merken
PLUS Löbau

Wer wütet am Wanderweg?

Steffen Golbs kümmert sich in Ebersbach ehrenamtlich um die Wanderwege. Immer öfter ärgert er sich dabei über blinde Zerstörungswut.

Wegewart Steffen Golbs mit einem zerbrochenen Schild vom Werner-Andert-Weg am Schlechteberg. Golbs kümmert sich ehrenamtlich um die Beschilderung - und stellt immer wieder Vandalismus fest.
Wegewart Steffen Golbs mit einem zerbrochenen Schild vom Werner-Andert-Weg am Schlechteberg. Golbs kümmert sich ehrenamtlich um die Beschilderung - und stellt immer wieder Vandalismus fest. © Matthias Weber/photoweber.de

Seit einem Jahr ist der Ebersbacher Steffen Golbs Wegewart in seinem Heimatort. Die Stadt suchte für diese Tätigkeit Einwohner, die das ehrenamtlich übernehmen. "Ich bin oft am Schlechteberg unterwegs", erzählt Steffen Golbs. Und dachte sich, da kann er gleichzeitig auch etwas Nützliches tun und übernahm das Ehrenamt für den Ortsteil Ebersbach. In seiner Freizeit ist er nun regelmäßig unterwegs, um auf den ausgewiesenen Wanderwegen nach dem Rechten zu sehen. Er kontrolliert zum Beispiel, ob die Wegweiser noch intakt sind, bessert sie aus, wenn es nötig ist. Immer wieder mal ist er aber auch mit der Schere im Wald unterwegs, um freizuschneiden, wenn sich Gräser und Sträucher allzu breit machen.

Anzeige
Festivalstimmung in der Lausitz
Festivalstimmung in der Lausitz

80 Veranstaltungen an 50 Orten: Das Lausitz Festival will Kultur erlebbbar machen. Mit Vielfalt, bekannten Namen und dem feinen Gespür für Zwischentöne.

Denn der Schlechteberg ist ein beliebtes Ausflugsziel - auch bei den Einheimischen. "Sie nutzen am liebsten den Werner-Andert-Weg", erzählt der Wegewart. Der führt einmal rund um den Schlechteberg und bietet schöne Aussichtspunkte, von denen man bis ins Zittauer Gebirge und ins Böhmische Bergland schauen kann.

Sogar die Pfähle herausgerissen

Immer öfter hat sich Steffen Golbs aber in letzter Zeit furchtbar geärgert bei seinen Gängen durch den Wald. Denn Zerstörungswütige treiben offenbar ihr Unwesen am Schlechteberg. Mehrere Hinweisschilder sind zerstört worden, berichtet Golbs und auch an einer Schutzhütte am Werner-Andert-Weg sind Schäden zu verzeichnen.

"Beim ersten Schild dachte ich noch: na ja, da hat sich ein Halbstarker abreagiert." Dann aber entdeckte Steffen Golbs immer mehr zerstörte Schilder am Werner-Andert-Weg. Teilweise waren sogar die Pfähle, an denen die Wegweiser befestigt sind, herausgerissen. Da müsse man schon Gewalt anwenden, um die herauszubekommen, sagt Golbs. "Und das an Stellen, wo man erst einmal hinwandern muss." Er fragt sich, weshalb Zerstörungswütige sich diese Mühe machen. Gerüchteweise hat Steffen Golbs gehört, dass sich dort Leute mit Mopeds und Motorrädern herumtreiben sollen. "Das wäre zumindest eine Erklärung, wie sie dorthin kommen. Mit dem Auto wäre das jedenfalls kaum machbar", sagt der ehrenamtliche Wegewart.

Das Problem mit dem Vandalismus besteht nicht nur in Ebersbach. Im Ortsteil Neugersdorf hat Johannes Herzog die Aufgabe als ehrenamtlicher Wegewart übernommen und ist dabei hauptsächlich im Neugersdorfer Stadtwald aktiv. Auch er hat unlängst neue Schilder für die Wege im Stadtwald angefertigt und die alten, verwitterten ausgetauscht, Bänke repariert, alte aufgearbeitet. Und auch Johannes Herzog berichtet immer wieder von zerstörten Wegweisern. Im Stadtwald wurde sogar schon ein großes Vogelhaus entwendet, das ein Hobby-Holzbauer gebaut hatte.

Das sei schon frustrierend, wenn diese freiwillige Arbeit so mit Füßen getreten wird, sagt der Ebersbacher Steffen Golbs.

Ebersbacher Rundweg fast fertig

Die ehrenamtlichen Wegewarte machen trotzdem weiter. Die zerstörten Schilder am Schlechteberg hat Steffen Golbs ersetzt. Diese Kosten für das Material übernimmt die Stadt.

Den Ebersbacher Rundweg hat er jetzt außerdem komplett erneuert. Die rund zwölf Kilometer lange Tour durch Ebersbach gab es schon, allerdings waren die Schilder in die Jahre gekommen und nicht mehr schön. Die Stadt hat neue anfertigen lassen, Steffen Golbs hat sie alle neu angebracht und dabei ein paar Änderungen auf der Streckenführung vorgenommen. "Das hat ganz schön Arbeit gemacht", erzählt er. Etwa 100 Schilder sind für den Rundweg nötig. "Denn er führt ja durch die Stadt, da muss man an jeder Ecke und jeder Kreuzung einen Wegweiser aufstellen." Zu seiner ehrenamtlichen Arbeit gehört es auch, den richtigen Platz für die Schilder zu finden, sodass Wanderer es gut erkennen können und auch den richtigen Weg finden.

Mehr zum Thema Löbau