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Nach Schuss in Oppach: Urteil gegen Waffenbesitzer

Bei einem Streit unter Männern im Januar 2021 schießt einer auf den anderen. In seiner Wohnung stellen Polizisten noch mehr sicher. Was hat sich seither getan?

Von Thomas Christmann
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Die Polizei hat vor einem Jahr das Haus des Tatverdächtigen. durchsucht - und verbotene Waffen gefunden.
Die Polizei hat vor einem Jahr das Haus des Tatverdächtigen. durchsucht - und verbotene Waffen gefunden. © xcitepress

Fast ein Jahr sind seit dem brisanten Vorfall an der Zumpestraße in Oppach vergangen. Zwei Einwohner gerieten auf einem Grundstück am 23. Januar 2021 in Streit. Nach einem Wortgefecht zog ein damals 54-Jähriger eine Schreckschuss-Pistole, richtete sie auf den 47-Jährigen und schoss. Der Getroffene erlitt leichte Verletzungen im Gesicht und rief die Polizei. Später kam er in ein Krankenhaus. Der Täter hingegen rannte weg.

Beamte konnten ihn jedoch in der Nähe seiner Wohnanschrift stellen. Er zeigte sich kooperativ, nur die Waffe warf er zuvor weg. Mithilfe der Feuerwehr konnten die Polizisten die Pistole in einem Bach finden. Anschließend durchsuchten sie die Wohnung des Mannes und eine an sein Haus angrenzende Garage.

Dabei stießen die Einsatzkräfte auf fünf Lang- und Kurzwaffen sowie verbotene Messer und Polen-Böller und stellten alles sicher. Die Polizei ermittelte gegen den 54-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Verstoßes gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz. Der Fall kam schließlich zur Staatsanwaltschaft. Und die beantragte einen Strafbefehl bei Gericht.

Dieser beschränkte sich jedoch nur auf den Tatvorwurf des Besitzes mehrerer verbotener Waffen, wie Staatsanwalt Christopher Gerhardi mitteilt. Das heißt: Der Grund und Verlauf des Streits zwischen beiden Männern spielte keine Rolle mehr, ebenso wenig der abgegebene Schuss. "Bei der gefährlichen Körperverletzung stand zum einen eine mögliche zumindest vom Täter angenommene Notwehrlage im Raum, zum anderen waren die Verletzungsfolgen nur gering", begründet der Sprecher den Wegfall. Es sei bei mehreren Tatvorwürfen generell nicht unüblich, sich aus prozessökonomischen Gesichtspunkten auf sicher feststehende beziehungsweise leichter nachweisbare Taten zu beschränken.

Da der Beschuldigte gegen den Strafbefehl keinen Einspruch einlegte, kam's auch nicht zur Verhandlung. Das Gericht verurteilte den Beschuldigten - ein 1966 geborener Oppacher - zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 25 Euro, also 2.250 Euro. Die ist bereits vollständig vollstreckt. "Der Mann hat sich schuldeinsichtig gezeigt und auf sämtliche bei ihm aufgefundenen Gegenstände verzichtet", so Christopher Gerhardi. Seither ist es ruhig geworden auf der Zumpestraße in Oppach.