merken
PLUS Löbau

Das Ende der Eibauer Molkerei

Warum vor 30 Jahren der Genossenschaftsbetrieb für immer schloss.

Symbolbild
Symbolbild © dpa

An der Obercunnersdorfer Straße in Eibau, dort, wo heute die Spedition Priebs ihren Hauptsitz hat, produzierte von 1945 bis 1990 die im Zweiten Weltkrieg gebaute Eibauer Molkerei. Zur Molkereigenossenschaft Zittau-Löbau gehörend, hatte sie in den letzten Jahren der DDR etwa 100.000 Einwohner der damaligen Kreise Löbau und Zittau mit Frisch- und Mischmilch, mit Schlagsahne und saurer Sahne versorgt. Im Herbst vor 30 Jahren jedoch kam das Aus.

Rund 30 Beschäftigte verloren ihre Arbeit, weil absehbar war, dass der Betrieb in der Marktwirtschaft keine Überlebenschancen hatte. Die Löbauer Ausgabe der „Sächsischen Zeitung“ listete damals die Gründe für die Stilllegung auf: Erstens gab es keine Subventionen mehr, die die Preise der Milcherzeugnisse stützten. Zweitens wurde der Markt mit Milch und Milchprodukten aus westlicher Produktion überschwemmt. Mit ultrahocherhitzter H-Milch, die mehrere Monate haltbar war, konnte man bei den Verbrauchern im Osten punkten. Drittens zeichnete sich ab, dass die Molkerei Eibau auf einer Investruine sitzen blieb. Ein neues Heizhaus war im Bau, dass auch die benachbarte Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft versorgen sollte. Doch die LPG zog sich durch die Wende aus dem Vorhaben zurück. Für die Molkerei allein hätte sich das Projekt nicht mehr gelohnt.

Anzeige
Das große NeißePark-Adventsgewinnspiel!
Das große NeißePark-Adventsgewinnspiel!

Preise im Gesamtwert von über 2.000 € - Jetzt beim Adventsgewinnspiel vom NeißePark in Görlitz mitmachen

Zudem scheiterten Überlegungen für neue Milchprodukte an nicht vorhandenen Investmitteln und an der nicht mehr zeitgemäßen Bausubstanz und Ausrüstung. Somit wurde laut SZ der schwere Entschluss gefasst, „die gesamte Milchproduktion dem Zittauer Betriebsteil zu überlassen, den Eibauer zu schließen und das Grundstück zu verkaufen“.Der SZ-Beitrag über das Molkerei-Ende schloss aus Eibauer Sicht mit keinem rosigen Blick in die Zukunft: „Bis 1992 will die Sachsenmilch AG bei Dresden einen neuen Molkereibetrieb bauen, der wohl modernste in Europa wird es werden. Wie soll daneben das kleine Eibauer Werk existieren“, fragte die Autorin. 

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Löbau