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Wer klaut ein Fußball-Tor vom Spielplatz?

Kinder und Jugendliche aus Ebersdorf haben das Spielgerät vor fünf Jahren selbst finanziert. Nun ist es weg. Und der Ortsverein startet einen Zeugenaufruf.

Symbolbild
Symbolbild © dpa

Die Ebersdorfer sind sauer. "Das Fußball-Tor für die Kinder ist verschwunden", sagt der darüber verärgerte Matthias Geisler, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Fördervereins der Feuerwehr Löbau – Ortswehr Ebersdorf. Und niemand weiß, wo das 2,50 Meter breite und 1,70 Meter hohe Tor nun hingekommen ist. Zumal ein so großer Gegenstand nicht ohne Aufwand weggeschleppt werden könne.

Das Fußball-Tor wurde 2016 angeschafft. Finanziert haben das damals die Kinder und Jugendlichen aus dem Dorf selbst – mit Kuchenfuhren. Matthias Geisler erzählt, dass die Mädchen und Jungen dafür durchs Dorf zogen und die Backwaren "von Tür zu Tür" verkauften. 860 Euro kamen so bei mehreren Kuchenfuhren zusammen. Das Geld wurde in das Fußball-Tor für den etwa ein Jahr zuvor gebauten Spielplatz investiert. Gleich in der Nähe befindet sich das Gelände der Feuerwehr. Der Spielplatz mit Schaukel, Klettergerüst und anderen Geräten aus Holz samt der Möglichkeit für die Kinder, dem runden Leder nachzujagen, sei über die Dorfgrenzen hinaus sehr beliebt, wie Matthias Geisler weiß. "Auch Familien aus Löbau nutzen den Platz gern", sagt er.

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Die Mitglieder vom Verein "Wir Ebersdorfer" kümmern sich ebenso engagiert um den Platz wie Anwohner. Eine schöne Gemeinschaft sei das, damit die Jüngsten eine tolle Möglichkeit zum Spielen an der frischen Luft haben, so der Fördervereins-Vorsitzende. Der Ort sei eben genauso wie das Fußballspielen mit dem Kuchenfuhren-Tor ein Anziehungspunkt.

Das so plötzlich wie vom Erdboden verschluckte Fußball-Tor hatte Pfosten aus Aluminium, ein grünes Netz und war zudem mit Heringen im Boden gesichert. "Es stand hinter dem Zaun", sagt Matthias Geisler. Wer hat sich da die Mühe gemacht, ein solches großes Teil – und dazu noch unbemerkt – abzutransportieren? Die Ebersdorfer seien ratlos, traurig und auch wütend, wie Matthias Geisler sagt.

Der Vorstand vom Verein hat auf die von ihm betriebene Vereins-Facebookseite einen Aufruf eingestellt. "Fußball-Tor vermisst!?!" steht da in roten Buchstaben auf dem Plakat und auch: "Wir hoffen, dass unsere Kinder bald wieder gemeinsam Fußball spielen können!" Bis Montagnachmittag wurde der Beitrag 48 Mal geteilt. Darin steht, wie das Tor finanziert wurde, wo es stand und dass es keinen festen Standort auf dem Spielplatz hatte, damit es im Notfall beiseite gerückt werden kann. Wer was gesehen hat oder was weiß, soll sich beim Verein "Wir Ebersdorfer" melden. Auch der Polizei wurde das Mysterium zum verschwundenen Fußball-Tor gemeldet und zur Anzeige gebracht, heißt es da. Für die Polizei ist der Diebstahl des Ebersdorfer Fußballtores keine alltägliche Angelegenheit, wie Polizeisprecherin Anja Leuschner mitteilt. Sie bestätigt gegenüber der SZ, dass es eine Anzeige gegeben hat. "Die Ermittlungen zu dem Diebstahl laufen", so die Beamtin.

Und wenn das Tor nicht wieder auftaucht? Ist Bolzen dann passé? Die Vereine seien miteinander im Gespräch, ob möglicherweise durch eine Spendenaktion ein neues Tor angeschafft werden könnte, sagt Matthias Geisler. Nur mit Kuchenfuhren dafür klappt das aufgrund der Corona-Lage derzeit nicht.

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