merken
PLUS Löbau

Löbau: Welche Partei stellt OB-Kandidaten?

Nach dem Rücktritt von Dietmar Buchholz ist klar: Noch dieses Jahr wird ein Nachfolger gewählt. Und schon jetzt steht fest: Es gibt nicht nur einen Anwärter.

Für Löbaus Rathaus wird ein neuer Chef gesucht.
Für Löbaus Rathaus wird ein neuer Chef gesucht. © Rafael Sampedro

Die Nachricht vom Rücktritt des Löbauer Oberbürgermeisters Dietmar Buchholz kam überraschend. Noch in diesem Jahr muss nun ein neuer OB gewählt werden, nicht erst turnusmäßig 2022. Da drängt sich die Frage auf: Wer könnte es werden? Wer hat Interesse, die Stadt in den nächsten Jahren zu führen, wer das Zeug dazu?

Christine Schlagehan ist bereits bei der letzten OB-Wahl vor sechs Jahren gegen den Amtsinhaber angetreten. Sie kandidierte für die FDP. Knapp 36 Prozent der Löbauer Wähler stimmten damals für sie. Hat sie nun wieder Ambitionen, erneut zu kandidieren? Schlagehan, auch Kreisvorsitzende der FDP, bestätigt, dass die Partei auf jeden Fall einen Kandidaten aufstellen werde. Gedanken dazu gemacht habe sie sich, auch im Hinblick auf die nächste reguläre OB-Wahl, die im nächsten Jahr stattgefunden hätte. Wer der FDP-Kandidat sein wird, dazu will sie sich noch nicht konkret äußern. Da hätten auch die Parteikollegen noch mitzureden. "Derjenige muss ja erst vom Ortsverband aufgestellt werden." In jedem Fall muss die FDP dann Unterstützungsunterschriften für ihren Kandidaten sammeln. Denn sie ist nicht mehr im Stadtrat vertreten.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Nicht nur deshalb werden Wahlvorbereitungen und Wahlkampf für alle Beteiligten in diesem Jahr ungewöhnlich. Auch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen bringen einige Schwierigkeiten mit sich. "Unter normalen Umständen hätte man nach so einer Nachricht wie dem OB-Rücktritt gesagt: Wir treffen uns mal auf ein Getränk und besprechen das", so Frau Schlagehan. Das ist jetzt nicht möglich. Die Parteikollegen können nur telefonieren oder sich bestenfalls digital "treffen", zum Beispiel in einer Videokonferenz. Frau Schlagehan geht davon aus, dass sich die Parteikollegen zur Nominierung auch persönlich zu einer Veranstaltung treffen dürfen. Es müsse natürlich darauf geachtet werden, dass genug Platz ist, um Abstand zu halten und dass die Corona-Regeln eingehalten werden. Allerdings wird es auch eine Schwierigkeit werden, einen Versammlungsort zu finden, sagt sie. Sämtliche Gaststätten sind zu. "Und ob uns da jemand für so eine Veranstaltung extra die Türe aufschließt, ist fraglich."

Zusätzlich muss gewährleistet werden, wie Einwohner dann ihre Unterstützungsunterschriften abgeben können. Dazu müssen die Wähler ins Rathaus. Momentan ist die Stadtverwaltung aber wegen der Kontaktbeschränkungen für den Besucherverkehr geschlossen. "Man muss schauen, wie sich die Situation bis dahin entwickelt", so Schlagehan. Das Aufstellen eines Kandidaten sei das Eine. "Im Nachhinein hängt dann noch eine ganze Menge mehr dran, was nicht unter normalen Bedingungen stattfinden kann."

Wahlkampf in der Pandemie

Mit solchen Fragen beschäftigt sich auch die CDU. Ortsverbands-Chef Ringo Hensel bestätigt auf SZ-Anfrage, dass man "sehr wahrscheinlich einen eigenen Kandidaten stellen" werde. Allerdings sei es noch zu früh, Konkreteres zu sagen, denn es habe ja noch keine Nominierungsveranstaltung gegeben. Derzeit sei man ohnehin noch in Gesprächen mit den Mitgliedern, um auszuloten, wer sich eine Kandidatur zutraue und wolle.

Wenn es nach den Christdemokraten geht, so haben sie auch gleich noch einen anderen Wunsch: "Wenn der Stadtrat über den Wahltermin abstimmt, möchten wir uns dafür aussprechen, die OB-Wahl zeitgleich mit der Bundestagswahl im Herbst stattfinden zu lassen", sagt Hensel. Gründe gebe es einige triftige: Eine solche Wahl zu organisieren - noch dazu unter Corona-Bedingungen - koste viel Geld, warum also nicht bei der Bundestagswahl gleich den OB mit wählen? Sollte man bei einem Termin im Mai bleiben, werde zudem für alle Parteien und Kandidaten die Zeit knapp - vor allem mit Blick auf den Wahlkampf, der ja ohnehin nur unter erheblichen Einschränkungen möglich wäre. Dass das Rathaus inzwischen "führungslos" wäre, stehe ja nicht zu befürchten, betont auch Ringo Hensel. Mit dem früheren Bürgermeister und jetzigen Hauptamtsleiter Guido Storch auf Verwaltungsseite und den OB-Stellvertretern aus dem Stadtrat stehen ja erfahrene Personen zur Verfügung, um die nötigen Entscheidungen zu treffen.

Auch Parteilose können antreten

Für die Löbauer Bürgerliste, die größte Stadtratsfraktion, steht ebenfalls fest: Es wird einen Bürgerlisten-Kandidaten geben. Schon in der nächsten Woche will die Wählervereinigung ihn bestimmen. Wie die Versammlung dazu stattfindet - als Präsenzveranstaltung oder doch digital - steht noch nicht fest, wie Heiko Neumann von der Bürgerliste auf Nachfrage sagt.

Die zweitgrößte Fraktion im Löbauer Stadtrat stellt die AfD. Auch sie will einen Kandidaten "ins Rennen" schicken. Das steht bereits fest, sagt Andrea Binder vom Löbauer Ortsverband. Wer es sein wird, entscheiden die Parteikollegen aber auch hier erst in einer Aufstellungsversammlung, die noch nicht stattgefunden hat.

Die Linke - ebenfalls im Stadtrat vertreten - in Löbau hat noch keine konkrete Vorstellung zu einer Kandidatur, teilt Fraktionsvorsitzender Heinz Pingel auf Nachfrage mit.

Eine Entscheidung treffen muss auch der Kandidat der SPD, der momentan im Visier der Partei für eine Kandidatur ist. "Ja, wir sind auf der Suche und haben jemanden im Blick", bestätigt der Vorsitzende des Ortsverbandes Löbau, Andreas Herrmann. Zwar spielten die Sozialdemokraten in der Löbauer Stadtpolitik zuletzt keinerlei Rolle mehr - sie stellt schon seit 2014 keine eigene Liste mehr zu den Ratswahlen auf und ist auch nicht mehr im Rat vertreten. Gerade deshalb, so betont Herrmann, sei man engagiert, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Aber auch ihnen ginge es dann wie der FDP, sie müssten für ihren Kandidaten Unterschriften sammeln.

Da ein Oberbürgermeister nicht zwingend einer Partei angehören muss, ist es natürlich ebenso möglich, als parteiloser Kandidat seinen Hut in den Ring zu werfen. Nach SZ-Informationen gibt es mindestens eine Person, die damit liebäugelt - oder auf dem Ticket einer Partei als Parteiloser anzutreten, wie es Dietmar Buchholz ja selbst getan hat. Noch sind aber viele Entscheidungen nicht gefallen.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Mehr zum Thema Löbau