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Wo die Waldfee den Müll abholt

Die kreiseigene Entsorgungsgesellschaft hat ihre orangen Autos mit neuer Werbung bestückt. Die Reklame-Plätze sind begehrt, aber nur für wenige erreichbar.

Dieser Müllwagen darf einem durchaus Spanisch vorkommen.
Dieser Müllwagen darf einem durchaus Spanisch vorkommen. © Quelle: VHS

Wo die Waldfee als nächstes den Müll abholt? Das kann Mario Scholz so spontan nicht sagen. Aber, das eines der Müllfahrzeuge seit neustem mit dem Spruch "Hola! Die Waldfee (26) lernt jetzt Spanisch" unterwegs ist und damit für die Kurse der kreiseigenen Volkshochschule wirbt, das kann der Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft des Landkreises, EGLZ, bestätigen. Und nicht nur das.

Seit Ende Juni fahren weitere Entsorgungsfahrzeuge als rollende Werbebotschafter durch die Orte. Neben den bereits seit Längerem eingegangenen Werbe-Partnerschaften mit dem Theater, dem Trixi Ferienpark und der Zittauer Schmalspurbahn sind nun drei weitere Motive hinzugekommen. "Wir werben jetzt auch für die Volkshochschule, die Musikschule und die Christian-Weise-Bibliothek an unseren Fahrzeugen", bestätigt Scholz und zählt damit die Einrichtungen auf, die unter dem Dach der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH (Kuweit) versammelt sind.

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Gefragt sind die Werbeflächen auf dem knalligen Müll-Orange durchaus, schließlich werden sie von vielen Menschen gesehen: "Unsere Müllwagen sind überall im Kreis im Einsatz", erklärt der Geschäftsführer der kreiseigenen Entsorgungsgesellschaft EGLZ. Feste Strecken für ein Fahrzeug gebe es nicht, die Autos seien von Nord bis Süd immer wechselnd unterwegs. Eine unschätzbarer Vorteil bei der Werbung in eigener Sache. Denn, das ist der Punkt: "Wir vergeben unsere Flächen nur an Partnerbetriebe des Landkreises", betont der EGLZ-Chef. Will heißen: Nur kreiseigene Unternehmen werden angefragt, ob sie die Müllwagenfläche nutzen wollen. Andere Interessenten haben bislang keine Chance.

Trotz unschlagbarer Vorteile - Diskussionen darüber, ob das nun anrüchig ist, gab es durchaus. "Ja, als das Angebot kam, haben wir erst einmal ein bisschen diskutiert", gibt Volkshochschul-Chef Matthias Weber zu. Am Ende aber war die Idee eines Kollegen, einfach mit dem spanischen Hola! zu werben und die dazu passende Umsetzung der Löbauer Werbeagentur Pai so überzeugend, dass sich die Volkshochschule gern mit dem Müll herumkutschieren lässt.

Die Motive an den Müllwagen - sowohl an denen mit der runden Trommel, die vorrangig den Biomüll einsammeln, als auch an den klassischen Müllwagen - ist als dauerhafte Werbung gedacht. "Im Schnitt laufen unsere Autos acht bis zehn Jahre", sagt Mario Scholz. Immer dann, wenn ein neues Auto angeschafft werden muss, gibt es wieder neue Flächen, die zu vergeben sind. "In diesem Jahr sind wir erst einmal durch, aber im nächsten Jahr, da gibt es sicherlich wieder Möglichkeiten", sagt er. Und vielleicht entscheidet sich dann auch die Volkshochschule für ein zweites Motiv - so wie Theater, Schmalspurbahn und Trixi Ferienpark es bereits getan haben.

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