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Bilanz eines Friedensrichters: Der Einigungswille schrumpft

Günter Peterlein war 15 Jahre lang ehrenamtlich Friedensrichter. Er erzählt, womit er es vor allem zu tun hatte und wie sich die Streitkultur verändert hat.

Von Anja Beutler
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Günter Peterlein lebt in Kunnersdorf bei Bernstadt. Er war 15 Jahre Friedensrichter und ist froh, dass er diesem Begriff oft gerecht werden konnte.
Günter Peterlein lebt in Kunnersdorf bei Bernstadt. Er war 15 Jahre Friedensrichter und ist froh, dass er diesem Begriff oft gerecht werden konnte. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wie packt man es an, wenn man einen Streit unter Nachbarn dauerhaft schlichten soll? Günter Peterlein lächelt verschmitzt. 15 Jahre lang war er für Bernstadt und Schönau-Berzdorf der Friedensrichter und anfangs hat er sich darüber oft den Kopf zerbrochen. Bis er jedem neuen Beschwerdeführer zu Beginn auftrug: "Schreiben Sie doch einmal mit ihren Worten auf, worum es konkret geht und was Ihr Einigungsziel ist", erzählt der 75-Jährige und fügt hinzu: "Manche sind dann nicht mehr wiedergekommen." Vielleicht auch, weil sie gemerkt haben, dass sie den Grund für den Ärger gar nicht wirklich benennen können. Wenn aber die Betroffenen etwas aufgeschrieben haben, dann ging es in den allermeisten Fällen um Wegerecht und Grundstücksangelegenheiten, meist mit verwandtschaftlichen Banden verknotet, was es noch dringender machte, möglichst sachlich vorzugehen.

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