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Schneemann-Dieb geschnappt

Sabine Metzner hat ihr Grundstück in Löbau mit lebensgroßen Figuren und Beleuchtung geschmückt. Doch dann schlug mutmaßlich ein 16-Jähriger zu.

Sabine Metzner hat ihre Figuren zurück. "Einer der Weihnachtsmänner war aus seiner Verankerung gerissen und kaputt, der kleinere der Schneemänner verschwand völlig", berichtet die Löbauerin.
Sabine Metzner hat ihre Figuren zurück. "Einer der Weihnachtsmänner war aus seiner Verankerung gerissen und kaputt, der kleinere der Schneemänner verschwand völlig", berichtet die Löbauerin. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Sabine Metzner ist sauer und glücklich zugleich. Sauer auf den Täter, der ihr das angetan hat. Und glücklich über das schnelle Handeln der Polizei. Denn die kam sofort, um den Schaden aufzunehmen. Was war passiert in dieser Nacht auf der Vorwerkstraße?

Die Straße unterhalb des Neubaugebiets Löbau Ost hat sich in der Vorweihnachtszeit zu einem kleinen Pilgerort entwickelt. Familien mit ihren Kindern bleiben am Vorgartenzaun stehen, ab und an halten Autos. Der Grund: Sabine Metzner hat ihren Garten außergewöhnlich geschmückt. Von 16 bis 21 Uhr blinkt und leuchtet es an allen Ecken. Überall in den Bäumen und Sträuchern sind Lämpchen drapiert – mal angeordnet wie eine Weihnachtstanne, mal als Lichterkette. In den Fenstern gehen am Nachmittag die elektrischen Kerzen der Schwibbögen an. Über der Haustür thront ein großer Herrnhuter Stern in Blau.

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Lebensgroße Figuren im Vorgarten

Dass, was aber vor allem die Kinder am meisten begeistert, sind die lebensgroßen Figuren im Vorgarten. Eisbär und Pinguin mit roter Mütze. Schnee- und Weihnachtsmänner – hergestellt aus einem Drahtgeflecht, das mit Stoff überzogen ist und die mit dem Einbruch der Dunkelheit ebenfalls in hellem Glanz erstrahlen. Selbst gemacht sind die Figuren nicht. Sabine Metzner hat sie im Supermarkt gekauft und im Internet bestellt – also einiges an Geld in die üppige Weihnachtsdekoration gesteckt. Gerade jetzt in Coronazeiten ein kleiner Lichtblick, der Freude schenken soll. "Das kommt auch so bei den Leuten an", erzählt die 69-Jährige.

In der Nacht am 28. November allerdings war erst mal Schluss mit der Freude. Da machte sich ein Unbekannter im Vorgarten zu schaffen – trotz Hinweisschild, dass der Bereich mit Videokamera überwacht wird. Der Schaden zeigte sich am nächsten Morgen. Hätte nicht die Mieterin unten im Haus weit nach Mitternacht etwas bemerkt und couragiert ans Fenster geklopft, wäre vielleicht sogar noch mehr zerstört worden, vermutet die Löbauerin. So habe der Täter von seinem Treiben abgelassen. Trotzdem: "Einer der Weihnachtsmänner war aus seiner Verankerung gerissen und kaputt, der kleinere der Schneemänner verschwand völlig", erzählt Sabine Metzner empört. Lichterketten waren demoliert, ein großer Scheinwerfer, der das Gebäude in verschiedenen Farben beleuchtete, verschwunden. Das hat die Familie traurig gemacht und auch die Nachbarschaft. "Um 7 Uhr informierte ich die Polizei", sagt die Rentnerin. Die sei schnell da gewesen.

Projektor zweites Mal verschwunden

Die Polizei nahm eine Anzeige auf und konnte den mutmaßlichen Täter bereits ermitteln. Nach Angaben von Sprecher Kai Siebenäuger handelt es sich dabei um einen 16-jährigen Deutschen. "Die Beamten stellten bei dem Dieb einen Laserprojektor sowie fünf beleuchtete Figuren sicher", berichtet er. Die Gegenstände konnten der Rentnerin bereits übergeben werden. Ermittlungen zu dem Fall führt der Kriminaldienst des Polizeirevieres Zittau-Oberland.

Sabine Metzners Mann hat die Figuren in mühevoller Handarbeit repariert und neu aufgestellt. Allerdings sei der Laserprojektor mittlerweile erneut verschwunden. Trotzdem: "Wir lassen uns nicht unterkriegen, unser Weihnachtsvorgarten soll noch vielen Familien ein Lächeln ins Gesicht zaubern", so die Seniorin.

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