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Löbau

Wer hilft der "Schlauen Eule"?

Am Löbauer Gymnasium geben Schüler anderen Nachhilfe. Zur weiteren Finanzierung kann jeder beitragen - und erhält dafür mehr als ein Dankeschön.

Am Löbauer Gymi geben Schüler sich bei Problemen gegenseitig Nachhilfeunterricht. Eine Schülerfirma organisiert das.
Am Löbauer Gymi geben Schüler sich bei Problemen gegenseitig Nachhilfeunterricht. Eine Schülerfirma organisiert das. © dpa

Schulische Nachhilfe ist auf dem freien Markt teuer. Je nach Bedarf kann da monatlich für die Eltern ein bis zu dreistelliger Betrag anfallen. Professionelle Nachhilfelehrer müssen schließlich bezahlt werden. Das Löbauer Gymnasium geht einen anderen Weg, um Schüler, die in dem einen oder anderen Fach Schwierigkeiten haben, zu unterstützen. Die "Lehrer" sind die Schüler selbst. "20 bis 25 Schüler der Klassen 9 bis 12 bieten an unserer Schule Nachhilfe an", sagt Max Hilse, der Vorstand der Schülerfirma "SchoolCompany", die seit 2020 das schon länger verfügbare kostenlose Nachhilfeprogramm "Schlaue Eule" betreut.

Profitiert haben davon jährlich etwa 40 bis 50 Schüler, die Unterstützung beim Lernen brauchten. Die jungen "Lehrer" leisten dafür vier bis fünf Stunden ehrenamtliches Engagement. Pro Woche immerhin. Ein hoher Aufwand ist das.

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Durch die Corona-Situation wurde alles etwas komplizierter. "Man kann sich ja nicht mehr so gut persönlich treffen", erzählt Max Hilse. Digitale Angebote der Nachhilfe gebe es zwar. Die würden nur nicht so stark nachgefragt, weil die Schüler bereits im Homeschooling viele digitale Angebote bekamen. Nichtsdestotrotz besteht das Angebot weiter, wenngleich die Organisation nun etwas aufwendiger sei. "Wir wollen das Angebot durch Mails und Konferenzen am Laufen halten", sagt Max Hilse.

Bisher über "Genial sozial" finanziert

Für die jungen "Lehrer" gab es bereits eine kleine finanzielle Entschädigung – finanziert aus dem Projekt "Genial sozial". Drei bis fünf Euro pro Stunde waren das. Bedeutend weniger, als der Stundensatz eines Nachhilfelehrers, wie die Geschichts- und Mathelehrerin Maria Niemz betont. Das Geld ist auch kein Lohn, sondern soll vielmehr ein "kleines Dankeschön" und eine Wertschätzung sein.

Das Projekt "Genial sozial" fiel wegen der Pandemie zuletzt aus. Für ihr Engagement sollen die "Lehrer" aber auch weiter eine Anerkennung bekommen. Deshalb startete Maria Niemz eine Spendenaktion für dieses und kommendes Schuljahr. Das Crowdfunding-Projekt läuft über die Spendenplattform der Volksbank Löbau-Zittau und der SZ im Internet. Gestartet ist es am 12. April und läuft noch bis 25. Juni. Acht Spender sind bisher dabei, über 350 Euro bereits zusammengekommen.

Maria Niemz und die Gymnasiasten freuen sich über jeden, der die Aktion unterstützt. Denn Nachhilfe in dieser Form sei noch viel mehr, als das bloße Vermitteln von Lernstoff. "Es gibt einen Mehrwert auch innerhalb der Nachhilfe", sagt die Lehrerin. Jahrgangsübergreifende Kontakte entstünden und teils Freundschaften. So oder so war das Projekt in der Vergangenheit von Erfolg gekrönt: "Durch die Nachhilfe sind die Schüler weitergekommen", erzählt Maria Niemz. Anfragen gebe es auch jetzt für diese besondere Lernform. Obwohl die Voraussetzungen dafür im Moment nicht so einfach seien, soll die "Schlaue Eule" unbedingt fortgeführt werden.

Dankeschön für Spende

"Es ist uns wichtig, diese Form der Wertschätzung für die Nachhilfelehrer beibehalten zu können, um noch viele weitere Generationen am Gymnasium zu fördern", sagt Maria Niemz. Wer das Ganze unterstützen möchte, bekommt dafür auch eine Gegenleistung. Je nach Höhe der Spende gibt es einen Einkaufschip mit Schul- oder persönlichem Logo oder eine Führung durch die Astrokuppel. Wer bereit ist, ab 65 Euro zu spenden, erhält einen 3-D-Scan mit der Büste des eigenen Kopfes.

Die Schülerfirma hat nämlich neben der "Schlauen Eule" noch weitere Abteilungen. Das sind unter anderem die "Astrokuppel", eine "3-D-Druckabteilung" und das "Schülercafé", dessen Eröffnung aufgrund der Pandemie-Situation noch verschoben werden musste.

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