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Diese Themen haben die Löbauer und Zittauer 2022 am meisten bewegt

Rund 4.000 Beiträge hat die SZ-Redaktion für das Oberland, Löbau und Zittau im zu Ende gehenden Jahr online veröffentlicht. Diese sind am häufigsten gelesen worden.

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Das Bild gehört zu dem Artikel der SZ-Redaktion Löbau/Zittau, der 2022 online am häufigsten gelesen wurde.
Das Bild gehört zu dem Artikel der SZ-Redaktion Löbau/Zittau, der 2022 online am häufigsten gelesen wurde. © SZ/Markus van Appeldorn (Archiv)

Es ist wieder ein Jahr mit vielen verschiedenen Themen gewesen, die die SZ-Redaktion für das Oberland, Löbau und Zittau begleiten durfte. Diese zehn Artikel waren online die best gelesenen - von insgesamt über 4.000:

Platz 10: Zittauer Unternehmer und Sportler ist tot

Maik Binsch aus Zittau ist im Februar völlig überraschend gestorben
Maik Binsch aus Zittau ist im Februar völlig überraschend gestorben © Matthias Weber (Archiv)

Auch eine zutiefst traurige Nachricht bedarf der Information: Im Februar musste die Redaktion über den viel zu frühen Tod des Zittauer Unternehmers und Sportlers Maik Binsch berichten. Mit nur 56 Jahren wurde der Spediteur und Umzugsfachmann aus dem Leben gerissen. Erfolgreich war er nicht nur mit seiner Firma, die Außenstellen in Görlitz, Löbau, Bautzen und Dresden hat, sondern auch als Judoka. Binsch hatte erst im vergangenen Jahr den fünften und damit höchsten Dan errungen. Unzählige Medaillen gewann er für sich und Zittau. Zudem trainierte er Nachwuchssportler. Das Mitgefühl der Redaktion gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Platz 9: Landratsamt muss Strafe für eigenen Blitzer zahlen

Der halb mobile Blitzer des Landkreises Görlitz ohne gültiges Nummernschild im fließenden Verkehr.
Der halb mobile Blitzer des Landkreises Görlitz ohne gültiges Nummernschild im fließenden Verkehr. © privat

Der halb mobile Blitzer des Landkreises Görlitz hat 2022 nicht nur wegen der wiederholten Vandalismusschäden bis hin zu seiner Zerstörung Schlagzeilen gemacht. Noch mehr stießen die SZ-Recherchen zu den Fahrten, bei denen er ohne gültiges Nummernschild im fließenden Verkehr unterwegs war, auf Interesse. Das Landratsamt lieferte immer neue Erklärungen, warum der Anhänger mit dem Attrappen-Nummernschild unterwegs sein durfte. Doch immer wieder ergaben SZ-Recherchen, dass sie nicht stimmten. So kam zum Beispiel heraus, dass die Mitarbeiter des Kreises, die so mit dem Blitzer unterwegs waren, Strafe zahlen mussten.

Platz 8: Sind Pellet-Heizungen plötzlich ein teurer Holzweg?

Um solche Holzpellets geht es.
Um solche Holzpellets geht es. © Agentur / André Wirsig (Archiv)

Die Energie(preis)krise treibt wohl die Mehrzahl der Deutschen um. Kein Wunder also, dass es ein Artikel aus diesem Themen-Spektrum in die TopTen der meistgelesenen Online-Artikel 2022 der SZ-Redaktion Löbau/Zittau geschafft hat. Beispielhaft für viele Hausbesitzer, die vorsorgen wollten und sich eine Pelletheizung einbauen ließen, erzählt eine Seifhennersdorfer Familie, dass sie genauso von der Preisexplosion wie Besitzer von Gas- und Ölheizungen betroffen ist. Die SZ recherchierte, warum das so ist und wann sich die Lage wieder entspannen könnte.

