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Totes Baby: Ermittlung fast abgeschlossen

Die Bernstädterin, der vorgeworfen wird, ihr dreimonatiges Kind im Februar so misshandelt zu haben, dass es starb, hatte jetzt außerdem einen Haftprüfungstermin.

Wenn ein Baby geschüttelt wird, drohen schlimmste innere Verletzungen, die zum Tod führen können. Auch das Bernstädter Kind ist geschüttelt worden.
Wenn ein Baby geschüttelt wird, drohen schlimmste innere Verletzungen, die zum Tod führen können. Auch das Bernstädter Kind ist geschüttelt worden. © dpa

Staatsanwalt Sebastian Matthieu ist optimistisch, dass die Fragen rund um den tragischen Tod eines Bernstädter Babys bald vor Gericht geklärt werden.

Die Ermittlungen seien fast komplett abgeschlossen. Es stehe lediglich noch das Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit der Mutter aus. Doch auch das sei in den kommenden Tagen zu erwarten. Darüber hinaus, so erklärte der Staatsanwalt, wolle er auch nochmals mit dem Anwalt des Kindsvaters Kontakt aufnehmen, ob sich sein Mandant zum Stand der Dinge abschließend äußern möchte. Auch gegen ihn wurden im Zuge der Ermittlungen Vorwürfe laut. Er zählt zum Kreis der Verdächtigen. Unabhängig davon soll aber spätestens bis Ende September entschieden werden, ob vor dem Landgericht Görlitz Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen die Mutter erhoben werden kann.

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Erst vor wenigen Tagen hatte es in dem Fall eine Haftprüfung gegeben, bestätigte Staatsanwalt Matthieu. Das ist üblich, wenn ein halbes Jahr nach Inhaftierung die Hauptverhandlung noch nicht begonnen hat. Die Bernstädterin muss nach dieser Prüfung aber weiterhin in der Justizvollzugsanstalt in Chemnitz bleiben. Denn das prüfende Oberlandesgericht sah in ihrem Fall sowohl den dringenden Tatverdacht und damit einen ausreichenden Haftgrund, als auch die Verhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft als gegeben an. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft Görlitz die Ermittlungen zügig vorangetrieben und nicht verzögert, sodass auch diesbezüglich keine Veranlassung bestand, den Haftbefehl aufzuheben und die Beschuldigte freizulassen.

Medizinische Gutachten eingegangen

Der zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Frau wird vorgeworfen, ihrem knapp drei Monate alten Jungen am 17. Februar so starke Verletzungen zugefügt zu haben, dass er vier Tage später an den Folgen dieser Verletzungen in der Dresdner Uniklinik verstarb. Neben einer in Dresden vorgenommenen Obduktion des Babyleichnams, hatten auch Spezialisten der Klinik in Hamburg Eppendorf Untersuchungen durchgeführt, die vor allem über zeitliche Abläufe und den Zusammenhang zwischen den Verletzungen und dem Tod des Kindes Aufschluss geben sollten. Die Untersuchungsergebnisse bezeichnete Staatsanwalt Matthieu ebenso als "ziel- und weiterführend", wie die zweier Plausibilitäts-Gutachten, die inzwischen vorliegen. Diese waren in Auftrag gegeben worden, nachdem sich die Beschuldigte im Juni zu den Tatvorwürfen eingelassen hatte.

Aus Sicht des Staatsanwaltes sind somit nun die medizinischen Belange des Sachverhaltes erschöpfend ermittelt, sodass die zeitnahe Abschlussentscheidung möglich sei. Da die beschuldigte Bernstädterin zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war und als Heranwachsende zählt, wäre für ein Verfahren gegen sie die Jugendkammer des Landgerichtes Görlitz zuständig.

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