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Neugersdorfer Brandstifter sagt vor Gericht aus

Bei der Schilderung des Angeklagten heute vor dem Landgericht wird deutlich, dass er von anderen nur sehr schwer zu erreichen ist. Laut Anklage soll er in die Psychiatrie.

Am 3. Oktober 2019 brannte in Neugersdorf ein Umgebindehaus ab. Jetzt steht fest: Es war Brandstiftung.
Am 3. Oktober 2019 brannte in Neugersdorf ein Umgebindehaus ab. Jetzt steht fest: Es war Brandstiftung. © Feuerwehr

Die Rauchwolke am 3. Oktober 2019 in der Neugersdorfer August-Bebel-Straße war weithin sichtbar. Damals brannte ein Umgebindehaus lichterloh. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte das bei ihrem Eintreffen bereits in Flammen stehende Gebäude nicht mehr retten - trotz des Einsatzes von 45 Kameraden und zehn Fahrzeugen. Seit Montagmorgen ist nun auch sicher, dass der Bewohner des Hauses, dem es gemeinsam mit einem Bruder auch gehört, es selbst angezündet hatte. Er gestand dies vor dem Landgericht Görlitz.

Allerdings trug bereits die Staatsanwältin in ihrer Anklage vor, dass der 59-jährige Angeklagte, der seit jenem Tag im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in Arnsdorf untergebracht ist, schuldunfähig sei. Es läge eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie vor. Bewahrheitet sich das, vor allem im psychiatrischen Gutachten, kann der Mann nicht bestraft werden: keine Schuld - keine Strafe. Weil der Angeklagte für die Gemeinschaft aber gefährlich sei, soll er dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden, forderte die Staatsanwältin. Entscheidend wird also jenes Gutachten, dass Jörg Kühne, Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie des Arnsdorfer Krankenhauses, vortragen wird.

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Trotz allem wird vor Gericht auch der Sachverhalt noch einmal aufgeklärt. Auch hierbei wurde allerdings deutlich, dass es sehr schwierig ist, vom Angeklagten verwertbare Informationen zu erhalten. Letztlich räumte er aber ein, an einer Stelle im Haus den Brand gelegt zu haben, nicht wie in der Anklage an drei Stellen. Grund sei persönliche Verzweiflung gewesen. Vor allem von seinem Bruder habe er sich im Stich gelassen gefühlt, sagte der Mann. Als es begann zu brennen, wollte er nur noch weg und verließ das Haus.

Vor Gericht antwortete der Angeklagte meist in einem teilweise unverständlichen Kauderwelsch, immer wieder große Sprünge machend, die oft auch nichts mit dem in der Gerichtsverhandlung behandelten Vorwurf zu tun hatten. Deutlich mehr Klarheit dürfte das Gericht deshalb aus den Zeugenaussagen gewinnen und natürlich aus dem psychiatrischen Gutachten. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann ist nach jetzigem Stand auch mit einem Urteil zu rechnen.

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