Platz 7: Viel Kritik an der "Klosterschenke"

Die Klosterschenke in Marienthal.
Die Klosterschenke in Marienthal. © Matthias Weber (Archiv)

Essen und Trinken - so zeigen es die Zugriffszahlen - ist ein weiteres Feld, das Menschen umtreibt. Ein Artikel über massive Kritik an der Gastronomie in der Marienthaler Klosterschenke bestätigt das. Das Kloster als Betreiber machte coronabedingte Personalsorgen für einen Teil der schlechten Bewertungen verantwortlich. Darüber hinaus vermutete die Äbtissin den Versuch, die neue Leiterin zu kompromittieren und ins schlechte Licht zu rücken. Inzwischen sind die Bewertungen bei Google wieder deutlich besser geworden.

Platz 6: Vater stellt Strafanzeige gegen Ausbildungsbetrieb

Friedhelm Zein aus Jonsdorf hat bei der Staatsanwaltschaft Görlitz Strafanzeige gegen den einstigen Ausbildungsbetrieb seines Sohnes gestellt.
Friedhelm Zein aus Jonsdorf hat bei der Staatsanwaltschaft Görlitz Strafanzeige gegen den einstigen Ausbildungsbetrieb seines Sohnes gestellt. © Rafael Sampedro (Archiv)

Das Schicksal eines jungen Jonsdorfers hat die Leser bewegt: Sein Vater sagt, dass er kurz davor gewesen sei, sich das Leben zu nehmen. Binnen zweier Jahre sei der bis dahin kerngesunde, sportlich erfolgreiche, engagierte und lebensfrohe junge Mann langsam immer weiter zugrunde gegangen, bis er physisch und psychisch vollkommen am Ende gewesen sei. Die Schuld gibt er dem damaligen Ausbildungsbetrieb des Sohnes und berichtet davon, wie sein Sohn ausgebeutet worden sein soll. Dem Jonsdorfer Vater geht es ums Prinzip. Die Firma in den Ruin treiben will er mit den öffentlichen Vorwürfen nicht. Deshalb haben er und die SZ ihren Namen nicht erwähnt. Ob die Vorwürfe wirklich in dieser Form stimmen, werden die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen, denn der Vater hat Anzeige erstattet.

Platz 5: Waldbrand im Zittauer Gebirge

Feuerwehrleute löschen den Brand in Oybin, der an einem Bahndamm ausgebrochen ist und auf den Wald überschlug.
Feuerwehrleute löschen den Brand in Oybin, der an einem Bahndamm ausgebrochen ist und auf den Wald überschlug. © Rafael Sampedro (Archiv)

Nicht nur in der Sächsischen Schweiz hat im Sommer der Wald lichterloh gebrannt: Auch die Bäume am Ameisenberg im Zittauer Gebirge fingen am 5. August Feuer. Die Flammen fraßen sich wie in einem Kamin vom Fuße des Bergs durch die Spalten der steilen Felswände nach oben - in schwer zugänglichem Gelände. Über 160 Kameraden von mehreren Feuerwehren mit über 30 Einsatzfahrzeugen, die Bergwacht und ein Hubschrauber kämpften mehr als einen halben Tag, bis sie den Brand unter Kontrolle hatten. Immer wieder flammten Glutnester auf. Erst 14 Tage später konnte die Feuerwehr endgültig Entwarnung geben.

Platz 4: Tierheim erbt ein Haus in Oderwitz - die Bewohnerin will nicht ausziehen

Bärbel Puschmann hat den Hund Berry geerbt und ein mietfreies Wohnrecht in einem Oderwitzer Haus. Aber darum gibt es jetzt einen großen Streit.
Bärbel Puschmann hat den Hund Berry geerbt und ein mietfreies Wohnrecht in einem Oderwitzer Haus. Aber darum gibt es jetzt einen großen Streit. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Um einen Streit zwischen dem Tierheim Bischdorf und einer Oderwitzerin geht es im Artikel auf Platz 4. Die Seniorin kümmert sich um den Hund ihrer verstorbenen Freundin. Dafür darf sie lebenslang mietfrei in dem Haus der Verstorbenen wohnen. Das Haus ist aber laut Testament an das Tierheim übergegangen. Der Verein möchte es verkaufen, um sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Mit einer Mieterin, die keine Miete zahlen muss, ist das aber schwer möglich. Deshalb soll sie ausziehen - was sie nicht will.

