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Bürgerhaushalt: Das wollen die Löbauer

18 Vorschläge und 70.000 Euro standen zur Abstimmung. Die Ergebnisse berät an diesem Donnerstag der Stadtrat. Dabei birgt die Liste dicke Überraschungen.

Die Aufforstung am Fuße des Löbauer Berges ist vielen Löbauern wichtig - aber erhielt die Idee auch bei der Bürgerhaushalt-Abstimmung viele Stimmen?
Die Aufforstung am Fuße des Löbauer Berges ist vielen Löbauern wichtig - aber erhielt die Idee auch bei der Bürgerhaushalt-Abstimmung viele Stimmen? © Luftbildpilot (Archiv)

Das Abholzen der Baumreihe am Löbauer Berg zum Honigbrunnen hinauf hat die Löbauer 2014 sehr bewegt und empört. Deshalb steht der Wunsch nach der weiteren Aufforstung auch als einer von 18 Vorschlägen auf der Liste möglicher Projekte, die aus dem ersten Löbauer Bürgerhaushalt bezahlt werden könnten. 70.000 Euro stehen dafür zur Verfügung - das Geld, das der Freistaat den Kommunen zur freien Verfügung ausgezahlt hat. Doch nun ist klar: Es gibt einen anderen Wunsch, der mehr Stimmen auf sich vereinen konnte.

Nach Daten, die der SZ vorliegen, hat die Auszählung einen klaren Favoriten ergeben. Insgesamt wurden 1.882 Stimmen abgegeben, wobei jeder Bürger bis zu drei Stimmen vergeben konnte. Mit 324 Stimmen hat die Idee, einen Wander- und Rastplatz an der Stelle des ehemaligen Kittlitzer Gasthofes "Weintraube" zu errichten, die meiste Zustimmung erhalten. Die zweitgrößte Zustimmung ist auf die Idee entfallen, die Klassenzimmer in Löbauer Schulen mit Luftreinigern des Kittlitzer Unternehmens ULT auszustatten, um so unter anderem die Infektionsrisiken mit Covid19 zu minimieren: 226 Stimmen.

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Ebenfalls ein Kittlitzer Thema landete mit 181 Stimmen auf Platz drei: Hierbei geht es um das Buswartehäuschen in Unwürde. Die Baumreihe am Fuße des Löbauer Berges kommt mit 144 Stimmen auf den vierten Platz, die Idee, einen Citymanager für die Innenstadt einzusetzen - die Stadt hat dies selbst eingereicht - erhielt nur 70 Stimmen und rangiert an 13. Stelle.

Auch wenn die Zahlen eine vermeintlich deutliche Sprache sprechen, ist verfrühter Jubel im Norden Löbaus nicht ratsam. Denn von Anfang an galt die Ankündigung, dass der Stadtrat das letzte Wort habe. Dort werde man die Wertungen der Bürger aus mehrerlei Hinsicht diskutieren und berücksichtigen. Sollte also ein Vorschlag mit hohen Zustimmungswerten am Ende aus dem Etat nicht umgesetzt werden können, kann dies aber Anlass sein, ihn auf anderem Wege voranzutreiben, andere Fördermöglichkeiten oder beispielsweise auch ein Sponsoring zu suchen.

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Welche und wie viele Vorschläge am Ende aus dem neuen Löbauer Bürgerhaushalt angeschoben werden sollen, wird Thema in der Ratssitzung an diesem Donnerstag, dem 1. Juli, sein. Sie findet ab 18.30 Uhr im Kulturzentrum Johanniskirche statt und ist - unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln - öffentlich.

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