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Aufwärmen in der Mitropa? Fehlanzeige!

Reisende warteten vor 65 Jahren im Bahnhof Eibau wegen einer langen Zugverspätung bei großer Kälte von -30 Grad vergeblich auf einen heißen Trunk.

Der Mitropa-Speisewagen von außen.
Der Mitropa-Speisewagen von außen. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Donnerstag, den 9. Februar 1956, frühmorgens, Bahnhof Eibau. Der Zug aus Dresden in Richtung Zittau: Verspätung unbestimmt! Zähneklappernd – man liest an diesem Morgen 30 Grad unter Null vom Thermometer ab – bewegt sich ein Menschenstrom nach dem Wartesaal. Der Wartesaal, seines Zeichens Gaststätte der Mitropa, füllt, besser gesagt überfüllt, sich.

Alle, die da sitzen oder stehen, sehnen sich nach einem warmen Trunk. Doch dieser Wunsch geht nur bei jenen in Erfüllung, die dem „schönsten Platz“, der Theke, am nächsten sind. Alle anderen, weiter Entfernten, bleiben unbefriedigt, obwohl sie mehr als zwei volle Stunden in dieser „gastfreundlichen Stätte“ verweilen müssen.

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„Fräulein, einen Grog!“, „Bitte eine Brühe!“. Alle diese Rufe verhallen ungehört im Raum. „Es muß doch auch jemand an der Theke sein“, entschuldigt sich die junge Kollegin, die allein den vielen Gästen gegenübersteht.

Nun wagen böse Zungen zu behaupten, daß zu anderer (wärmerer!) Tageszeit drei Personen für das Wohl der Gäste zur Verfügung stünden. Wenn das der Fall ist, dann waren die zwei Fehlenden an diesem kühlen Morgen bestimmt dem Winterschlaf zum Opfer gefallen. Nebenbei gesagt: Auf Kosten der Werktätigen! Wenn der geschilderte Fall vergangene Woche noch zweimal seine Wiederholung erfuhr, dann sollte sich die Mitropa trotz der Kälte „warme“ Gedanken darüber machen, wie dieser Uebelstand abgestellt werden kann.

Entdeckt in der Sächsischen Zeitung, Kreisausgabe Löbau, vom 17. Februar 1956

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