, um eine Übersicht zu haben, wie sich die Stadt beim Handel weiter entwickeln kann, was sinnvoll ist. An der Expertise hat die Stadt selbst aber keine Zweifel. Da haben Experten mitgewirkt, so Bürgermeisterin Verena Hergenröder. Außerdem beruhen die Erkenntnisse unter anderem auf Befragungen von Bürgern und die Daten stammen vom Statistischen Landesamt. "Da steht viel Erfahrung dahinter", sagt die Bürgermeisterin. Laut dem Einzelhandelskonzept steht dem Bau des neuen Einkaufszentrums ebenfalls nichts im Wege.

So geht es jetzt weiter:

Ein zweiter Planentwurf wurde nun erarbeitet. Eine wichtige Änderung zur ersten Version: Die Bleichenstraße soll verlängert werden bis an die Hauptstraße heran. Diese Durchfahrt hat es früher schon einmal gegeben. Sie ist für die Zu- und Abfahrt zu dem künftigen Einkaufsgelände notwendig. Außerdem stehen noch zwei Varianten zur Debatte, wie der Verkehr hier entlang geführt werden soll: mit Gegenverkehr oder als Einbahnstraße.

Vom 10. Mai bis zum 18. Juni werden die Pläne zu dem Bauvorhaben nun noch einmal in der Stadtverwaltung ausgelegt und es besteht erneut die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Allerdings weist die Bürgermeisterin darauf hin, dass die Kritikpunkte, die bereits im ersten Verfahren angesprochen und für erledigt erklärt wurden, jetzt nicht mehr berücksichtigt werden können.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]ächsische.de oder [email protected]ächsische.de

Mehr zum Thema Löbau