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Die erste Solar-Draisine rollt

Das erste derartige Gefährt in der Oberlausitz hat seine Jungfernfahrt unternommen. Der Verein Pro Herrnhuter Bahn würde sie bald gern öfter nutzen.

Er konnte die Füße hochlegen: Draisinen-Bastler Sebastian Reinicke (Mitte) ließ sich auf der Solar-Draisine von Felix Bührdel (zweiter von links) und Eric Koreng (zweiter von rechts) chauffieren.
Er konnte die Füße hochlegen: Draisinen-Bastler Sebastian Reinicke (Mitte) ließ sich auf der Solar-Draisine von Felix Bührdel (zweiter von links) und Eric Koreng (zweiter von rechts) chauffieren. © Marie Scholz

Im Dezember 2020 rollte sie noch vor den Toren der Werkhalle in Zittau für den SZ-Fotografen - jetzt hat die erste Solar-Draisine der Oberlausitz ihre Jungfernfahrt auf Schienen hinter sich. Am vergangenen Sonnabend haben Mitglieder des Vereins "Pro Herrnhuter Bahn" und Sebastian Reinicke von der Hochschule Zittau/Görlitz ihr Gemeinschafts-Projekt buchstäblich aufs Gleis gesetzt. Das Gefährt, für das der Verein bei einem Ideenwettstreit Fördergelder erhalten hatte, war in Kooperation mit dem Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) der Hochschule kreiert und montiert worden. "Wir haben eine Testfahrt auf der ehemaligen Cunewalder Strecke gemacht", bestätigt Vereins-Chef Bjön Scholz. Das sei in Absprache mit den Ostsächsischen Eisenbahnfreunden geschehen.

Auf der Wunsch-Strecke, die der Verein eigentlich reanimieren will - die stillgelegte Herrnhuter Bahn zwischen Oberoderwitz und Niedercunnersdorf - kann die Draisine nicht fahren. Über ihr Schicksal ist noch nicht abschließend entschieden worden. Noch läuft das sogenannte Planfeststellungsverfahren, das im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Rückbau der Gleise eingeleitet wurde. Durch Corona haben sich hier die Termine verschoben, es herrscht Stillstand im Verfahren. Auch seitens der Deutschen Bahn, die eine Liste erarbeiten will, welche stillgelegten Bahnstrecken wiederbelebt werden könnten, gibt es nichts Neues: Die Strecken werden noch geprüft, wobei unklar ist, ob die Herrnhuter Strecke überhaupt noch einmal genau betrachtet wird, da es hier ein Gutachten gibt, das nicht unbedingt für eine Reaktivierung spricht. Für den Verein keine besonders wünschenswerte Ausgangslage.

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Da kommen die Glücksmomente mit der Solar-Draisine gerade recht. "Sie funktioniert sehr gut", bestätigt Björn Scholz. Ein paar Feinheiten wolle Forschungsmitarbeiter Sebastian Reinicke aber noch tun, deshalb sei die Draisine nach dem Test erneut nach Zittau gebracht worden. Am Sonnabend aber konnte er mal die Beine ausstrecken und sich von den Vereinsmitgliedern von "Pro Herrnhuter Bahn" chauffieren lassen. Wo die Draisine künftig fahren wird, ist noch in Absprache. Möglichkeiten gibt es aber: "Wir haben Kontakt zu den Arnsdorfer Draisinenfreunden und könnten uns vorstellen, dass wir sie auch da mal hinbringen", skizziert der Vereins-Chef Scholz.

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