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Wegen Sturm: Trilex fährt nicht mehr

Schuld ist Sturmtief "Ignatz", das seit Donnerstagmorgen über Deutschland zieht. In Zittau richtet der Sturm großen Schaden an.

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Die Feuerwehr muss wegen des Sturms abgebrochene Äste und umgeknickte Bäume an den Bahnstrecken beseitigen.
Die Feuerwehr muss wegen des Sturms abgebrochene Äste und umgeknickte Bäume an den Bahnstrecken beseitigen. © dpa/Symbolfoto

Aufgrund des anhaltenden Unwetters fahren ab sofort keine Trilex-Züge mehr, die Länderbahn hat sich entschlossen, den Verkehr einzustellen. Darüber informiert das Unternehmen am Donnerstagmittag. "Die Sicherheit unserer Fahrgäste und unseres Personals hat Priorität."

Betroffen sind auch die Strecken Dresden-Görlitz, die über Löbau führt, und der Abschnitt Zittau-Dresden über das Oberland.

Bereits seit den Morgenstunden fuhren die Trilex-Bahnen mit verminderter Geschwindigkeit, berichtet Länderbahn-Sprecher Eugen Rubinstein. Diese Maßnahme sei vorsorglich getroffen worden, damit die Chance besteht, im Gleis liegende Äste und Bäume rechtzeitig zu erkennen, erklärt er. Dadurch gab es teilweise massive Verspätungen von bis zu 60 Minuten. An einigen Stellen behinderten auch schon Äste und umgebrochene Bäume den Verkehr. Feuerwehren sind laut Länderbahn-Sprecher Rubinstein im Einsatz.

Inzwischen hat sich die Lage zugespitzt. Die Züge fahren nun nach Möglichkeit noch mit verminderter Geschwindigkeit bis zu ihrem Endbahnhof. Sollte es erforderlich sein, bleiben sie jedoch zur Sicherheit der Fahrgäste auf ihren letzten Unterwegsbahnhöfen stehen. Es sei nicht möglich, kurzfristig Busnotverkehr zu organisieren, informiert die Länderbahn. Das Personal kümmere sich bei Bedarf um die Fahrgäste.

Das Unternehmen bittet Fahrgäste, geplante Reisen zu verschieben oder abzusagen. Das Sturmtief beeinflusse den gesamten Bahnverkehr in Deutschland, sodass auch alternative Reiserouten nicht garantiert werden können.

Wegen des Sturmtiefs "Ignatz" gilt auch für den Landkreis Görlitz eine Warnung vor schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 104 Kilometer pro Stunde. Besonders heftig soll es gegen Mittag werden. Gefahren gehen vor allem von abgebrochenen Ästen, entwurzelten Bäumen, herabfallenden Dachziegeln und herum fliegenden Gegenständen aus, warnt der Wetterdienst. Die Warnstufe gilt bis 18 Uhr.

Sturm reißt Fotovoltaikanlage ab

Den größten Schaden im Südkreis hat "Ignatz" auf einer Baustelle in der Zittauer Schrammstraße angerichtet. Dort zerstörte der Sturm die komplette Fotovoltaikanlage eines noch in Bau befindlichen Wohnhauses. Wie ein ungeordneter Haufen von Puzzlestücken türmten sich die teils zertrümmerten Solarpaneelen auf. Der Schaden dürfte in die Zehntausende gehen. Personen kamen nach Angabe der Rettungsleitstelle nicht zu Schaden.

Die Feuerwehren im Südkreis hatten am Donnerstagnachmittag gut zu tun - ganz überwiegend wegen umgestürzter Bäume oder abgesplitterter Äste, die auf Straßen gefallen waren. So knickten in Löbau ein Baum an der Äußeren Bautzner Straße sowie an der August-Bebel-Straße am Bahndamm ab. Ein weiteres Mal musste die Löbauer Wehr an die Brücke der Jugend ausrücken. Dort waren Teile eines Baumes auf einem Grundstück in den Verkehrsraum abgeknickt. Weitere umgestürzte Bäume beseitigten die Feuerwehren in Beiersdorf, Eiserode sowie vor dem Naturbad Schlegel. In Eichgraben beschädigte der Sturm ein Gewächshaus. Auch in Zittaus Nachbarorten Bogatynia und Hradek musste die Feuerwehr Baumhindernisse beräumen. Zur Höhe der entstandenen Schäden gibt es zur Stunde noch keine Angaben.

Die Fotovoltaikanlage eines Einfamilienhauses in Zittau wurde komplett zerstört.
Die Fotovoltaikanlage eines Einfamilienhauses in Zittau wurde komplett zerstört. © Matthias Weber/photoweber.de

Gegen 16 Uhr wurde die Löbauer Feuerwehr an den Promenadenring alarmiert. Dort hatte der Sturm das Ziegeldach des leerstehenden ehemaligen Gebäudes der SED-Kreisleitung beschädigt. Dachschindeln drohten hinabzustürzen. Kameraden der Feuerwehr beseitigten die Gefahr unter Einsatz der Drehleiter. (SZ)

Von der Drehleiter aus entfernen Feuerwehr-Kameraden die gefährlichen Dachschindeln.
Von der Drehleiter aus entfernen Feuerwehr-Kameraden die gefährlichen Dachschindeln. © Markus van Appeldorn
Während des Einsatzes war der Promenadenring für den Verkehr gesperrt.
Während des Einsatzes war der Promenadenring für den Verkehr gesperrt. © undefined