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Bauamtsleiter will Löbauer OB werden

Albrecht Gubsch kennt die Löbauer Verwaltung bereits seit Jahren - und er ist der Wunschkandidat seines Vorgängers Dietmar Buchholz.

Albrecht Gubsch, derzeit Leiter des Löbauer Bauamtes, will Oberbürgermeister werden.
Albrecht Gubsch, derzeit Leiter des Löbauer Bauamtes, will Oberbürgermeister werden. © Matthias Weber/photoweber.de

Am 26. September wählt Löbau einen neuen Oberbürgermeister. Die Bürgerliste, die AfD, die CDU und die FDP haben Kandidaten benannt, außerdem gibt es einen unabhängigen Bewerber. Als sechster, parteilich ebenfalls ungebundener Kandidat, hat nun der Löbauer Bauamtsleiter Albrecht Gubsch seine Bewerbung bekannt gegeben.

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Gubsch (Jahrgang 1965) ist bereits einer der dienstältesten Bürgermeister der Region - allerdings ehrenamtlich in seinem Wohnort Dürrhennersdorf. Dort und in Großschweidnitz besuchte er die Grund- und Mittelschule und absolvierte bis 1985 die Berufsschule mit Abitur in Niesky mit einem Abschluss als Facharbeiter Turbinenbauer.

Nach seinem 18-monatigen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee im Spreewald nahm er eine Tätigkeit beim Kunststoffverarbeiter "Duroplast" in Neusalza-Spremberg auf, aus dem nach der Wende die heutige Firma "Plastic Concept" hervorging. "In dieser Zeit habe ich in Fürstenwalde auch ein berufsbegleitendes Studium der ,Technologie der Kunststoffverarbeitung' aufgenommen", sagt Albrecht Gubsch. Dieses Studium schloss er nicht ab, weil mit der Wende neue Zeiten anbrachen.

Einer der dienstältesten Bürgermeister

1990 kam Gubsch in die Lokalpolitik. In seiner Heimatgemeinde wurde der damals erst 25-Jährige zum Bürgermeister gewählt - und ist es bis heute geblieben. "Das waren wilde Zeiten. Da waren junge Leute ohne Geruch des Systems gefragt", erzählt er. Bis 1994 war dieser Posten noch eine hauptamtliche Bürgermeistertätigkeit. Durch eine Verwaltungsreform in Sachsen wurde in Orten der Größe von Dürrhennersdorf (damals rund 1.200 Einwohner) das Bürgermeisteramt zu einem mit einer Aufwandsentschädigung versehenen Ehrenamt.

In dieser Zeit habe sich bereits die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Neusalza-Spremberg angebahnt, so Gubsch, die 1999 vollzogen wurde. 2000 wurde Albrecht Gubsch dann Leiter des Bauamtes in Neusalza-Spremberg. 2014 wechselte er dann auf den gleichen Posten bei der Stadt Löbau.

Der Wunschkandidat von Dietmar Buchholz

Mit dem Gedanken, als Nachfolger von Dietmar Buchholz Oberbürgermeister von Löbau zu werden, trägt er sich schon länger. "Eine ganze Anzahl von Unternehmen und auch Privatleuten sind immer mal wieder an mich herangetreten, das zu machen", sagt er. Mit dem vorzeitigen Ausscheiden von Buchholz aus dem Amt wurde die Sache dann akut. Und: Gubsch ist auch der erklärte Wunschnachfolger seines Amtsvorgängers. In einem Interview mit SZ erklärte Buchholz, Gubsch um eine Bewerbung gebeten zu haben. "Wir kennen uns seit 30 Jahren und hatten in dieser Zeit auch ausreichend oft unterschiedliche Meinungen", sagt Albrecht Gubsch dazu. Am Ende habe man sich aber immer "zusammengerauft".

"Ich weiß ungefähr, worauf ich mich einlasse", nennt er als Vorzug seiner Bewerbung. "Wir haben einen tüchtigen und schmerzhaften Einwohnerschwund", sagt er und macht damit den Einwohnerrückgang als eines der drängendsten Probleme der nächsten Jahre aus. Auch der Handel sei besonders in Hinblick auf die Corona-Krise ein wichtiges Handlungsfeld.

Weil Albrecht Gubsch nicht von einer bereits im Stadtrat vertretenen Fraktion nominiert wurde, muss er 80 Unterstützungsunterschriften von Löbauern für seine Kandidatur nachweisen. Die Menschen müssen dafür bis zum 22. Juli ins Löbauer Rathaus kommen, wo die Unterschriftenliste ausliegt.

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