Platz 3: Biergarten-Wirt auf dem Oybin wirft das Handtuch

Danielo Müller hat zwei Jahre den Biergarten in der Burg- und Klosteranlage auf dem Oybin betrieben. Nun gibt er auf.
Danielo Müller hat zwei Jahre den Biergarten in der Burg- und Klosteranlage auf dem Oybin betrieben. Nun gibt er auf. © Matthias Weber (Archiv)

Mit großen Ambitionen und viel Enthusiasmus ist Danielo Müller gestartet. Die Gemeinde Oybin hatte einen Interimswirt für ihren Hausberg gesucht, bis das Gasthaus in einigen Jahren saniert sein wird. Müller erhielt den Zuschlag, legte los. Aber seine Umsatz-Hoffnungen erfüllten sich nicht. Als einen Hauptgrund dafür nennt er den Eintritt, der von jedem Gast für den Besuch der Burg- und Klosteranlage erhoben wird - und damit seinen Kundenstrom schmälert. Zwar hat er das gewusst, als er den Vertrag mit Oybin einging. Aber Müller hoffte, dass die Gemeinde mit ihm einen Kompromiss finden würde. Das tat sie nicht. Deshalb gibt er nach zwei Jahren auf. Inzwischen ist ein Nachfolger gefunden, der im Januar starten will.

Platz 2: Anzeige wegen Mordes gegen Ukraine-Kämpfer aus Oybin

Eine Szene aus dem Ukraine-Krieg. (Symbolbild).
Eine Szene aus dem Ukraine-Krieg. (Symbolbild). © AP (Archiv)

Als die SZ das erste Mal Anfang April darüber berichtete, dass ein junger Oybiner aus freien Stücken in den Ukraine-Krieg gezogen ist, gegen Russland kämpft und was seine Gründe dafür sind, hagelte es Kritik. Wie man so jemandem die Plattform bieten könne, hieß es unter anderem. Die SZ bedauerte die Art der Berichterstattung, aber nicht, dass sie das Thema aufgegriffen hat. Wenige Wochen später wurde bekannt, dass auch die Staatsanwaltschaft SZ liest. Sie hat ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes gegen den jungen Mann eingeleitet. Nach Informationen des Tagesspiegels soll er sich im November immer noch an der Front in der Ukraine aufgehalten haben.

Platz 1: Der Ukraine-Hilfskonvoi aus Eibau und Neueibau

Busfahrer Heiko Ottersky und die Busse aus Eibau sowie Neueibau auf der Autobahn in Richtung Ukraine.
Busfahrer Heiko Ottersky und die Busse aus Eibau sowie Neueibau auf der Autobahn in Richtung Ukraine. © SZ/Markus van Appeldorn (Archiv)

Die Welle der Hilfsbereitschaft für die von Putin mit Krieg überzogenen Ukrainer ist in den ersten Monaten riesengroß gewesen. Auch in der südlichen Oberlausitz. Busunternehmer Ulf Künzelmann aus Eibau hat nach einem Aufruf so viele Spenden bekommen, dass er Anfang März gleich mit drei bis unter die Decke beladenen Bussen auf die Reise gen Osten gegangen ist. Außerdem schloss sich noch der Bus einer Neueibauer Reisefirma an. Mit an Bord war ein SZ-Reporter, der rund um die Uhr berichtete, wo die Busse waren, wann die ersten Spenden übergeben wurden, dass auf der Rücktour Flüchtlinge mitgebracht wurden...