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Wie der Trilex-Lokführer den Unfall erlebte

Als der Mann den Sattelschlepper auf dem Gleis sieht, leitet er eine Notbremsung ein. Länderbahn erklärt, warum auch Technik den Unfall nicht verhindern konnte.

Der Zusammenstoß eines Trilex mit einem Sattelzug in Neusalza-Spremberg ging noch mal glimpflich aus.
Der Zusammenstoß eines Trilex mit einem Sattelzug in Neusalza-Spremberg ging noch mal glimpflich aus. © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Am Dienstagmittag (9. Februar) kam es an einem Bahnübergang nahe des Bahnhofs in Neusalza-Spremberg zu einem dramatischen Zusammenstoß zwischen einem Trilex und einem Sattelzug. SZ sprach mit Länderbahn-Notfallmanager Jan Hielscher zu den Ursachen des Unfalls.

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Herr Hielscher, wie kam es zu dem Unfall?

Tatsächlich hatte sich die Schranke des Bahnübergangs regulär geschlossen, weil der LKW einige Meter neben dem Bahnübergang im Gleis stand. Dem Lokführer wurde daher nicht signalisiert, dass das Gleis an dieser Stelle blockiert war.

Wie funktioniert die Sicherung eines solchen Bahnübergangs?

Der Zug löst in einem gewissen Abstand vor dem Bahnübergang automatisch das Einschalten der technischen Sicherung aus. Der Abstand des Einschaltpunktes zum Bahnübergang ist abhängig von der auf der Strecke gefahrenen Geschwindigkeit. Auf diesem Streckenabschnitt sind das 90 Stundenkilometer. Kurz nach dem Einschaltpunkt zeigt ein Signal an der Strecke dem Lokführer an, ob der Bahnübergang befahren werden darf. Ist das nicht der Fall, muss der Lokführer den Zug durch eine Schnellbremsung zum Halten bringen.

Wie war es konkret am Unfalltag?

Das Überwachungssignal hat dem Lokführer angezeigt, dass der Bahnübergang befahrbar ist. Der Zug ist dann vor dem Bahnhof aus einem langen Bogen herausgekommen, etwa 200 Meter vor dem Bahnübergang. Als der Lokführer den Sattelzug dann dort gesehen hat, hat er sofort eine Schnellbremsung eingeleitet und gesandet, um die Bremskraft zu erhöhen.

Wie schnell steht ein Zug bei einer solchen Schnellbremsung?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da viele Faktoren hier reinspielen. Die etwa 200 Meter, welche dem Lokführer nach dem Erkennen des LKW zur Verfügung standen, um den Zug zum Halten zu bringen, reichen jedenfalls nicht aus.

Wie hat sich der Lokführer verhalten, als er merkte, dass er den Zusammenstoß nicht mehr verhindern kann?

Er hat die Schnellbremsung eingeleitet und sich in Sicherheit gebracht. Der Lokführer hat in dieser Situation alles richtig gemacht. Nachdem der Zug kurz nach dem Zusammenstoß zum Stillstand gekommen war, hat er sofort einen Notruf an den Fahrdienstleiter Bischofswerda abgesetzt. Das löst eine Alarmkette aus.

Wie geht es dem Lokführer und der Zugbegleiterin?

Die beiden sind körperlich Gott sei Dank unverletzt geblieben - aber stehen natürlich unter Schock. Sie sind auch noch nicht wieder im Dienst.

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