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Zweiter Anlauf im Bernstädter Baby-Prozess

Die Hauptverhandlung gegen die junge Frau hatte schon im November begonnen, muss nun aber von vorn beginnen. Sie soll ihren Sohn misshandelt haben. Er starb.

Die Angeklagte beim Start der ersten Hauptverhandlung im Landgericht Görlitz im November.
Die Angeklagte beim Start der ersten Hauptverhandlung im Landgericht Görlitz im November. © Nikolai Schmidt

Neuer Anlauf im Prozess gegen eine junge Frau aus Bernstadt, die ihr Baby so schwer misshandelt haben soll, dass es an den Verletzungsfolgen verstorben ist. Wie das Landgericht Görlitz bestätigte, wird sich die Jugendkammer erneut mit dem Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge gegen die inzwischen 20-Jährige befassen. Die Hauptverhandlung hatte bereits im November 2020 begonnen, musste aber wegen Erkrankung eines Richters im Dezember ausgesetzt werden und muss nun wegen der Dauer der Unterbrechung wieder von vorn beginnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, am Vormittag des 17. Februar 2020 ihr knapp drei Monate altes Kind in ihrer Wohnung in Bernstadt unkontrolliert und heftig geschüttelt zu haben, sodass der Säugling mit dem Kopf an einen harten Gegenstand – etwa eine Tisch- oder Türkante - angeschlagen sei. Die Angeklagte habe dabei zwar billigend in Kauf genommen, dass sich das Kind durch das Schütteln schwer verletzen könnte, die Verletzung habe sie jedoch weder gewollt noch billigend in Kauf genommen. Der kleine Junge ist daraufhin an Hirnverletzungen am 21. Februar 2020 verstorben.

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Da die Angeklagte Heranwachsende ist, kommt – sollte sich die Jugendkammer vom Vorliegen einer Straftat überzeugen – auch die Anwendung von Jugendstrafrecht in Betracht. Die Angeklagte befindet sich seit dem 19. Februar 2020 in Untersuchungshaft. Zu Beginn der ersten Hauptverhandlung hatte der Verteidiger einen Ausschluss der Öffentlichkeit vom weiteren Prozess gefordert, auch, weil im Verlauf des Verfahrens damit zu rechnen ist, dass intime und persönliche Details zur Sprache kommen könnten. Diesem Antrag war stattgegeben worden. Für den Neustart des Verfahrens mit einem anderen Richter muss dies gegebenenfalls neu entschieden werden.

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