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Sie sind die guten Feen im neuen Wohnpark

Zwölf Kolleginnen kümmern sich künftig in der neuen Johanniter-Tagespflege im Oberland um Senioren. Der Millionen-Neubau hat aber noch viel mehr zu bieten.

Das ist ein Teil des Teams in der neuen Tagespflege der Johanniter: Pflegedienstleiterin Anke Glaß (links) und ihre Kolleginnen. Die Tagespflege im "Wohnpark Spreequelle" öffnet ab Oktober.
Das ist ein Teil des Teams in der neuen Tagespflege der Johanniter: Pflegedienstleiterin Anke Glaß (links) und ihre Kolleginnen. Die Tagespflege im "Wohnpark Spreequelle" öffnet ab Oktober. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Anke Glaß und ihre Kolleginnen haben alle Hände voll zu tun - obwohl ihre neue Arbeitsstätte noch gar nicht an den Start gegangen ist. Am 1. Oktober eröffnet die neue Tagespflege der Johanniter Unfallhilfe im "Wohnpark Spreequelle" in Ebersbach. Anke Glaß ist hier die Pflegedienstleiterin. Wenn es im Oktober losgeht, muss alles fertig und an seinem Platz sein. Deswegen sind sie und ihre Kolleginnen schon jetzt am Einräumen, Kisten auspacken und Putzen. Künftig werden sie hier jeden Tag bis zu 24 Senioren tagsüber betreuen. So viele Plätze hat die neue Tagespflege.

Die älteren Menschen werden morgens zu Hause abgeholt, verbringen den Tag in der Tagespflege und gehen am Nachmittag wieder nach Hause. In den neuen Räumen hat die Tagespflege viel Platz, um sich zum Beispiel um Demenzkranke in separaten Gruppen zu kümmern. Das soll auch Angehörige entlasten, die sich tagsüber nicht selbst um Oma oder Opa kümmern können und sie gut versorgt wissen wollen. Das Holen und Bringen erledigt der hauseigene Fahrdienst der Johanniter. Jeder kann natürlich auch selbst in die Tagespflege kommen. 

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Tatsächlich haben auch schon Bewohner der umliegenden Blocks im Oberland Interesse angemeldet, die Tagesbetreuung in Anspruch zu nehmen. "Sie können dann sozusagen in Pantoffeln zur Tagespflege", sagt Daniel Füssel und lacht. Er ist Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Oberland" Neugersdorf, der Bauherr des Riesenprojekts im Oberland - des Wohnparks "Spreequelle" in der Oswald-Richter-Straße. Zuvor waren hier Wohnblocks abgerissen worden. Denn im Oberland, wo die WBG einer der großen Hauptvermieter ist, ergab sich ein zunehmendes Problem: Die allermeisten der mehrstöckigen Neubaublocks haben keine Fahrstühle. Für ältere Menschen wurde das Wohnen hier beschwerlich.

Viele leben aber schon Jahrzehnte hier, finden im Wohngebiet eine gute Infrastruktur vor mit Ärzten, Apotheke, Friseur, Einkaufsmarkt. Die meisten wollen schlicht nicht weg aus ihrem gewohnten Wohnumfeld. Und da hatte die WBG die Idee mit dem Wohnpark für Senioren. Das Konzept: Es gibt seniorengerechte Wohnungen, die die WBG vermietet. Zusätzlich sind die Johanniter als Mieter im Haus mit der Tagespflege und einer Sozialstation für den ambulanten Pflegedienst. Von hier aus fahren die Schwestern und Pfleger zu ihren Patienten. 30 Angestellte werden in der neuen Sozialstation beschäftigt sein. Die bisherige Station in Ebersbach auf der Schulstraße bleibt parallel erhalten, sagt Kerstin Rokitta, Kreisvorstand bei der Johanniter Unfallhilfe.

Zusätzlich gibt es im Erdgeschoss einen großen Raum für alle: das Quartierscafé. Dort wollen die Johanniter künftig Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen anbieten - und zwar öffentlich für alle. Jeder kann hier einkehren. Daniel Füssel und Kerstin Rokitta vermuten, dass viele ältere Oberlandbewohner das gern nutzen werden, um nicht selbst kochen zu müssen und außerdem unter Leute zu kommen. Das Essen beziehen die Johanniter aus dem Pflegestift Oberland, wo täglich frisch gekocht wird. 

