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Hickhack um Kreisstraßen-Bau

Die jüngste Nachricht über fehlende Gelder verunsichert die Anwohner auf dem Eigen. Denn die Erneuerung ihrer Kreisstraße durch Kiesdorf ist seit Jahren Top-Thema.

Seit Jahren ein Dauerproblem: Die kaputte Kreisstraße durch Kiesdorf.
Seit Jahren ein Dauerproblem: Die kaputte Kreisstraße durch Kiesdorf. © www.foto-sampedro.de

Nächstes Jahr soll es mit der maroden Kreisstraße durch Kiesdorf endlich losgehen - inklusive Fußwegbau, neuen Bushaltestellen und Ausweichbuchten. Ganz sicher ist sich Bürgermeister Christian Hänel da. Und doch schreckte auch er dieser Tage zusammen, als eine Meldung herauskam, dass es für den Straßenbau in Kiesdorf in diesem Jahr nun doch kein Geld gebe. Also alles Essig mit der Sanierung? Obwohl man seit Jahren darauf wartet? Was ist da los?

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"Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Abschnitte auf der Straße, die mit zwei verschiedenen Förderprogrammen gebaut werden sollen", setzt Christian Hänel (parteilos) die Sachlage auseinander. Die Sanierung des großen Straßenabschnittes, den die Gemeinde seit Jahren heiß ersehnt, ist von der Misere mit den fehlenden Geldern aber nicht betroffen, betont er. Hier stehen die Gelder bereit. Konkret heißt das: Die Obere Straße in Kiesdorf kann zwischen der S128, die von Schönau-Berzdorf in Richtung Hagenwerder verläuft, und die S129 in Richtung Ostritz und Bernstadt komplett saniert werden. Ein kleinerer, weiterer Teil, der sich von der S129 in Richtung Dittersbach dann noch anschließen sollte, muss hingegen warten. Hier sind die Gelder nun aktuell nicht da. Für Bürgermeister Hänel ist das aber das geringere Übel - Hauptsache ist die Sanierung des großen Abschnittes.

Endlich: Fußweg, Straßenbeleuchtung, Bushaltestellen

Abgesehen von der Erneuerung der Straße an sich, soll bei den Arbeiten auch ein großes Stück Fußweg angebaut werden. "Der reicht von der S128 bis zum Mühlweg nahe dem Kulturzentrum", erklärt Hänel. Erneuert werden ebenso Straßenbeleuchtung und auch Bushaltestellen samt Bushäuschen. Den Hut auf bei dieser großen Baustelle hat der Landkreis Görlitz, er koordiniert und beauftragt die Arbeiten und zahlt ebenfalls einen großen Teil. Mit ihm hat die Gemeinde nun einen Vertrag abgeschlossen - der Gemeinderat hat das in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen - weil auch Schönau-Berzdorf sich beteiligen muss. Das betrifft eben jenen Fußweg und die Straßenbeleuchtung, aber auch die Bushäuschen, so Hänel.

Insgesamt 2,6 Millionen Euro wird die gesamte Baumaßnahme kosten, möglich gemacht durch eine 90-Prozent-Förderung vom Bund, betont der Bürgermeister. Nach aktuellen Schätzungen rechnet er damit, dass auf die Gemeinde rund 116.000 Euro Eigenmittel zukommen werden. Viele Vorbereitungen sind längst getroffen: Die Planungen lagen schon lange im Schubfach und wurden angepasst, der nötige Grundstückserwerb ist abgeschlossen, nun kann der Landkreis nach der Fördermittelzusage die Arbeiten ausschreiben. "Wenn alles ganz optimal läuft, kann ab nächstem Frühjahr gebaut werden", hofft der Schönau-Berzdorfer Bürgermeister.

Und auch die Anwohner hoffen auf Verbesserung: Eine nicht mehr funktionierende Entwässerung der Straße sprachen einige Einwohner an. Dass die Straße, die recht schmal ist, nicht insgesamt verbreitert werden kann, erklärte Christian Hänel noch einmal. Daran wäre beinahe die Förderung gescheitert - so aber habe man sich auf die Einrichtung von Ausweichbuchten verständigt, damit auch größere Fahrzeuge besser aneinander vorbeifahren können.

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