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Wie Corona die "Bieramide" bremst

Michael Herwig aus Strahwalde stellt den Adventsschmuck her und hatte im Vorjahr riesige Nachfrage. Jetzt ist einiges anders - nicht nur bei der Sonderedition.

Michael Herwig baut in Strahwalde die "Bieramiden".
Michael Herwig baut in Strahwalde die "Bieramiden". © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

In Michael Herwigs Strahwalder Drechselwerkstatt haben sich vergangenes Jahr nicht nur die Bieramiden-Flügel heftig drehen müssen. Nach dem SZ-Artikel über seine besondere Advents-Deko kamen so unerwartet viele Aufträge, dass er sie als Einzelkämpfer kaum abarbeiten konnte. "Die letzten habe ich noch im Januar fertiggestellt", erinnert er sich. Das wollte er in diesem Jahr besser handhaben - und begann frühzeitig mit den Vorbereitungen - doch die Nachfrage bei Getränkehändlern oder Brauereien ist momentan eher verhalten.

"Viele haben auch mit Blick auf das Coronavirus momentan andere Sorgen", beschreibt Michael Herwig seine Erkenntnisse aus vielen Gesprächen. Dass die Görlitzer Landskron Brauerei dennoch eine Sonderedition bei ihm bestellt hat, freut ihn umso mehr: "In die Flügel ist bei dieser Variante ein historisches Landskron-L per Stempel eingebrannt, dasselbe L steht auch ausgelasert auf dem Flügelhalter", erläutert er. Auch der Bieramidenteller ist mit vier eingelassenen Teelichtern ein wenig anders gestaltet als das normale Modell. Diese Extra-Variante hat die Brauerei nun in ihren Shop aufgenommen - so wie die Ursprungs-Bieramide im vergangenen Jahr.

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Apropos Ursprungs-Bieramide: Wo Licht ist, sind immer auch Neider. Das hat Michael Herwig nach dem SZ-Artikel und einem anschließenden MDR-Beitrag zu spüren bekommen. Weil es nötig war, hat er durch einen Anwalt prüfen lassen, ob es Rechte oder gewisse Ansprüche an der Idee der "Bieramide" als solche gebe. Das Ergebnis: Gibt es nicht. Michael Herwig hat nie behauptet, dass er sie erfunden habe. "Aber ich habe die Grundidee weiterentwickelt", sagt er.

Überraschende Nachfrage

Abgesehen von Händlern wie die Landskron Brauerei oder auch das Ladengeschäft der Herrnhuter Sterne, die Wendler-Drogerie und die Pressewelt in der Löbauer Bahnhofstraße, vertreibt Herwig selbst über seine Internetseite seine "Bieramiden". Dass man ihn im Internet durchaus auch sucht und findet, hat er im vergangenen Jahr mitunter über kuriose Wege erfahren müssen: "Da stand einmal abends am Wochenende das Telefon nicht mehr still", erinnert er sich. Grund war ein Beitrag im Sachsenspiegel über das Bier einer Bautzener Privatbrauerei. "Die hatten ihr Bier auf einer meiner Bieramiden im Fernsehen präsentiert", sagt er. Um seine Handwerksarbeit ging es dabei gar nicht. Dennoch haben ehemalige Oberlausitzer aus München anschließend nach "Bieramide" gegoogelt und sind auf Herwigs schlichte Webseite gestoßen, erzählt der Strahwalder und lacht.

Auf Aufträge übers Internet hofft Herwig auch in diesem Jahr. Vor allem auch, weil er seine kleinen Kunstwerke bislang kaum auf Handwerksmärkten und Volksfesten verkaufen konnte: "Vieles ist wegen Corona ausgefallen und auch bei den Weihnachtsmärkten ist noch nichts wirklich sicher", erklärt er. Der Bieramiden-Drechsler hofft nun noch, dass es in Herrnhut und Görlitz oder eben auch in Stolpen, wo er wegen der Stimmung gern ist,  Weihnachtsmärkte geben wird. Damit er und seine Bieramide richtig in Schwung kommen.

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