Zudem wird der Raum auch für Veranstaltungen dienen und kann gemietet werden. Als Betreuung für das Quartierscafé wird noch ein Mitarbeiter eingestellt. Er wird gleichzeitig die Funktion eines Empfangsmitarbeiters haben und Gäste an einem zentralen Tresen im Eingangsbereich begrüßen und den Weg weisen. 

Das ist der neue Wohnpark für Senioren:

Die Hausherren im Wohnpark: Kerstin Rokitta ist die Chefin der Johanniter Unfallhilfe. Daniel Füssel ist Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft "Oberland". Sie hat den Wohnpark gebaut. 
Die Hausherren im Wohnpark: Kerstin Rokitta ist die Chefin der Johanniter Unfallhilfe. Daniel Füssel ist Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft "Oberland". Sie hat den Wohnpark gebaut.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
26 seniorengerechte Wohnungen sind mitten im Wohngebiet Oberland in Ebersbach entstanden. Alle haben einen Balkon oder eine Terrasse. 
26 seniorengerechte Wohnungen sind mitten im Wohngebiet Oberland in Ebersbach entstanden. Alle haben einen Balkon oder eine Terrasse.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Es gibt Anderthalb- und Zweiraum-Wohnungen. 
Es gibt Anderthalb- und Zweiraum-Wohnungen.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Im vorigen Sommer stand der Rohbau zum neuen Wohnpark, rund ein Jahr dauerte dann noch der Innenausbau. Die Nachfrage gibt der WBG und ihrem Wohnparks-Konzept recht: Schon vor der endgültigen Fertigstellung sind nur noch zehn der insgesamt 26 Wohnungen frei. Sie sind seniorengerecht und haben alle einen Balkon oder im Erdgeschoss eine Terrasse. Die Mieter können den Pflegedienst der Johanniter selbst hinzubuchen, müssen das aber nicht. "Das sind Mietwohnungen, nicht vergleichbar mit einem Pflegeheim", erklärt Daniel Füssel von der WBG. Das sei ja das gute an dem Konzept: Die Menschen könnten in ihren eigenen vier Wänden leben, hätten aber Anschluss und die Sicherheit, dass sich im Notfall jemand um sie kümmern kann. Und Kerstin Rokitta ergänzt aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Arbeit mit älteren Menschen: "Viele wollen noch nicht in ein Heim und entscheiden sich deshalb lieber für so eine Wohnform." 

5,1 Millionen Euro hat die WBG in den Wohnpark investiert - ganz ohne Fördermittel. Mieter müssen für eine 1,5-Raum-Wohnung 360 Euro bezahlen, hinzu kommen 60 Euro Servicepauschale. Diese Pauschale ist für Zusatzleistungen im Haus, wie zum Beispiel den Empfangsmitarbeiter gedacht. Für eine Zwei-Raum-Wohnung sind 560 Euro Miete zu zahlen, hier beträgt die Servicepauschale 100 Euro, wenn die Wohnung zu zweit bewohnt wird. 

Auch die Wohnungen werden wie die Tagespflege zum 1. Oktober offiziell übergeben. Dann können die ersten Mieter einziehen. "Das schaffen wir", sagt Daniel Füssel. Inzwischen fehlen auch drinnen nur noch Kleinigkeiten. Errichtet wird zudem draußen auf dem Parkplatz noch eine Ladestation für Elektroautos, die der Johanniter-Pflegedienst im Einsatz hat. 

Bald wollen die WBG und die Johanniter das neue Haus auch öffentlich zeigen, bei einem Tag der offenen Tür. Der soll - so es die Corona-Lage zulässt - am 31. Oktober stattfinden. 

Anfragen an Anke Glaß und ihre Kolleginnen von der Tagespflege können Interessenten schon jetzt loswerden: 03586 3681920

Für die Vermietung ist die Wohnungsbaugenossenschaft "Oberland" Neugersdorf der Ansprechpartner. 

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