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Bernstadts Kämmerin hört auf

Lolita Eifler hat in den 42 Dienstjahren einiges erlebt. Besonders die Ansiedlung von Birkenstock wird ihr in Erinnerung bleiben.

Lolita Eifler kümmerte sich 42 Jahre um die Finanzen von Bernstadt.
Lolita Eifler kümmerte sich 42 Jahre um die Finanzen von Bernstadt. © Matthias Weber/photoweber.de

Zwei Währungsunionen machte Lolita Eifler mit, sah die Ostmark und die D-Mark verschwinden und später den Euro kommen. Damit verbunden war für sie jedes Mal die Umstellung der kompletten Buchhaltung der Stadt Bernstadt. Mit deren Finanzen hatte die Kämmerin 42 Jahre lang zu tun. Sie dürfte eine der dienstältesten Kämmerer im Kreisgebiet sein, hat Stadträte und Bürgermeister kommen und gehen sehen, mehrere Wahlen als Wahlvorstand begleitet, die Eingemeindung von Kemnitz, Altbernsdorf und Dittersbach mit erlebt und später die Zusammenlegung der Verwaltungsgemeinschaft mit Schönau-Berzdorf.

Nun geht die Mutter von zwei erwachsenen Kindern in den wohlverdienten Ruhestand. Am Donnerstag räumt die 63-Jährige ihren Schreibtisch im Bernstädter Rathaus. Noch einiges muss sortiert werden. Viel angesammelt habe sich über diese lange Zeit. Ist auch das erledigt, gibt die Amtsleiterin den Schlüssel ab und ihr Nachfolger übernimmt. Einige Urlaubstage sind noch offen. Ab dem 1. Februar beginnt ihre reguläre Rentenzeit.

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Einmal im Jahr zum Wandern

Eigentlich wäre Lolita Eifler schon gern eher etwas kürzer getreten. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen, wie sie sagt. Mehr als vier Jahrzehnte Schreibtischarbeit sind im Rücken zu spüren. Eine verkürzte Arbeitszeit hätte die Bernstädterin gern gehabt, um einen körperlichen Ausgleich zu schaffen. "Vom Arbeitgeber war das aber leider nicht gewollt", bedauert sie. Bis zuletzt arbeitete Lolita Eifler 40 Stunden die Woche und trotzdem auch gern, wie sie erzählt.

Nach so vielen Jahrzehnten Arbeit in und für eine Kommune bleiben Erinnerungen hängen. Die schönen vor allem möchte sie bewahren. "Wir sind ein wirklich gutes Kollektiv gewesen und auch außerhalb haben wir nach unserer Arbeitszeit immer wieder mal was gemeinsam unternommen", erzählt sie. Geburtstage, Weihnachten und Fasching gefeiert beispielsweise. Einmal im Jahr fuhr Lolita Eifler mit ihren Kollegen übers Wochenende zum Wandern. Das seien Dinge, die sie mit Sicherheit vermissen wird. Gut erinnern kann sie sich auch noch an ihre Zeit als ganz junge Frau. "Da kam der damalige Bürgermeister auf mich zu und meinte, dass die Stadt einen Jugendclub braucht", sagt sie. Gesagt, getan. Unter der Regie von Lolita Eifler wurde der Jugendclub ins Leben gerufen. Später lernte sie im Club ihren Mann, Elektromeister Christian Eifler, kennen.

Birkenstock als markantes Erlebnis

Als besonders markantes Erlebnis hat sich ihr die Ansiedlung von Birkenstock eingebrannt. Welch ein Glück für die Gemeinde! "Da habt ihr ja einen riesigen Steuerzahler im Ort", wurde oft betont. Doch durch Investitionen des Unternehmens musste die Kommune zwei, drei Jahre später Steuern zurückzahlen, "die höher waren, als unser Haushaltsvolumen". Da war guter Rat teuer. Birkenstock habe sich außerordentlich kulant gezeigt, die Rückzahlung gestundet, vom Freistaat habe es eine Zuweisung gegeben. Das war in den 90er Jahren, wie sich die Kämmerin erinnert. Schon lange sind diese Schulden beglichen. "Aber damals waren wir zwei Jahre fast nicht mehr handlungsfähig", sagt sie. Das ist Geschichte und damit Vergangenheit. Für die Kämmerin bricht nun eine neue Zeit an.

Auf ihr Rentnerdasein freut sich Frau Eifler sehr. "Ich habe dann endlich mehr Zeit für unsere drei Enkel, will auch etwas Sport machen", sagt sie. Gymnastik in der Sportgruppe, laufen und Fahrrad fahren gehören zu den Dingen, die sie plant. Und der Garten kommt dann so richtig zum Zuge. Die Blumen machen ihr besonders viel Freude. Ist Corona irgendwann vorbei, will die Kämmerin reisen. Ihre Heimat Deutschland gemeinsam mit ihrem Mann noch besser kennen lernen, mal nach Griechenland und Italien fliegen.

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